Direkt zum Inhalt
Bastelsets selber machen

Gerade vor den Feiertagen oder auch im Hinblick auf Muttertag wird in Schulen und Kindergärten viel gebastelt und gemalt. Damit die Bastelstunde für alle Beteiligten ein Erfolg wird braucht man als Lehrkörper die richtige Vorbereitung. Perfekt dafür geeignet sind dafür Bastelsets. Tipps und Tricks zu Bastelsets im Unterricht, haben wir hier für dich gesammelt.

 

Ich kann mich noch sehr gut an meinen Technik-Unterricht erinnern. Dort haben wir immer mal wieder Stifthalter oder ähnliches aus Holz selber gebastelt. Als Grundlage hatten wir dazu immer Bastelsets, bei denen die Eltern einen Großteil des Preises übernommen haben – nur folgerichtig, dass die selbst gezimmerten Werke dann auch bei ihnen auf dem Schreibtisch landeten. Das Werkeln mit den Bastelsets ging sehr leicht von statten. Jeder Schüler hatte eine Anleitung und die benötigten Materialien. Werkzeuge wie Sägen und Co. hatten wir in ausreichender Stückzahl in unserem Technikraum – das ist natürlich Voraussetzung. Ansonsten musste der Lehrer uns nur ab und an helfen, wenn es beim Sägen, Kleben und Co. Probleme gab, bei 30 Schülern wurde ihm da bestimmt nicht langweilig. Hier findest du eine große Auswahl an Bastelsets, die sich auch super für den Unterricht eignen, aber auch für Bastelkurse zum Beispiel auf Camping-Plätzen und Familienbildungsstätten. Auch bei Ebay-Kleinanzeigen findet man das ein oder andere Set, allerdings nicht in großer Stückzahl.

 

Einfachere Projekte kann man aber auch selber zusammenstellen, nachfolgend ein paar Tipps dazu:

  • Bei den meisten gekauften Bastelsets findet man einen Hinweis auf das geeignete Alter. Natürlich sollte man auch bei seinen selbstgemachten Sets auf ein altersgerechtes Projekt achten. Teenager wird man mit Pfeifenputzer-Herzen nicht mehr vom Hocker hauen, wohingegen filigran ausgeschnittene Teile oder Arbeit mit Hitze nicht in die erste Klasse gehören.
  • Für einen reibungslosen Ablauf ist es auch wichtig, dass wirklich jedes Kind die passenden Schablonen, eine Anleitung und gegebenenfalls auch ein Beispielbild vom fertigen Produkt erhält. Unter Umständen sollte man am Anfang des Basteln erst einmal alle Schritte durchgehen, bevor man die Materialien verteilt.
  • Auch wenn bestimmte Dinge, wie Schere, Kleber oder Wasserfarbenmalkasten in jedem Tornister vorhanden sein sollte - oft sind sie es nicht. Diesen Missstand kann man auf zwei Wegen lösen: Entweder man hat Ersatzteile dabei oder man vertraut auf die Teilungsbereitschaft der anderen Kinder. Meist sollte dies keine Probleme bereiten, manchmal muss man sich aber auch auf Konflikte zwischen den Kindern gefasst machen, die es dann zu lösen gilt.
  • Gerade wenn Acrylfarbe oder spezielle Klebern verwendet werden, bietet es sich an, in Tischgruppen zu arbeiten. So können sich diese Kinder die Farbe oder den Kleber teilen. Auch das bietet allerdings Konflikt-Potential.
  • Damit die Kosten nicht explodieren, kann man die Kinder auch verschiedene Sachen selber mitbringen lassen. Am besten eignet sich hierfür ein Upcycling-Projekt. Mit Marmeladengläser, Tetrapacks und anderem „Müll“ lassen sich auch von den Kindern tolle Sachen machen.
  • Besonderen Schritte, wie die Arbeit mit Heißkleber in der Grundschule, kann man auch selbst erledigen, solange sie nicht zu anspruchsvoll sind. Länger als 5 Minuten sollte der Schritt nicht dauern, sonst bilden sich lange Schlangen und die Kinder werden unruhig. Auch die restlichen Arbeitsschritte sollten dann nicht zu viel Hilfestellung von Seiten des Lehrers benötigen. Eine Möglichkeit ist es, Kinder die mit der Bastelarbeit schon fertig oder besonders begabt sind, als Experten-Kinder zu bestimmen, so dass diese den anderen Kindern bei der Arbeit helfen.
  • Da jedes Kind seinen eigenen Geschmack hat, sollte man auch Platz für Individualität lassen. Dies kann man mit verschiedenen Formen, Farben und Mustern erreichen. Zum Beispiel kann man verschiedene Schablonen, Servietten oder Stoffe mitbringen. Man sollte sich aber darauf gefasst machen, das es zum Beispiel auf eine bestimmte Serviette einen ordentlichen Run gibt und die anderen Kinder enttäuscht sind, wenn sie keine mehr davon abbekommen.
  • Gerade wenn Kinder Dinge wie Servietten mitbringen sollen, sollte man dringend auch weitere Servietten zur Verfügung stellen. Nicht jedes Servietten-Design eignet sich für jedes Projekt.
  • Bei Bastelarbeiten, die lange trocknen müssen, sollte man sicher stellen, das es einen Ort gibt, an dem die Sachen ungestört trocknen können. Dafür eignet sich der Klassen- oder Kunstraum, zumindest wenn die Kinder nicht in den Pausen an die Basteleien gehen. Bei der Arbeit am Campingplatz oder Familienbildungsstätten gestaltet sich das ganze schwieriger, weil dort nicht unbedingt Räumlichkeiten gegeben sind, in denen die Sachen trocknen können. Dann muss man Bastelprojekte nehmen, die entweder schnell trocknen oder auf solche verzichten. Eine Möglichkeit kann es auch sein solche Sachen ganz am Anfang der Stunde zu machen, in der Hoffnung, dass es am Schluss getrocknet ist.
  • Auch für eine ausreichende Abdeckung der Tische sollte man sorgen. Manche Schulen und Familienbildungsstätten haben dafür spezielle Bastelmatten oder besondere Räume, wie den Kunstraum, bei anderen muss man selbst, zum Beispiel mit ausreichend Zeitung dafür sorgen. Das sollte man aber auch am besten noch einmal mit der entsprechenden Institution absprechen, was dort im künstlerischen Bereich erlaubt ist.
  • Die fertigen Projekte kann man den Kindern direkt mit nach Hause geben, oder auch als Dekoration für das Klassenzimmer benutzen.
  • Im Internet gibt es viele Anleitungen. Natürlich findest du auch auf unserer Webseite, zahlreiche Anleitungen zum Basteln mit Kindern. Wenn du nach diesen Anleitungen dein Bastelset zusammenstellst, solltest du aber darauf achten, die Anleitungen für die Kinder entsprechend umzuschreiben. Sie sollte so prägnant und kurz wie möglich sein, damit die Kinder sie schnell lesen und gut verstehen kann. Das hört sich vielleicht erst einmal nach viel Arbeit an, da du die Anleitungen aber auch bei der nächsten Klasse oder Kurs benutzten kannst, lohnt es sich allemal.
  • Außerdem sollte man die Sachen mindestens einmal selbst gebastelt haben, um zu überprüfen, ob die Anleitung stimmt und das gewollte Ergebnis auch tatsächlich herauskommen kann. Wer Kinder im Familien- oder Freundeskreis hat, kann die Anleitungen auch einmal mit ihnen zusammen testen. So minimiert man das Risiko auf unvorhergesehene Schwierigkeiten und kann sich besser vorbereiten.
  • Natürlich sollte das Bastel-Projekt sowohl für Jungen als auch für Mädchen geeignet sein. Besonders gut eignen sich daher saisonale und anlassbezogene Projekte, zum Beispiel zu Ostern, Muttertag, Vatertag, Weihnachten, Herbst, Winter, Frühling, Sommer, Halloween oder auch Karneval.

