Kräuter haltbar machen

21. März 2018 - 12:22 -- Bastelfrau


Mal bekommen wir die Kräuter preisgünstig im Handel oder auf dem Markt, mal haben wir plötzlich ganz viele Kräuter im Garten oder auf dem Balkon. Dann bietet es sich an, diese Kräuter zu konservieren - zum Beispiel in Form von Pulver, Salz, Essig oder Öl. Bei den folgenden Rezepten handelt es sich teilweise um Rezepte aus Büchern, die aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende stammen. Damals war es nötig, die Kräuter zu konservieren, damit man sie auch im Winter genießen konnte. Heute ist das nicht mehr nötig, aber was damals geklappt hat, funktioniert auch heute gut, schmeckt super lecker und spart außerdem noch Geld.

Kräuterpulver

Um sich Kräuterpulver selbst herzustellen, benötigt man verschiedene Kräuter, die man zuerst waschen und dann trocknen muss. Trocknen kann man sie in der Mikrowelle, im Backofen oder in einem speziellen Dörrgerät. Oder man macht es so wie früher und hängt die Kräuter kopfüber an einen schattigen Ort oder pflückt die Blätter von den Stielen ab und legt sie auf einem weißen Blatt Papier an einen schattigen Ort und lässt sie dort, bis sie ganz trocken und dürr sind.
Soweit sich die Blätter noch an den Stielen befinden, werden sie abgepflückt. Dann werden die Blättchen zwischen den Fingern zerrieben und in ein luftdicht schließendes Glas gefüllt. 

Grundmischung
Gewürzmischungen sind zum Beispiel eine große Hand voll Basilikum, halb so viel Zitronenkraut, noch etwas weniger Thymian und eine Hand voll Petersilie. Wer mag, kann auch noch weißen Pfeffer, Muskatblüte und Nelke dazu mischen.
Dieses Pulver gibt den Speisen einen sehr feinen Geschmack.

Kräuterpulver für Fleischgerichte
Man vermischt je 8 g getrocknetes Basilikum, Thymian und Majoran und gibt je 8 g Lorbeerblätter und Gewürznelken sowie je 15 g weißen Pfeffer und Muskatnuss dazu. Die Kräuter werden fein zerstoßen und durch ein Sieb gegeben. Dann wird das Pulver in einem luftdichten Glas aufgehoben.  Wenn man zum Beispiel beim Spicken den Speck zuvor in diesem Pulver wendet, bekommt der Braten einen ganz besonders guten Geschmack.

Aalkräuter
Die weitbekannte Hamburger Aalsuppe kann nur mit natürlichen Kräutern würzig und wohlschmeckend angerichtet werden. Um das zu erreichen muß sich die Würze von zwölf verschiedenen Küchenkräuterarten verbinden und zwar von: Basilikum, Estragon, Isop, Kerbel, Kölle oder Pfefferkraut, Majoran, Melisse, Pimpinelle, Porree, Portulak, Salbei und Weinraute.

Für die folgenden Rezepte werden die Kräuter nicht getrocknet, sondern frisch verwendet.

Kräuteressig



Kräuteressig I
In ein großes Glas werden verschiedene Kräuter wie Estragon, Basilikum, Pfefferkraut, Majoran, Thymian in kleinen Mengen, mehrere spanische Pfefferschoten, sowie Dill, Kresse, Kerbel, eine Zwiebel oder Knoblauch geschichtet. Den Essig darüber gießen, das Gefäß in die Sonne stellen und 10-14 Tage ziehen lassen. Dann wird der Essig abgeseiht und in Flaschen gefüllt, die gut verkorkt werden. Das Durchseihen geschieht mittels eines Haarsiebes, worauf ein Stück feines grünes Filtrierpapier gelegt ist. 

Kräuteressig II
Man nimmt jeweils einen Eßlöffel Lavendel, Rosmarinblüte, Basilikum und Estragon sowie ein wenig Melisse und Thymian, wäscht die Kräuter und zupft die Blätter von den Stielen. Dann schneidet die Kräuter grob, feuchtet sie mit Zitronensaft an und gibt sie zusammen mit einem Stückchen ganzem Zimt, einem halben Eßlöffel zerdrücktem weißem Pfeffer, drei Prisen Muskatblüte und 8 ganzen Nelken in eine Kondensationsflasche. Dann gießt man guten Weinessig darüber und stellt die Flasche zum Destillieren in die Sonne. Mehr Infos zur Destillierflasche gibt es bei Wikipedia. Wenn der Essig lange genug gezogen hat und die Kräuter keinen Geschmack mehr haben, gießt man den Essig durch ein Haarsieb, füllt ihn in Flaschen, verschließt ihn mit einem Korken und hebt ihn in trockenem Sande im Keller auf. Dieser Essig kann zu allem Sauren wie Ragouts, kalten Pasteten, wildem Geflügel, rotem und schwarzem Wildbret verwendet werden.

Kräuteröl

Rosmarin- oder Basilikumöl
Wenn man Olivenöl mit Rosarin oder Basilikum aromatisieren möchte, muss das Öl mit den Kräutern erwärmt werden. Auf dem Herd ist dies relativ schwierig zu bewerkstelligen, da man die Temperatur schlecht über einen längeren Zeitraum einhalten. Im Crockpot ist dies jedoch ganz einfach. Das fertige Öl wird hellgrün und die Küche duftet, als wäre man in der Provence.
1 Tasse Olivenöl oder anderes Pflanzenöl
1/4 Tasse gehackte Rosmarinnadeln
oder 
1/2 bis 1/2 Tasse grob gehackte Basilikumblätter
Das Öl mit dem Rosmarin bzw. dem Basilikum in den Slow Cooker oder Crockpot geben. Auf Stufe "high" 1 1/2 bis 2 Stunden offen erwärmen, dann den Slow Cooker ausstellen und das Öl ca. 20 Minuten abkühlen lassen. Ein Sieb mit einem Papiertuch oder Papierfilter ausschlagen und das Öl abgießen. Wenn das Öl komplett abgekühlt ist, in eine saubere Flasche füllen und gut verschließen. Im Kühlschrank hält sich das Öl bis zu 1 Monat, danach verliert es das Aroma. Sollte das Öl im Kühlschrank ausflocken - keine Panik. Bei Zimmertemperatur wird das Öl wieder klar.

Kräutersalz

Küchenkräuter in Salz
Gut gewaschene Petersilie, Estragon, Schnittlauch. Zitronenmelisse werden zerschnitten, mit Salz gemischt, in Gläser oder in Töpfe gefüllt und zugebunden. So sind sie lange haltbar; beim Gebrauch ist der Salzgehalt zu berücksichtigen.



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