Mel rosatum – Rosenhonig selber machen

Bei “Mel rosatum” handelt es sich nicht um Honig, der von Bienen aus Rosenblüten gesammelt wird, um den in Provins erzeugten Rosenhonig (miel à la rose de Provins) oder um einen Honig, der mit Rosenblütenblättern oder Rosenwasser aromatisiert wird, sondern um ein Kräuterheilmittel, das bereits 1588 im Kräuterbuch von Tabernaemontanus (Jacob Theodor) als Mittel gegen Entzündungen im Mund- und Bauchraum beschrieben wurde.  So soll er zum Beispiel nicht nur gegen Aphthen, sondern auch bei Halsschmerzen helfen.

 

 

 

Rosenhonig wird zum Beispiel als Naturheilmittel bei Zahnungsschmerzen von Kleinkindern und bei Zahnfleischentzündungen verwendet. Dafür wird er einfach auf das betroffene Zahnfleisch gestrichen.
Für die Behandlung von Aphten wurde früher Mel rosatum mit Borax vermischt. Heute weiß man, dass Borax giftig ist und das Rezept daher keine Option ist. Allerdings kann man es ja einfach einmal ohne Borax ausprobieren, zumal schon der Honig in der Regel antibakteriell wirkt.
Mel rosatum soll auch bei Hautirritationen und Fieberblasen hilfreich sein sowie bei Halsschmerzen.

 

Abgesehen von der medizinischen Wirkung, die der Rosenhonig haben soll, eignet er sich auch als leckere Verfeinerung für Tee und Süßspeisen, als Brotaufstrich, als Bestandteil von Salatsaucen, zur Verfeinerung von Fruchtsalaten und Desserts oder einfach unter die Trinkmilch gerührt.

 

Du findest hier nun ein uraltes Rezept für die Herstellung von Rosenhonig. Und da die Angaben etwas kniffelig sind, gibt es auch gleich ein Rechenbeispiel dafür, wie du es umrechnen musst.

 

 

Mel rosatum – Das Originalrezept

1 Th. mittelfein zerschnittene Rosenblätter wird mit 5 Th. verdünntem Weingeist 24 Stunden in einem verschlossenen Gefässe, unter bisweiligem Umschütteln bei 15-20° stehen gelassen; die abgepresste und filtrirte Flüssigkeit dampft man mit 9 Th. gereinigtem Honig und 1 Th. Glycerin bis auf 10 Th. ein.

Umrechnungsbeispiel

Th. bedeutet “Teil”. Verwendest du also 5 g Rosenblätter, so entsprechen diese 5 g einem Teil. Alles andere muss dann mit 5 g multipliziert werden. In diesem Falle würde das bedeuten:

5 g Rosenblätter, 25 g verdünnter Weingeist, 45 g gereinigter Honig und 5 g Glycerin werden wie oben beschrieben behandelt. Du erhältst eine Menge von 80 g, die auf 50 g reduziert werden muss.

 

Realistischer wäre es aber wohl, wenn man mit 1 g Rosenblättern beginnt:

1 g Rosenblätter, 5 g verdünnter Weingeist, 9 g gereinigter Honig und 1 g Glycerin werden wie oben beschrieben behandelt. Du erhältst eine Menge von 16 g, die auf 10 g reduziert werden muss.

 

Vorsicht: Achte darauf, dass die Rosen nicht mit Pestiziden behandelt wurden!!!

 

 

Rezept für Rosenhonig mit Rosenöl

Alternativ dazu kannst du auch Rosenöl verwenden. Dann musst du aber darauf achten, dass es sich auch wirklich um reines, und vor allen Dingen – auch hier – pestizidfreies Rosenöl handelt. Am besten bekommst du solches Öl in der Apotheke oder im Bioladen. Es gibt auch Versender von Kosmetikzubehör, die reines Rosenöl verkaufen. Wichtig ist hier einfach, dass du deinem Händler vertraust. (Ich persönlich habe bisher immer sehr gute Erfahrungen mit der Maienfelser Naturkosmetik gemacht).

 

Rosenhonig mit Rosenöl wird hergestellt, indem man 0,005 Teile Rosenöl unter leichtem Erwärmen in einer Mischung aus 90 Teilen gereinigtem Honig und 10 Teilen Glycerol 85% löst.

 

Hier wird das Rechnen schon etwas schwerer und eigentlich lohnt sich das Ganze dann nur noch, wenn man größere Mengen herstellen möchte, denn das Abwiegen von 0,005 g Rosenöl gestaltet sich schon etwas schwieriger – und damit könnte man immerhin schon 100 g Rosenhonig herstellen. 
Ich weiß nicht, ob es nicht schon zu viel Rosenöl wäre (vermutlich ja), aber ich würde das erste Rezept ganz oben doppelt nehmen und statt der Rosenblätter einen Tropfen Rosenöl dazugeben.

 

Für diejenigen, die den Rosenhonig nicht selbst herstellen möchten, gibt es natürlich auch käufliche Alternativen – zum Beispiel bei Amazon oder in Apotheken. Erhältlich ist Mel rosatum meist unter dem Begriff “Rosenhonig” oder als Salbe mit dem Namen Rosatum.