29. Januar 2023
Used Wash

Used Wash

Früher war Used Wash etwas ganz besonderes. Heute ist es nicht nur ganz normal, sondern es gibt auch unzählige verschiedene Arten, den Used Wash Effekt zu erreichen.

Was bedeutet Used Washed bzw. Aged Washed?

Generell handelt es sich bei Used Wash um fertige Kleidungsstücke, die in einem extra Waschgang behandelt werden, um eine „getragene“ Optik zu erzielen. Dies wird durch spezielle Behandlungs- und Waschverfahren erreicht, die die Stoffe an bestimmten Stellen ausbleichen oder aufrauen.

Used Look

Used bedeutet auf deutsch: gebrauchtes Aussehen. Unter Used versteht man Kleidung, die gebraucht und benutzt aussieht. Tatsächlich handelt es sich aber um neue Kleidung.

Was bedeutet Destroyed oder Distressed Look?

Unter Destroyed-Look versteht man künstlich herbeigeführte Löcher und Risse. Dies wird durch Schleifsteine und Drahtbürsten erreicht. Zusätz werden verschiedene Chemikalien eingesetzt, die für weitere „Gebrauchsspuren“ sorgen. Statt destroyed wird heute oft distressed gesagt.

Die verschiedenen Waschungen

Die Used Effekte werden durch unterschiedliche Waschungen erreicht.

Garment Wash, Rinse Washed oder Soft Washed

Rinse Washed bedeutet einfach, dass der Stoff vorgewaschen ist. Damit soll ein nachträgliches Einlaufen verhindert werden. Manchmal werden auch Salze dazugegeben, die verhindern, dass die Farben später beim Waschen ausfärben. Außerdem wird der Stoff weicher.

Stone washed

Dieser Look wird dadurch erreicht, dass Bimssteine mitgewaschen werden. Übersetzt bedeutet Stone washed „mit Steinen gewaschen“. Manchmal kommt auch das Sandstrahlen zum Einsatz. Diese „Waschung“ ist sowohl gesundheitsgefährdend für die Arbeiter als auch umweltbelastend.

Anti-stone-washed

Einen vergleichbaren Effekt, allerdings mit ganz anderen Mitteln, erhält man, wenn der Waschung Hefe zugesetzt wird. Dadurch entsteht ein Pilzbefall, der das Gewebe allerdings sehr stark angreifen kann.

Vintage Washed

Durch diese Waschung wirken die Stoffe verwaschen und ausgefärbt und erhalten gleichzeitig eine marmorierte Optik.

Moon Washed oder Snow Washed

Um eine Moonwashed-Optik, die an die Krater des Mondes erinnert, zu bekommen, werden die Jeans zuerst in starkes Bleichmittel wie Chlor oder Kaliumpermanganat getränkt oder besprüht. Dann werden sie zusammen mit Bimssteinen gewaschen.

Enzym Washed

Bei der Enzymwaschung entstehen durch die verwendeten Enzyme Mikrorisse in den Baumwollfasern. Dabei wird der Stoff teilweise entfärbt und wird weich.

Ice Washed

Ice Wash ist eine Waschung mit der eine besonders helle Optik entsteht.

Pinto Washed

Durch diese Waschung mit brauner oder beiger Farbe entstehen Schmutzeffekte auf dem Stoff.

Acid Washed

Bei der Acid Waschung kommen Chlor- oder anderen Bleichmitteln zum Einsatz. Besondere Kontraste werden durch die Zugabe von Bimssteinen erreicht.

Tint Washed

Bei dieser Waschung wird die Ausgangsfarbe mit Hilfe von Enzymen überfärbt. Dabei wird zum Beispiel aus einem Blau eine leicht gelbgrüne Farbe.

Power Used oder Super Stone Washed

Bei Power Used handelt es sich um eine sehr stark abgetragene Optik. Diese Wirkung wird erzielt, in dem mit sehr vielen Bimssteinen und Enzymen gewaschen wird.

Mill Washed oder Dark Washed

Besonders Jeans werden ohne weitere Behandlung vorgewaschen. Die Farbe bleibt erhalten, es gibt keine Used Wash Effekte.

