Kartensprüche für die verschiedenen Jahreszeiten

Bei den Kartensprüchen für die verschiedenen Jahreszeiten fehlt bisher leider der Sommer  – aber das kommt bestimmt noch. Und Sprüche und Zitate sind es bisher auch nicht, sondern Gedichte – zu Frühling, Herbst und Winter. Natürlich passen auch die Gedichte wunderbar auf Karten und Collagen – man benötigt halt nur ein wenig mehr Platz…

Kartensprüche Jahreszeiten: Frühling

Frühling lässt sein blaues Band
Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen
Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bist’s!
Dich hab ich vernommen!
— Eduard Mörike

Frühlingsglaube
Die Welt wird schöner mit jedem Tag,
Man weiß nicht, was noch werden mag,
Das Blühen will nicht enden.
Es blüht das fernste, tiefste Tal:
Nun, armes Herz, vergiss der Qual!
Nun muss sich alles, alles wenden.
— Ludwig Uhland

Kartensprüche Jahreszeiten: Herbst

Herbstgedicht
Die Blätter fallen, fallen wie von weit,
als welkten in den Himmeln ferne Gärten;
sie fallen mit verneinender Gebärde.
Und in den Nächten fällt die schwere Erde
aus allen Sternen in die Einsamkeit.
Wir alle fallen. Diese Hand da fällt.
Und sieh dir andre an: es ist in allen.
Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen
unendlich sanft in seinen Händen hält.
— Rainer Maria Rilke

Kartensprüche Jahreszeiten: Winter

Nebel hat den Wald verschlungen
Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschieden,
Und die Sonne scheint nicht mehr.
Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!
Nebel hat den Wald verschlungen,
der dein stilles Glück gesehn;
ganz in Duft und Dämmerungen
will die schöne Welt vergehn.
Nur noch einmal bricht die Sonne
unaufhaltsam durch den Duft,
und ein Strahl der alten Wonne
rieselt über Tal und Kluft.
Und es leuchten Wald und Heide,
dass man sicher glauben mag:
hinter allem Winterleide
liegt ein ferner Frühlingstag.
— Storm

Winternacht
Verschneit liegt rings die ganze Welt,
ich hab’ nichts, was mich freuet,
verlassen steht der Baum im Feld,
hat längst sein Laub verstreuet.
Der Wind nur geht bei stiller Nacht
und rüttelt an dem Baume,
da rührt er seinen Wipfel sacht
und redet wie im Traume.
Er träumt von künft’ger Frühlingszeit,
von Grün und Quellenrauschen,
wo er im neuen Blütenkleid
zu Gottes Lob wird rauschen.
— Joseph von Eichendorff

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Kartensprüche Jahreszeiten
Gedichte und Zitate zu den verschiedenen Jahreszeiten
2014-04-03 16:39:51