Direkt zum Inhalt

Die Tuchstopfe

Gespeichert von Bastelfrau am 8 September 2019
Die Tuchstopfe

 

Die Tuchstopfe entspricht der gewöhnlichen Leinenstopfe, die wir bereits erklärt haben. Bei Wollstoffen bedient man sich aber nicht gewöhnlichen Stopfgarnes, sondern man verwendet Fäden des gleichen Wollgewebes und stopft mit diesen. Ganz besonders bei Streifenstopfen kann man schöne Resultate erzielen, wenn man für die helleren oder dunkleren Streifen immer den passenden Wollfaden des Gewebes nimmt. 

 

 

Fehlt einem jeder passende Fleck, um Fäden zu gewinnen, so kann man auch mit Haar stopfen. Selbstverständlich kann das nur geschehen bei Farben, zu denen man passendes Haar findet.

 

Vor dem Ausbessern heftet man ein Stoffläppchen unter den Riss und fasst es während des Stopfens mit. Die Nadel näht mit winzigen, kaum sichtbaren Vorderstichen hin und her bis der Riss gestopft ist

 

Beim Bügeln der Stopfe darf das Bügeleisen nicht zu heiß sein, um das Sengen des Haares zu Verhüten. 

 

Die folgenden drei Abbildungen zeigen den Hergang der Arbeit vom Riss bis zur fertigen Kunststopfe.

Der Riss im Wollstoff

 

Das Stopfen eines Risses mit Haar.

 

Die fertige Kunststopfe

 

Mit den folgenden drei Abbildungen wird gezeigt, wie man sogar einen kleinen Fleck mit der gleichen Stopftechnik einsetzen kann. Der unregelmäßige Riss in der ersten Abbildung veranlasst uns, ein kleines Dreieck auszuschneiden.

Ein schwer zu stopfender Riss

 

Auf der Rückseite wird ein kleines Stoffläppchen untergesetzt. Natürlich muss der Strich des Läppchens mit dem Strich des Stoffes gleich laufen, da durch den entgegengesetzten Strich die gestopfte Stelle auch bei der tadellosesten Stopfe sich bemerkbar machen würde.

Der unter das Dreieck geheftete Tuchlappen.

 

Ferner muss das untergeheftete Fleckchen rings um das Loch 1-1 1/2 cm größer sein. Dann beginnt man mit dem Stopfen, entweder mit ausgezogenen Tuchfäden oder mit Haar. In der Beschreibung der Leinenstopfe wurde gesagt, dass die seitlichen Schlingen des Stopffadens später abgeschnitten werden. Bei der Haarstopfe ist dies nicht notwendig, da die Haare fein und deshalb unsichtbar sind.

Die fertige unsichtbare Kunststopfe

 

Die fertige Tuchstopfe zeigt uns, dass die Stiche mit dieser Stopfart gar nicht sichtbar sind.

 

Gestreifte oder karierte Stoffe stopft man mit ausgezogenen Stofffäden. Man stopft zuerst mit der Grundfarbe fertig, dann lässt man die abstechenden Farben folgen, indem man mit dem passenden Faden die Musterung über die Unterstiche vollführt.

 

Auch bei gemusterten Wollstoffen gilt die Regel, nicht erst zu flicken, wenn ein großer Schaden entstanden ist, sondern bereits fadenscheinige Stellen kunstgerecht zu stopfen.

 

Diese Anleitung stammt aus der Zeit um 1900