20. Mai 2024

Bademode nähen: Das solltest du beachten

Bademode nähen Titelbild

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Man kann nicht nur Röcke, Kleider, Hosen und Wohntextilien nähen. Auch an Bademode und Unterwäsche kann man sich wagen. Allerdings sollte man sie eher nicht als erstes Anfängerprojekt wählen. Wer aber schon erste Näherfahrungen gesammelt hat und vielleicht sogar die ersten Versuche mit Jersey erfolgreich gemeistert hat, kann sich ruhig an die Herausforderung wagen. Was dabei zu beachten ist, wenn man Bademode nähen möchte, erfährst du in diesem Artikel.

Ich hatte im November 2023 eine Bauchspiegelung und habe dadurch ein paar Narben an meinem Bauch, von denen eine auch ziemlich groß geworden ist. Um diese Narben optimal zu pflegen und zu schützen, muss ich mir bei meiner Bademode etwas Neues einfallen lassen. Bisher habe ich immer nur die klassischen Triangel-Bikinis getragen. Da man frische Narben aber ein bis drei Jahre vor Sonnenstrahlen schützen sollte, muss nun etwas anderes her. Ich habe mir zwar schon einen neuen Badeanzug mit Bügel gekauft, aber den habe ich mir für das Aqua-Fitness während meiner AHB gekauft und nicht unbedingt für das Sonnenbaden im Urlaub.

Generell finde ich zwar, dass es schöne Badeanzüge und Tankini Modelle gibt, aber meistens stört mich beim Sonnenbaden die Breite der Träger oder der Ausschnitt. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen, meine Bademode für dieses Jahr selbst zu nähen. Da ich das noch nie gemacht habe, habe ich mir als erstes die wichtigsten Informationen und Tipps zusammengesucht.

Bademode nähen: Der richtige Stoff für Bademode

Beim Nähen von Bademode sind drei Dinge besonders wichtig. Erstens muss der Stoff elastisch sein, damit man die Kleidung leicht an- und ausziehen kann. Zweitens ist es wichtig, dass der Stoff Salzwasser, Chlorwasser und UV-Strahlen gut übersteht. Und drittens ist es wichtig, dass der Stoff nicht zu lange nass bleibt, sondern schnell trocknet. Ein Stoff, der diese drei Dinge erfüllt, ist beispielsweise Lycra. Lycra ist eigentlich ein Markenname für Elasthan. Mittlerweile wird der Begriff aber auch häufig für Sport-, Bade- oder Tanzkleidung verwendet. Das Besondere an Lycra ist, dass es bi-elastisch ist und sich somit in alle Richtungen dehnen lässt. Dadurch schmiegt es sich optimal an den Körper an.

Es gibt auch die Bezeichnung unelastisches Badelycra. Damit sind Stoffe gemeint, die sich für Bade- und Sportshorts eignen. Sie dehnen sich nicht, vertragen aber ebenfalls Salz- und Chlorwasser und trocknen schnell. Generell lohnt es sich, Badestoffe zu kaufen, die auch einen gewissen UV-Schutz bieten. Aus diesen Stoffen kann man auch T-Shirts, Kleider, Röcke oder Hosen nähen, die vor zu viel Sonneneinstrahlung schützen. Dies ist besonders nützlich, wenn man Outdoor-Sport betreibt oder sich im Sommer allgemein viel im Freien aufhält.

Neben dem Oberstoff ist auch ein Badefutter wichtig. Vor allem bei hellen Stoffen kann es vorkommen, dass sie bei Nässe transparent werden. Das ist bei der ohnehin knappen Bademode eher unangenehm. Außerdem sorgt das Futter dafür, dass das Kleidungsstück seine Form behält und nicht so schnell ausleiert. Badefutter gibt es in glatter, angerauhter und Netz-Ausführung.

Angerautes Badefutter ist etwas dicker und braucht länger zum Trocknen. Bei hellen Oberstoffen verhindert es aber besser, dass das Kleidungsstück bei Nässe durchscheinend wird. Das glatte Badefutter ist eher dünn und leicht transparent. Dadurch trocknet es schneller und fühlt sich sehr leicht an. Wenn du kein Badefutter findest, kannst du stattdessen weißes, schwarzes oder deiner Hautfarbe entsprechendes Badelycra kaufen. Es trocknet jedoch nicht so schnell wie Badefutter und fühlt sich nicht so angenehm auf der Haut an wie Badefutter.

Bademode nähen: Das Badegummi

Neben dem Stoff ist auch das Badegummi von besondere Bedeutung. Der überwiegende Teil der Bademode für Frauen und Mädchen liegt eng am Körper an. Damit hier nichts verrutscht, ist es wichtig, dass die Arm- Bein- und Halsausschnitte mit einem Badegummi genäht werden. Wenn die Badekleidung an diesen Stellen nicht eng anliegt, verrutscht sie, im nassen Zustand, da der Stoff sich weitet. Deswegen ist es auch wichtig, dass die Träger ein Badegummi haben. Sonst kann es passieren, dass man ungewollt tief blicken lässt. Für Badeshorts und den Saum von Badekleidern braucht man kein Badegummi, da sie nicht eng anliegen sollen. Auch für den unteren Saum von Tankinis braucht man, je nach Schnitt, kein Badegummi.

