Inro

Inro ist japanisch und bedeutet “Siegelschachtel”. Inros wurden ursprünglich für die Aufbewahrung von Siegeln verwendet. Später wurden darin andere kleine Objekte, bevorzugt Medikamente aufbewahrt (bei uns hießen sie deshalb “Medizinbüchsen”.
Sie sehen wie niedrige Köcher mit Deckeln aus und haben eine elliptische Grundfläche. Sie bestehen aus mehreren übereinander gestapelten niederen Behältern. Dabei wird der Boden des jeweiligen Behälters in den darunter liegenden gesteckt und fungiert so als Deckel fungiert. Die einzelnen, ineinander gesteckten Behälter, werden durch eine Schnur zusammengehalten, die rechts und links des Inros in Ösen läuft. Damit das Ganze auch wirklich hielt, wurde die Kordel mit einem runden Schieber (dem so genannten Ojime) gespannt, da durch die Einzelbehälter besser zusammengehalten werden.
Da die japanischen Gewänder keine Taschen hatten, wurde das Inro mit der Kordel an dem breiten japanischen Gürtel (dem “Obi”) befestigt. Als Sicherungshebel diente ein “Netsuke” (kleines geschnitztes Objekt). Dadurch wurde ein unbeabsichtigtes Herausrutschen der Schnur verhindert. Inros gehören zu den “Sagemono”, den “Hängedingen”.
Hier noch zwei Links, die Inros zeigen: Einmal japanische Inros und hier Fimo-Inros.

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