18. Juli 2024

Hellhörige Wohnung: Tipps für nachträglichen Schallschutz

Hellhörige Wohnung: Tipps für nachträglichen Schallschutz Titelbild

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Viele Menschen kennen das Problem: Es ist zu laut! Egal, ob es der Nachbar, der WG-Mitbewohner oder der eigene Partner ist: Geräusche von anderen Menschen können enorm stören und sogar krank machen. Vor allem in Mietwohnungen kommt es häufig zu Konflikten und die baulichen Möglichkeiten sind begrenzt. Es gibt aber auch ein paar Alternativen für einen nachträglichen Schallschutz, die keine baulichen Veränderungen erfordern und sich gut für Mietwohnungen eignen.

Die negativen Folgen von Lärm

Die Wohnung kann noch so günstig, gut gelegen und schön eingerichtet sein – wenn der Lärmpegel zu hoch ist, leidet das Wohlbefinden enorm. Dabei ist das Lärmempfinden stark subjektiv geprägt. Der eine fühlt sich durch Nachbarn und Verkehrslärm massiv gestört, der andere nicht. Das führt oft zu Konflikten. Gerade derjenige, der den Lärm als störend empfindet, wird oft belächelt und als zu sensibel abgestempelt. Vor allem mit der zunehmenden Arbeit im Homeoffice kommt es immer öfter zu Problemen und Konflikten auch innerhalb von Partnerschaften.

Darüber hinaus kann eine hohe Lärmbelastung auch langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zu den kurzfristigen Auswirkungen gehören Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, erhöhter Stress und Reizbarkeit. Langfristig kann chronische Lärmbelastung zu ernsten Gesundheitsproblemen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Gehörschäden, kognitiven Beeinträchtigungen und psychischen Störungen führen.

Eine meiner besten Freundinnen hat seit ihrem Einzug mit ihrem lauten Nachbarn zu kämpfen. Partys am Wochenende und gerne auch unter der Woche mit Alkoholexzessen und lauten Gesangseinlagen gehören für sie zum Alltag. Da sie dadurch ständig gestresst ist, nicht mehr schlafen kann und Konzentrationsschwierigkeiten hat, habe ich mich erkundigt, welche Möglichkeiten es gibt, den Lärm zu reduzieren.

Nachträglicher Schallschutz in Mietwohnungen

Beim Versuch, die Wohnung schalldichter zu machen, sollte man bedenken, dass eine vollständige Dämmung unter Umständen nicht möglich ist. Bei Mietwohnungen kann auch die Zustimmung des Vermieters erforderlich sein. Dies gilt insbesondere dann, wenn bauliche Veränderungen vorgenommen werden sollen, die nicht ohne weiteres rückgängig gemacht werden können.

Nachträglicher Schallschutz für Türen

Gerade wenn Lärm durch spielende Kinder, lautes Fernsehen im Nachbarzimmer oder Geräusche aus dem Hausflur entsteht, kann das Abdichten der Lücken zwischen den Zimmertüren und dem Fußboden eine wirksame Maßnahme sein. Hierfür kann man Türdichtschienen oder Luftstopper verwenden, die normalerweise dazu dienen, Zugluft abzuhalten. Diese halten nicht nur Luft, sondern auch unerwünschten Schall aus dem Zimmer fern.

Eine weitere Möglichkeit, den Lärm in einem Raum zu reduzieren, ist die Verwendung eines Vorhangs, der hinter der Tür angebracht wird. Dieser Vorhang kann den Schall absorbieren und so den Geräuschpegel im Raum senken. Dabei ist es besser, wenn man schwere und dichte Stoffe wie Filz oder Samt verwendet oder spezielle Schallschutzvorhänge auswählt. Vor allem in älteren Wohnungen sind oft dünne, hellhörige Holztüren vorhanden. Diese kann man durch neue, massivere Türen ersetzen.

