Gartenteich: Teichfolien oder Becken?

Bei den meisten stellt sich die Frage, ob Teichfolie oder ein fertiges Teichbecken genutzt werden soll. Allerdings eignen sich auch Beton und Ton für das Anlegen eines Gartenteiches.

Beton ist die haltbarste Lösung. Er zeichnet sich durch große Flexibilität aus und wird vor allem für sehr große Teiche gerne genutzt. Allerdings ist das Anlegen aufwendiger und schwerer als bei allen anderen Alternativen. Kaum jemand wird imstande sein, einen Betonteich ohne fremde Hilfe anzulegen und Betonmischer und Bagger sind fast schon Pflicht. Zusätzlich dauert es aufgrund der Trockenzeiten länger und der Teich muss vor dem Einsetzen der Pflanzen vollständig entleert werden, um zu vermeiden, dass Giftstoffe in das Teichwasser gelangen.

Die Kosten können unter denen von sehr großen Plastikbecken liegen, allerdings ist das Anlegen mit Beton deutlich teurer als Teichfolie. Ein weiterer Nachteil ist, dass Beton im Winter Risse bekommen kann, was eine Überholung in jedem Frühjahr notwendig macht.
Den Teich mit Ton anzulegen, ist ebenfalls nicht ganz günstig und arbeitsaufwendig. Durch die Formbarkeit lassen sich allerdings gerade komplizierte Formen gestalten und Ton wirkt als Naturmaterial natürlich. Allerdings sollte bedacht werden, dass Ton keine Kapillarsperre zum Umland bildet, also Wasser entweichen kann. Außerdem quillt Ton im Wasser auf, was dazu führen kann, dass ihn gründelnde Fische aufwirbeln und die Sicht trüben.

Teichfolien und Becken

Teichbecken aus Kunststoff sind sehr stabil und meist von vorneherein in verschiedene Teichzonen aufgegliedert. Das gewährleistet gerade bei kleineren Teichen eine sinnvolle Einteilung, die ein gesundes Ökosystem ermöglichen kann. Die Installation erfordert nicht nur weniger Planung und Hintergrundwissen, sondern auch nur wenige Stunden Arbeit. Dafür sind Teichbecken jedoch auch recht teuer und klein. Außerdem müssen Teichbecken wegen der geringen Größe ungefähr alle fünf Jahre generalüberholt werden. Teichfolie ist wesentlich günstiger und flexibler in der Gestaltung. Gerade bei größeren Teichen muss fast zwangsläufig auf sie zurückgegriffen werden. Dafür reißt sie wesentlich schneller und der Gärtner muss die eigenen Zonen selbst festlegen.

Folie – aber welche?

Die richtige Teichfolie zu finden ist nicht ganz leicht. Sie ist in Kautschuk, PVC und PE sowie in den verschiedensten Stärken und Farben erhältlich.

PVC ist der Standard bei deutschen Teichen, weil es preisgünstig und leicht zu verlegen ist. PE ist umweltfreundlicher, kann jedoch nur mit Heißluft verlegt werden und ist deswegen auch schwieriger zu reparieren.

Kautschuk ist ebenfalls umweltfreundlicher, UV- und ozon-stabil und ist leicht zu verlegen. Allerdings sind Schäden an der Folie fast genauso schwer zu erkennen wie zu beheben. Risse und Löcher lassen sich nur durch Vulkanisierung stopfen.

Im Normalfall sollte eine 1 mm dicke Folie ausreichen. Bei großen Tiefen oder bei einem sehr steinigen und wurzelreichen Untergrund sollte sie allerdings dicker sein. Ein Teichvlies und eine Sandschicht dürfen dann ebenfalls nicht fehlen. Bei Teichen mit einer Tiefe unter einem Meter kann auch eine dünnere Folie ausreichend sein. Folie, die dicker als 1,5 mm ist, wird deswegen nur selten verlegt, weil sie wesentlich steifer ist und sich nur mit großem Aufwand verlegen lässt. Außerdem bietet sie keinen zusätzlichen mechanischen Schutz.

Weitere Tipps für das Anlegen eines Gartenteiches findest du unter “Tipps und Tricks – Wie du deinen Gartenteich im Eigenbau anlegst“.

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Welches Material für den Gartenteich?


2021-06-15 11:35:00
Sarah