22. Februar 2024

10 Nähtipps, die das Nähen mit der Nähmaschine einfacher machen

10 Nähtipps, die das Nähen mit der Nähmaschine einfacher machen

Damit das Nähen leichter von der Hand geht, sollte man einige einfache Dinge beachten.

  1. Möglichst gleichmäßig in einem Zug ohne häufiges Absetzen nähen, hierfür ist gut vorbereitete Arbeit Voraussetzung.
  2. Das Ziehen der Arbeit ist zu vermeiden, es führt zu ungleichen Stichen, Verbiegen bzw. Brechen der Nadel.
  3. Die Näharbeit muss geleitet, nicht aber gezogen oder zurückgehalten werden. Die obere Stofflage wird durch den Stoffschieber nicht direkt transportiert, sondern nur durch die untere Stofflage mitgenommen. Daher muss man bei langen, nicht gehefteten Nähten, z. B. Bettwäsche, Gardinen, die untere Stofflage etwas zurückhalten, besonders wenn sehr glatte und stark appretierte Stoffe verarbeitet werden.
  4. Querzeichen (Stecknadeln in größeren Abständen) zur Kontrolle sind zu empfehlen.
  5. Wiederholtes Überprüfen des einwandfreien Stiches während der Arbeit ist ratsam.
  6. Die Nählinie ist gegeben entweder durch eine gerillte, gerädelte, geheftete Linie oder sie liegt im gleichmäßigen Abstand von einer Bruch-, Schnitt-, Webekante, einer schon vorhandenen Stichreihe.  Stoffdrückerbreite oder Lineal helfen den Abstand einhalten. Die Nählinie kann sich auch nach Stoffmustern richten.
  7. Nicht auf den nackten Stoffschieberzähnen weiternähen, dadurch werden die Stoffschieberzähne abgenutzt und die Unterfläche des Drückerfußes kann rauh werden. Deshalb rechtzeitig aufhalten oder besser ein Stückchen Stoff (Sparflicken) anlegen und darauf nachnähen, alsdann Näharbeit abschneiden. Dadurch wird die Nadel geschont, Garn erspart und das Ausfädeln der Nadel verhütet.
  8. Ist es nicht möglich, den Sparflicken nachzunähen, z. B. bei rund geschlossenen Nähten (Ärmeln), so muß man die Arbeit nach hinten unter dem Drückerfuß wegziehen. Dabei muß darauf geachtet werden, daß der Fadengeber seine höchste Stellung hat.
  9. Bei Nähten, die gegen Aufgehen durch Übernähen nicht geschützt  sind, müssen die Fadenenden am  Anfang und Ende der Naht mit der Hand vernäht  werden, z. B. der Verschlusssaum am Kopfkissen.
  10. Muss eine unterbrochene Stichreihe fortgeführt werden, so zieht man die Fadenenden des letzten Stiches nach links und setzt die Nadel im letzten Stichloch wieder ein. Die vier Fadenenden sind mit der Hand zu vernähen. Ist die unterbrochene Stichreihe nichtsichtbar, so können beim Wiederbeginn mehrere Stiche übereinander, aber nicht nebeneinander genäht und die Fadenenden abgeschnitten werden.

Weitere Tipps und Tricks für das Nähen mit der Nähmaschine

Was wir auch noch wissen sollten …

Garnwahl
Das Garn nicht zu grob wählen: Ober- und Unterfaden zusammen sind stark genug, um haltbar zu sein.

Stichlänge
Die Stiche nicht zu klein wählen, an späteres Flicken oder Ändern denken, jedoch zum Stoff passend, zu kleine Stiche beschädigen den Stoff.

Unterlegen von Papierstreifen
Beim Nähen auf feinen, weichen Stoffen, insbesondere bei Rundungen und schwierigen Formen, oder auf einfacher Stofflage, besteht die Gefahr, daß die Nählinie den Stoff zusammenzieht, deshalb Seidenpapierstreifen oder Brenngaze unterlegen. Nachher Papier wegzupfen bzw. Brenngaze wegbügeln. Die Spannung besonders beachten, sie muß nach Entfernung der Unterlage noch straff genug sein.
Auch für Biesen in schrägem Fadenlauf verhindern untergelegte Seidenpapierstreifen das Ausbeulen des Gewebes.

