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Das Netzen (auch Netzstrickerei oder Filetstickerei genannt) ist eine sehr alte Handarbeitstechnik, die ursprünglich bei Fischern zum Einsatz kamen. Diese stellten nämlich in dieser Technik Fischnetze her. Dabei kamen vor allen Dingen der einstichige Netzknoten, der zwiestichige Netzknoten oder der doppelte Kreuzknoten zum Einsatz. Im Handarbeitsbereich werden vorwiegend Decken, Gardinen, Wäschegarnituren und Kopfschmuck in dieser Technik gearbeitet.

Das Filieren wird in zwei Arbeitsgängen ausgeführt.
Zuerst wird mit Hilfe einer Filetnadel und eines Filetstäbchens aus Leinengarn, Baumwollgarn oder Wolle der Netzgrund hergestellt (geknüpft bzw. filiert). Die Netze können in Reihen und Runden filiert werden, wobei durch Drehen und Verkreuzen sowie Zusammenfassen mehrerer Schlingen (Maschen) auch Muster entstehen können.
Bei der darauf folgenden Filetstickerei wird das Netz anschließend unter anderem im Leinen-, Stopf- oder Pikeestich bestickt. 

Werkzeuge
An Werkzeugen benötigt man eine Filetnadel, auch als Netznadel bekannt, sowie ein Strickholz (oder Walze).
Das Strickholz wird heutzutage meist Abstandsstäbchen genannt und ist nicht mehr Holz, sondern aus Kunststoff. Die Dicke des Strickholzes ist maßgebend für die Größe der Maschen. Das Abstandsstäbchen sorgt außerdem dafür, dass die Maschen immer gleich groß werden. Wer das Netz nicht selbst herstellen möchte, kann es auch kaufen. 

Die Filetnadel 
Die beiden Enden der Filetnadel haben zwei freie gespaltene Enden. Darunter befindet sich jeweils ein kleines Loch.
Diese Werkzeuge bekommt man von der Firma Prym als Set mit 3 verschiedenen Nadeln und 3 verschiedenen Abstandshaltern. Unter anderem ist dieses Set bei Amazon erhältlich.
Heute wird die Filetstickerei oft mit der Filethäkelei verwechselt. Die Filethäkelei ist aber nur eine Nachahmung der Filetstickerei, bei der Grund und Muster in einem Arbeitsgang gehäkelt werden. Es handelt sich also um eine ganz andere Technik.

Vorhang mit breiter Kante

Gespeichert von Bastelfrau am 8 September 2009
Vorhang mit breiter Kante

Der hübsche Vorhang ist aus weißem Schleierstoff gearbeitet und durch breite Hohlsäume, die ihn in regelmäßigen Abständen in Länge und Breite durchziehen, in Quadrate eingeteilt.

 

Schal in Filet- und Stopfarbeit

Gespeichert von Bastelfrau am 6 März 2003
Schal in Filet- und Stopfarbeit

Sehr eigenartig ist die Wirkung dieses Schals, dessen anspruchsloses Muster mit starker, gedrehter Kunstseide in den Netzgrund aus feiner dunkelbrauner Kordonettseide eingestopft wird.

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