Auch bei einem Badegummi ist es wichtig, dass es Chlor- und Salzwasser geeignet ist. Ein normales Gummiband würde zu schnell brüchig werden. Besonders empfehlenswert ist Badegummi aus Latex. Badegummis ist meistens schwarz oder weiß. Es gibt es in verschiedenen Breiten, wie beispielsweise 5 oder 9mm. Für welche Breite man sich entscheidet, hängt von der Passform und dem Tragekomfort ab.

Manchmal wird auch Framilion empfohlen. Das ist ein durchsichtiges dünnes Band. Es ist in 6 oder 9 mm Breite erhältlich. Es ist etwas schwieriger zu verarbeiten, da es sehr glatt ist. Es eignet sich jedoch eher zur Stabilisierung von Rüschen oder Raffungen und weniger für Ausschnitte von Bademode.

Bademode nähen: Nähen von Badestoffen

Lycra zuschneiden

Da Lycra ein sehr elastischer Stoff ist, sollte man beim Nähen einige Dinge beachten. Beim Zuschneiden sollte man darauf achten, dass der Stoff nicht zu stark gedehnt wird. Das geht am besten, wenn man den Stoff flach auslegt, mit Nähgewichten beschwert und die Schnittmuster aufzeichnet. Es empfiehlt sich auch, die Schnittteile anschließend mit einem Rollschneider mit scharfer Klinge auszuschneiden. Da der Stoff bi-elastisch ist, kann man die Schnittmusterteile auch um 90 Grad drehen. So kann man Stoff sparen. Man sollte aber beachten, dass sich der Stoff dann im Fadenlauf etwas mehr dehnen kann. Natürlich muss man auch auf die Musterung des Stoffes achten und bei Stoffen mit Rippstruktur sollte diese beim Zuschneiden immer waagerecht verlaufen.

Lycra nähen: Sticharten, Nähnadel, Garn und Nähfüße

Da Stecknadeln Löcher im Lycra hinterlassen würden, sollte man die Stoffe nur mit Nähklammern zusammenstecken. Da der Stoff sehr rutschig ist, sollte man die Schnittteile vor dem Zusammennähen mit einem Heftstich zusammenheften.

Da Lycra nicht ausfranst, muss man den Stoff nicht unbedingt versäubern. Es ist jedoch wichtig, beim Nähen einen für elastische Stoffe geeigneten Stich zu verwenden. Das kann zum Beispiel ein Zickzackstich oder ein Overlockstich sein. Manche Overlockmaschinen haben auch einen 3-Faden-Super-Stretch-Stich. Dieser macht eine Naht noch elastischer und eignet sich daher gut für Badeanzüge und Co. Zum Absteppen von Kanten mit Badegummi eignet sich ein 3-Faden-Zickzackstich oder ein Geradstich mit Zwillingsnadel. Aber auch ein einfacher Zickzackstich ist möglich. Wenn die Nähte nicht gedehnt werden, wie z. B. bei einer Schrittnaht, kann man einen normalen Geradstich verwenden.

Bei der Einstellung der Stichlänge sollte ein mittlerer Wert gewählt werden. Zu kurze Stiche können den Stoff strapazieren und zu Löchern führen. Bei der Nähnadel ist es wichtig, eine Nadel zu wählen, die für elastische Stoffe geeignet ist. Das kann eine Jersey- oder Stretchnadel sein. Am besten geeignet ist eine Microtex-Nadel der Stärke 80. Stretchnadeln gibt es auch als Zwillingsnadeln. Diese eignen sich besonders für die Kanten, da sie ein professionelles Aussehen verleihen.

Als Garn sollte man Polyestergarn verwenden, da es schneller trocknet und zudem chlor- und salzwasserbeständig ist. Mit Baumwollgarn würden die Nähte schnell brüchig werden. Wenn man mit einer Overlockmaschine näht, kann man auch Bauschgarn verwenden, da es die Nähte schön weich macht.

Bei der Overlockmaschine kann man auch die Differentialeinstellung erhöhen. Dadurch wird der Stoff besser transportiert. Bei manchen Näh- und Overlockmaschinen kann man auch den Nähfußdruck verringern. Damit der Stoff nicht zu sehr verrutscht, kann man einen Teflon-Nähfuß oder einen Obertransportfuß verwenden. Es gibt auch einen Zickzack-Nähfuß mit Gleitsohle. Er soll dafür sorgen, dass die Naht gleichmäßiger und schöner wird. Stattdessen kann man auch Backpapier verwenden. Dieses wird beim Nähen einfach auf den Stoff gelegt. Danach kann man es vorsichtig abreißen.

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2024-04-28 17:40:07
Bastelfrau (Becky)

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