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Gespeichert von Bastelfrau am 1 September 2016
Poesiealbum ©  Ilse Dunkel (ille)  / pixelio.de 

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts begann man, guten Freunden Namen, Wappen und Wahlspruch in das Stammbuch zu schreiben. Später, im 18. Jahrhundert, gesellten sich zu den Sprüchen Widmungen und Zeichnungen, danach wurden die Poesiealben mit Poesiebildern (Oblaten, Scraps) geschmückt. So entwickelten sich im Laufe der Zeit aus den Stammbüchern Erinnerungsbücher. Im 19. Jahrhundert begannen Mitglieder von literarischen Zirkeln sich gegenseitig Verse und künstlerische Beiträge in extra dafür angeschaffte Hefte zu schreiben. Der Brauch, sich in Stammbüchern und Poesiealben zu "verewigen" wurde hauptsächlich von Erwachsenen betrieben. Später dann von Kindern, erst ebenfalls in Form von Poesiealben, dann - bis heute - in Freundschaftsbüchern.

Wenn du die Tradition der Erinnerungsbücher fortsetzen und ein Poesiealbum oder Album verschenken möchtest, dann kannst du auf die erste Seite ein paar nette Worte schreiben. Hier habe ich zwei Verse für dich, die vor mehr als 100 Jahren üblich waren. :-)

 

Es soll dies Buch ein Denkmal sein
Für heit're und für trübe Stunden,
Für Teure, die das Herz gefunden,
Den Lebenspfad mit Blumen zu bestreu'n
Oft führt er uns durch Irrgewinde,
Von Frühlingsau'n durch Wüstenei'n. -
Nur dessen Name Platz hier finde,
Der treu im Missgeschick auch bleibt,
Der nicht mit schönen Worten spielet,
Sondern auch tief im Herzen fühlet,
Was seine Hand hier niederschrieb.

*****

 

Ein Album ist der Menschen inn'res Leben,
Das aufbewahrt in Gottes Händen bleibt:
Ein leeres Blatt wird Jeglichem gegeben,
Und Jeder ist nur, was er darauf schreibt
v. Feuchtersleben

 

Bild: ©  Ilse Dunkel (ille)  / pixelio.de