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Die Handstopfe in Leinen

Gespeichert von Bastelfrau am 24 August 2019
Die Handstopfe in Leinen

Solange noch kein Loch entstanden und die zu stopfende Stelle nur fadenscheinig ist, ist das Stopfen sehr leicht auszuführen. Man heftet das Wäschestück auf das Stopfkissen, und zwar so, dass die Kehrseite des Stoffes nach oben kommt.

 

 

Dann führt man die Nadel mit dem passenden, nicht zu dicken, also mehrfach geteilten Stopfgarn hin und her, mehrere Stiche vor und nach der dünnen Stelle.

Das einmalige Stopfen einer fadenscheinigen Stelle

 

An den beiden Rändern müssen kleine Schlingen stehenbleiben, damit ein Zusammenziehen der Fäden auf jeden Fall vermieden wird. Diese Schlingen werden zuletzt weggeschnitten. Man achte darauf, dass die Stiche gleichmäßig sind. Ebensfalls sollen die gestopften Längfskanten eine gerade Reihe bilden.

 

Ist bereits ein Ritz entstanden, so ist das Stopfen schwieriger. Um das hier

Der Riss in Leinewand

 

sichtbare Loch kunstgerecht zu stopfen, schneide man zuerst alle verzerrten Stellen weg. Dann wird das Loch mit Stopfgarn so überspannt, dass die Fäden der Länge nach mit dem Webfaden gleichlaufen und die Stiche an beiden Querrändern jedesmal etwa 1 cm in gleichmäßiger Linie in den Stoff greifen. Dann wird der Stopfstich in der Richtung des quer gewebten Fadens ausgeführt. Dabei tritt die Nadel einmal über, einmal unter den Längsfaden und stopft auch hier 1 cm über das Loch hinaus. Bei der nächsten Reihe wird der Stopfstich versetzt.

Die Technik der Handstopfe

 

Zuletzt wird der Stoff um das Loch herum auf der Rückseite knapp am Gestopften weggeschnitten und gut gebügelt.

Die fertige Leinenstopfe

 

Diese Anleitung stammt aus der Zeit um 1900.