Fenster nachträglich schallisolieren

Ähnlich wie bei der Tür kann ein schwerer Vorhang vor dem Fenster den Lärm in der Wohnung reduzieren. Noch wirksamer sind Rollläden, die außen am Fenster angebracht werden und nicht nur das Licht, sondern auch den Lärm von außen abhalten. Außerdem kann man alte, brüchige Gummidichtungen an den Fensterscheiben durch neue ersetzen. In Mietwohnungen empfehlen sich Gummidichtbänder, die einfach an der Rahmen- oder Flügelkante des Fensters angebracht werden können. Diese Bänder dienen übrigens nicht nur dem Schallschutz, sondern verringern auch den Wärmeverlust durch die Fenster während des Heizens.

Eine häufige Schwachstelle sind Rollladenkästen, die oft nicht oder nur unzureichend gedämmt sind. Durch das Auskleiden des Rollladenkastens mit speziellen Dämmmatten kann der Schallschutz verbessert werden.

Nachträglicher Schallschutz für Wände

Die effektivste Methode wäre wahrscheinlich, die Wände nachträglich mit Akustikschaum zu dämmen. Dies gehört jedoch zu den baulichen Veränderungen und würde je nach Vorgehensweise auch den Raum etwas verkleinern. Da dies sehr aufwändig ist und vor allem in Mietwohnungen nicht ohne Genehmigung durchgeführt werden kann, muss man auf Tricks zurückgreifen. Ein weit verbreiteter Tipp ist, Kleiderschränke oder Bücherregale an die Wände zu stellen. Sie können den Schall schlucken. Generell sollten bei Lärmproblemen die Wände nicht zu leer sein.

Eine weitere Möglichkeit sind Akustikbilder. Das sind spezielle Bilder, die mit schallabsorbierendem Material hinterlegt sind. So kann man einen Raum nicht nur ästhetisch verschönern, sondern auch den Schall im Raum etwas schlucken und die Raumakustik verbessern. Akustikbilder sind zudem platzsparend und einfach zu montieren, so dass sie eine praktische Lösung zur Lärmreduzierung in hellhörigen Räumen darstellen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, den Nachhall zu reduzieren und die Raumakustik insgesamt zu optimieren.

Es gibt auch spezielle Akustik-Tapeten. Das sind spezielle Tapeten mit schallabsorbierenden Eigenschaften. Sie werden eingesetzt, um den Geräuschpegel in einem Raum zu senken. Im Vergleich zu normalen Tapeten oder verputzten Wänden absorbieren Akustiktapeten den Schall besser.

Schallschutz bei Decken und Böden nachträglich anbringen

Harte Oberflächen wie Holzböden oder Fliesen können Schallwellen reflektieren und verstärken. Teppiche hingegen absorbieren den Schall und reduzieren den Nachhall im Raum. Teppiche können daher besonders in Räumen mit hohen Decken und knarrenden Holzböden hilfreich sein. Wie viel Schall ein Teppich absorbiert, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein dicker und dichter Teppich absorbiert beispielsweise mehr Schall. Es gibt auch spezielle schallabsorbierende Teppiche, die mit schallabsorbierenden Materialien ausgestattet sind.

Eine Möglichkeit für Decken besteht darin, schallabsorbierende Materialien wie Akustikplatten oder -paneele an der Decke anzubringen. Diese absorbieren den Schall und reduzieren die Schallübertragung. Auch schallabsorbierende Vorhänge oder Wandbehänge können an der Decke angebracht werden. Es gibt auch Deckensegel, die ähnlich wie Akustikbilder funktionieren. Sie bestehen in der Regel aus schallabsorbierendem Material wie Akustikvlies oder Schaumstoff. Das Anbringen von Deckensegeln erfordert in der Regel keine größeren baulichen Veränderungen und kann eine kostengünstige Lösung zur Schalldämmung darstellen.

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2023-10-26 20:22:09
Bastelfrau (Becky)