Flickweberei

Aus Stoffresten, aber auch aus alten Kleidungs- und Wäschestücken kann man mit etwas Geduld noch schöne Gebrauchsgegenstände wie Läufer, Wandbehänge, Fenstervorhänge, Fußkissen und Kissen weben. Und das ganz ohne neues Material zu kaufen – das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern vor allen Dingen auch die Umwelt.

 

Statt neues Material zu kaufen, wird also erst einmal gesammelt. Es eignen sich alle alten Stoffe, die weich und anschmiegsam, also nicht zu fest und hart sind. Besonders gut verarbeiten lassen sich also alte Wollstoffe, Baumwollstoffe, Kunstseide, alle Trikotgewebe, Strümpfe und seidene und baumwollene Unterwäsche. Zu fest oder zu dick und damit ungeeignet sind Leinenstoffe, Tafte und Samtstoffe. 

 

Die Stoffe werden in 2-3 cm breite Streifen zerschnitten und alle Streifen des gleichen Stoffes der Länge nach aneinander genäht. Dann werden die Stoffstreifen nach Material und Farbe geordnet und zu Knäuel gewickelt. 
Stoffreste, aus denen man keine längere Streifen schneiden kann, werden schneckenförmig geschnitten. Dadurch erhält man einen langen, zusammenhängenden Streifen. 
Strümpfe werden spiralförmig geschnitten. Dabei beginnt man am oberen Rand.

 

Dann kann die gewünschte Arbeit geplant werden. Soll es ein Kissen werden? Oder doch lieber eine Bettvorlage? Vielleicht reichen die Stoffstreifen ja sogar für einen Flickenteppich. 
Wer mag, kann sich anhand der vorhandenen Farben eine farbige Skizze machen. Dabei muss man aber darauf achten, dass die Farben so verteilt werden, dass ein einheitliches Muster entsteht.

 

Als Kette (Kettfaden) verwendet man ein starkes Baumwoll- oder Hanfgarn. Beim Berechnen der Kette muss man an den stärken Schwund denken, der durch das dicke Schussmaterial entsteht und außerdem die Fransen berechnen, die am Anfang und Ende stehen gelassen werden.

 

Um die Länge für die Fransen auszusparen, wird ein entsprechend breiter Pappstreifen in das erste Fach gelegt.  Dann wird mit dem Kettmaterial ein schmaler Anschlag gewebt. Erst dann wird der erste Schuss mit dem Flickenband eingelegt. Dabei muss man besonders darauf achten, dass sich der Stoffstreifen so einrollt, dass sich die Ränder nach innen legen. Dadurch sieht das fertige Arbeitsstück sauberer und ordentlicher aus. Der heraushängende Anfang wird beim nächsten Fachwechsel eingezogen.

 

Alternativen zum klassischen Weben
Statt eines Webrahmens kannst du einfach Stramin oder Kunststoff-Stramin verwenden und die Stoffstreifen durch die Löcher ziehen. Oder du verwendest eine Anti-Rutsch-Matte – manchmal funktioniert auch das.
Eine andere Möglichkeit ist es, auf das Weben komplett zu verzichten und einen Teppich zu häkeln. Je nach dem, wie breit deine Stoffstreifen sind, benötigst du hier eine Häkelnadel Stärke 10 oder größer.

2019-07-27 11:37:21