Beschneiden der Rechtslinksnaht in einem Saum
Die äußere Kante der Rechtslinksnaht bis 1/2 cm vor die doppelte fertige Saumbreite fortschneiden, waagerecht einschneiden bis einen Faden vor die zweitgenähte Naht, Nahtränder ausstreichen.

Vorteil: Der Saum ist flach und wird gut transportiert.

Einschneiden der Nahtränder an einwärts und auswärts gerundeter Naht
Den Nahtrand an einwärts gerundeter Naht „einknipsen”, die Schnittkanten schieben sich übereinander, es entstehen keine Fältchen. Sie müssen bei starken Rundungen und dicken Stoffen herausgeschnitten werden.
Den Nahtrand an auswärts gerundeter Naht „einknipsen”, damit er die Weite der äußeren Rundung erhält. Die Schnittkanten klaffen auseinander und geben der äußeren Rundung nach, sie ziehen die Naht nicht ein.

Vornähen am maschinengesteppten Saum
Bei längeren Säumen (Bettwäsche, Vorhänge) besteht Gefahr, dass die Saumenden nicht mit den seitlichen Kanten abschließen, deshalb seitliche Ränder mit Saumstichen vornähen und Querzeichen zur Kontrolle angeben.

Das Kniffen von Blenden
Man zieht den Streifen durch zwei parallele, gleich lange Einschnitte in einem Stück Glanzpappe. Die Einschnittlänge ist gleich der fertigen Blendenbreite. Die beiden Einschnitte sind 6—8 cm voneinander entfernt.

Kniffen von Blenden

Festhalten von Eckpunkten
Damit sich die Ecke beim Maschinennähen nicht verschiebt, halten wir den Eckpunkt mit einem sehr feinen Heftstich diagonal fest. Heften der ganzen Ecke kann das Steppen erschweren (Ecken einer aufzusteppenden Tasche, eines Schlitzbesatzes, eines Flickens).

Das Rillen
Es darf nur mit feinster Nähnadel geschehen, damit der Stoff nicht beschädigt wird. Man fasst den Stoff mit Daumen und Zeigefinger der linken Hand auf der Vorderseite der Arbeit, so dass der Stoff zwischen diesen beiden Fingern zum Bruch gelegt wird.

Dann wird die Nadel von unten her mit der rechten Hand an die Bruchkante angelegt. Man rillt etwa 10 cm, sticht mit der Nadelspitze von unten durch und greift mit der linken Hand nach und beginnt von neuem.

Verwendung von Gummifäden zum Kräuseln
Der Gummifaden wird als Unterfaden auf die Spule gewickelt. Die Spannung muss gut eingestellt sein. Die Anwendung des Gummifadens ist teuer und wenig haltbar.

Verarbeitung von Werkstoffen
Beim Nähen von Werkstoffen (Igelith, Plastik, Acella) kommt es häufig vor, dass das Nähgut gar nicht oder nur schlecht transportiert wird. Es liegt daran, daß der Werkstoff am Metall klebt. Man verhindert es, indem man Papierstreifen (Pauspapier oder Seidenpapier[1]) zwischen Stichplatte und Nähgut legt oder auf die der Nähplatte aufliegenden Seite Talkum streut oder der zu nähenden Linie entlang ein Tröpfchen Maschinenöl mit dem Finger verreibt. Man vermeide auch, dass die Nähplatte von auffallenden Sonnenstrahlen erwärmt wird. Die Stiche sind verhältnismäßig groß einzustellen, weil kleine Stiche den Werkstoff perforieren und die Haltbarkeit somit beeinträchtigen.
 

10 Nähtipps, die das Nähen mit der Nähmaschine einfacher machen
2018-08-22 13:52:14

Begriffserklärung
1. Seidenpapier.

Seidenpapier kennen wir zum einen aus dem Bastelbereich, aber auch aus dem Floristikbereich und es wird für Verpackungen verwendet. Meist hat es ein Gewicht von unter 30 g/m2.
Da es so dünn ist, ist Seidenpapier meist leicht durchscheinend.

Seidenpapier nennt man, unabhängig vom eingesetzten Faserstoff, alle Papiere bis zu einem Flächengewicht von 30 g/m2.