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Gespeichert von Becky am 29 Januar 2020
Papiertapeten vs Vliestapeten – was du über die beiden Tapetenarten wissen musst

Tapete ist nicht gleich Tapete. Neben dem beliebten Streichuntergrund Raufaser Tapete gibt es auch Papiertapeten, Vinyltapeten oder Vliestapeten. Jede Tapete hat ihre Vor- und Nachteile. Da ich momentan mein Schlafzimmer umgestalte, habe ich mich mit Papier- und Vliestapete näher beschäftigt.

 

Das ich mit beiden Tapeten gearbeitet habe, ist dabei aber reiner Zufall gewesen. Ich habe mir einfach im Baumarkt zwei schöne Tapeten ausgesucht und erst zu Hause gemerkt, dass auch eine Vliestapete dabei war.

 

Anwendung

Die Anwendung der beiden Tapeten unterscheidet sich sehr. Bei der Vliestapete wird der Kleister direkt auf die Wand gestrichen, bei der Papiertapete dagegen kleistert man die Bahnen auf dem Tapeziertisch ein. Dadurch spart man sich bei der Vliestapete nicht nur den Schritt, den Tapeziertisch zwischen Bahnen Zuschneiden und Einkleistern zu reinigen, sondern die Vliestapete lässt sich auch leichter zur Wand transportieren. Die Papiertapete wird eingekleistert und gefaltet. Dabei besteht immer die Gefahr, dass beim Anbringen an die obere Kante der Wand, die Tapete sich selbständig an den falschen Stellen anpappt. Außerdem kann es passieren, dass die Tapete reißt, wenn man zu ruppig mit ihr umgeht. Die Vliestapete dagegen kann man eingerollt an die Wand bringen.
Gerade wenn man eine sehr saugfähige Wand hat, kann es aber passieren, dass die Wand - wenn man unten mit der Tapete ankommt - schon wieder getrocknet ist und man nachkleistern muss. Es kann helfen, die Wand zu grundieren. Dies sollte man auch tun, wenn man eine helle Vliestapete hat und unterschiedlich gefärbte Wände, da die Vliestapeten durchscheinender sind.
Bei der Papiertapete dagegen muss man eine Weichzeit beachten, daher ist das Tapezieren zeitintensiver.
Auch das richtige justieren der Vliestapete ist deutlich einfacher, da sie sehr strapazierfähig und formstabil ist. Die Papiertapete dagegen dehnt sich im nassen Zustand aus und es entstehen Falten, die beim Trocknen aber meist wieder verschwinden.

 

Kleister

Die Vliestapete benötigt auch einen teureren Kleister, der extra für Vliestapeten hergestellt. Da wir nur normalen Kleister hatten, haben wir es aber erstmal mit diesem ausprobiert und noch hält die Vliestapete problemlos.

 

Entfernung der Tapete


Auch die Entfernung der Tapete ist sehr unterschiedlich. Die Vliestapete wird trocken abgezogen. Die Papiertapete weicht man dagegen erst mit Wasser und Spülmittel ein. Allein dadurch spart man bei der Vliestapete viel Zeit. Dazu kommt, dass man die Vliestapete meist in einem Stück von der Wand bekommt, die Papiertapete aber gerne kleine Tapetenreste an der Wand hinterlässt, die man hinterher mit einem Spachtel entfernen muss.
Aber da man die Vliestapete einfach abziehen kann, besteht auch die Gefahr, dass sie abgeht, bevor ihre Zeit gekommen ist.

 

Kosten

Vliestapeten bieten zwar viele Vorteile, der Kostenvorteil liegt aber bei der Papiertapete, die meist deutlich günstiger ist. Ich hatte viel Glück und habe beide Tapeten für ca. 8 Euro/Rolle bekommen.

 

Nachhaltigkeit

Vliestapete besteht zwar hauptsächlich aus Zellulose und Textilfasern, kann aber auch mit Kunststoffen, Weichmachern und anderen Schadstoffen versetzt sein. Diese sind weder gut für das Kinder- und Schlafzimmer noch für die Umwelt. Daher sollte man auf die Inhaltsstoffe achten. Auch bei den Papiertapeten sollte man darauf achten, dass sie aus Papier bestehen, welches aus verantwortungsvoll geführten Wäldern stammt, um eine Abholzung nicht zu unterstützen.