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Papierrohstoffe fürs Papierschöpfen

Gespeichert von Bastelfrau am 10 Mai 2014
Handgeschöpftes Papier

Die meisten Papierrohstoffe für das Papierschöpfen werden in Platten geliefert. Sie werden in ca. 2 x 2 cm große Stücke gerissen und in Wasser eingeweicht. Nach einiger Zeit wird das Ganze einfach im Küchenmixer gemixt, bis das gesamte Material ausgefasert ist.

Aber Vorsicht! Den Mixer nicht überlasten! Am besten arbeitet man mit sehr kleinen Mengen Zellstoff und viel Wasser!

 

Bild oben: Handgeschöpftes Papier aus Altpapier

 

Linters
Bei Baumwolllinters handelt es sich um die ca. 3,5 mm langen Haare, die auf der Samenkapsel der Baumwolle wachsen. Es ist ein optimales Material für die Wiedergabe feinster Details im fertigen Blatt. Linters wird in Blattform geliefert. Die Baumwolle (Linters) wird in kleine Stücke gerissen und einige Stunden lang in Wasser eingeweicht. Danach wird das Material mit einem kräftigem Mixer und/oder einer Bohrmaschine mit Rührvorsatz aufgefasert.
Unter den Baumwollbrei kann man gut gekochten Lauch, Tabak oder andere Pflanzenfasern mischen.
Das geschöpfte Papier ist sehr weich.

 

Kozo
Bei Kozo handelt es sich um die Rinde einer Maulbeerbaumart, die sich zum Papierschöpfen eignet. Rohmaterial für die Herstellung von Japanpapier.
Die Fasern stammen von einem langsam wachsenden, leicht zu kultivierenden Laubbaum der Maulbeerfamilie. Die Äste werden ca. 3 Meter lang.
Kozo wird einige Stunden (eventuell zusammen mit Pottasche) eingeweicht.
Vorsicht: Pottasche ist reizend und gesundheitsschädlich wenn es verschluckt wird!

 

Tororo Aoi
Aus der Wurzel dieser Pflanze, die ähnlich wie ein schwarzer Rettich aussieht, wird zerstoßen und mit Wasser vermischt. Die leicht trübe Lösung, die so entsteht, wird "Neri" genannt, hat eine Konsistenz ähnlich Tapetenkleister und zieht Fäden. Verwendet wird sie bei der Papierherstellung.

 

Kokosfaser
Pflanzliche Faser; Fruchtfaser; sie wird aus der Schale der Kokosfrucht gewonnen; Kokospalmen findet man in tropischen Breiten, aber auch in Indien und aus Ceylon.

 

Mitsumata
Mitsumata ist ein weiterer Rohstoff für die Papierherstellung. Es handelt sich dabei um ein langsamwachsender Laubbaum der Daphne-Familie, dessen Äste ca. 2 m lang werden und der alle 3 Jahre beerntet werden kann. Die gewonnene Papierfaser ist ca. 3 mm dick und weich, biegsam, dünn und glänzend.

 

Abaka
Manilafaser - eine Hartfaser aus den Blattscheiden des Stamms der Faserbanane und verwandter Arten.

 

Hanf
Hanf ist eine einjährige, krautige Pflanze. Die Stengel der Pflanze sind hohl und haben eine faserige Rinde. Die Hanfpflanzen werden bis zu 3,5 m hoch, die einzelnen Bastfasern sind bis zu 5,5 m lang und bestehen vor allem aus Zellulose. Diese Fasern werden zur Herstellung von groben Textilien, Seilen, Segeltuch, Papier und Verpackungsmaterialien verwendet.
Es gibt weitere Pflanzenarten, aus denen hanfähnliche Fasern gewonnen werden können und die deshalb ebenfalls als Hanf bezeichnet werden - obwohl es sich nicht um Hanf handelt. Dazu gehören z.B. Henequen-Agave und Sisal-Agave, Bogenhanf, Manilahanf oder Faserbanane sowie Neuseeländer Flachs.

 

Hadern
Hadern = Lumpen. Sie werden vor allen Dingen für Papiere, an die besondere Ansprüche gestellt werden, wie zum Beispiel Banknoten- und Dokumentenpapiere oder Dünn- und Bibeldruckpapiere, eingesetzt. Für den Hobbypapierschöpfer ist dieses Material eher nicht geeignet.

 

Gampi
Gampi ist ein langsam wachsender Laubbaum der Daphne-Familie. Die Zweige werden bis zu 2 Meter lang. Die Ernte findet alle 3 Jahre statt. Die kurze und glänzende Faser dieses Rohstoffes ist ca. 0,2 mm dick. Verwendet wird sie für die Papierherstellung.

 

Flachs
Beim Flachs handelt es sich um eine Bastfaser, die zum Schöpfen von festen und durchscheinenden Papieren verwendet werden kann.

 

Zellstoff
Zellstoff besteht aus pflanzlichen Rohstoffen (vor allem Holz, aber auch Einjahrespflanzen), aus denen in einem chemischen Verfahren Zellulose gewonnen wird. Diese Frischfasern heißen Zellstoff und sind ein wichtiger Rohstoff für die Papier-, Karton- und Pappeherstellung.