Sand Washed

Bei dieser Waschung wird mit Hilfe von kleinen, runden Bimssteinen ein weicher Griff erzielt.

Sky Blue / Stone Fit

Bei diesem Herstellungsverfahren wird während des Stone-Waschganges Bleichmittel zugesetzt. Dieses wird später neutralisiert. Bei Jeans erreicht man damit einen sehr hellen Blauton.

Das kannst du selber machen

Wie du bereits gemerkt hast, geht es bei den verschiedenen Waschungen meist um Jeans. Hier habe ich noch einige Tipps für dich, wie du deine Jeans pimpen kannst.

Ausfransen und „Löchern“

Eine ausführliche Anleitung dafür findest du in unserem Artikel Used Jeans selber machen.

Fancy Denim

Fancy Denim bedeutet, eine Jeans durch das Aufnähen von Flicken, Beflocken, Bemalen oder Bedrucken zu verzieren.

Laser-Effekt

Wenn du ein Lasergerät hast, mit dem du auch Stoff lasern kannst, kannst du ihn auch auf Jeans anwenden. Du kannst dabei „Verschleißflecken“ in deine Jeans brennen.

Used Look bei Jeans selber machen

Einen Used Look erzielst du zum Beispiel, wenn du deine Jeans mit Schleifpapier, Feile, Schmirgelpapier oder einem Bimstein bearbeitest.
Du kannst es aber auch mit Scheuermittel und einer Nagelbürste versuchen.
Oder du verwendest Entfärber.
Auch ein Versuch mit Backpulver oder Natron kann sich lohnen, wenn man den Farbton der Jeans aufhellen möchte. Allerdings gibt es hier genauso viele Stimmen, die sagen, dass es funktioniert, wie Stimmen, die das Gegenteil behaupten.

Bleichen

Bleichen ist zwar eine gängige DIY-Methode, wenn es um Jeans geht. Leider ist sie aber weder ungefährlich noch umweltfreundlich. Du solltest unbedingt die folgenden Sicherheitsmaßnahmen einhalten.

Vorsichtsmaßnahmen beim Bleichen

Beim Arbeiten mit Bleichmittel oder Wasserstoffperoxid musst du sehr vorsichtig sein. Chlor zum Beispiel ist alles andere als umweltschonend und ziemlich aggressiv. Bleichmittel dürfen daher nicht zu hoch dosiert werden.
Um dich selbst beim Arbeiten mit Bleichmitteln zu schützen, solltest du immer dicke Gummihandschuhe tragen, wenn du damit arbeitest.
Deine Augen schützt du am besten mit einer Schutzbrille.
Arbeite in einem gut belüfteten Raum.
Wenn dir bei der Arbeit mit Bleichmitteln schlecht wird oder du ein Schwächegefühl bekommst, verlasse den Raum sofort. Rufe die Giftnotzentrale an.
Bleichmittel dürfen NIEMALS mit anderen Haushaltsprodukten vermischt werden. Beim Vermischen können giftige Dämpfe entstehen.
Die Arbeitsfläche dick mit alten Zeitungen bedecken.
Trage alte Kleidung, die ruhig fleckig werden darf. Und/oder trage eine Schürze, die groß genug ist, deine Kleidung zu schützen.

Bleichen mit Wasserstoffperoxid

Wenn noch Blondierer übrig ist, kannst du versuchen, damit deiner Kleidung einen Used Look zu verpassen.

Bleichen mit Bleichmitteln

Beim Bleichen mit Bleichmittel kannst du deine Jeans in Bleichmittel tauchen oder mit einem Pinsel Bleiche auftragen. Auch hier lässt man das Mittel einwirken und wäscht es nach einer Weile wieder aus.

Sponge-Effekt

Den Schwamm-Effekt erhältst du, wenn du Bleichmittel mit einem Schwamm auf die Jeans aufträgst, eine Weile einwirken lässt und dann wieder auswäscht.

Haftungsausschluss

Wenn du das Ganze ausprobierst, handelst du auf eigene Gefahr. Wir übernehmen keinerlei Verantwortung dafür!

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2022-06-14 12:03:00
Handarbeitslexikon, Stoffe

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