 

Beispiel für ein Osterset:
Bastelsets für Kinder selber machen

Auf dem Foto haben wir zwei gleich Große Holzkugeln verwendet, man kan aber die Obere etwas kleiner machen.

 

Das brauchst du:

  • Die Schablone
  • Ein kleines Stück Filz
  • Zwei große Holzkugeln (entweder gleich oder verschieden)
  • Holzleim
  • Schere
  • Filzstift
  • gegebenenfalls Acrylfarbe und Pinsel

 

So wird es gemacht:

  • Die Schablone ausschneiden und mit dem Filzstift auf das Stück Filz übertragen.
    Bastelsets für Kinder selber machen
  • Die Hasenohren ausschneiden.
  • Die größere Holzkugel dünn mit dem Holzleim bestreichen und die zweite Holzkugel aufkleben.
    Bastelsets für Kinder selber machen
  • Die Ohren unten leicht zusammendrücken und mit dem Bastelkleber in die oberste Holzkugel kleben.
    Bastelsets für Kinder selber machen
    Auf dem Foto haben wir die Enden zusammen geklebt, dass durfte aber nicht nötig sein, wenn man sie in die Holzkugel klebt.

 

 

Tipps und Tricks:

  • Stift, Pinsel und Schere sollten die Kinder selber haben, beziehungsweise mitbringen. Das Set besteht dann also aus der Schablone inklusive Anleitung, einem Stück Filz und den Holzkugeln. Man kann die Sachen vorher schon zusammen stellen und zum Beispiel in Papiertüten den Kindern geben. Oder man lässt die Kinder sich die einzelnen Sachen selber holen, dabei kann zwar viel Chaos entstehen, dafür ist es aber umweltfreundlicher.
  • Die Hasenohren gibt es in drei verschiedenen Größen, damit sie auch auf die verschiedenen Holzkugeln passen. Für die Arbeit mit den Kindern, braucht man am Ende nur noch das passende Hasenohr. Ich habe für meinen Hasen die kleinsten Ohren verwendet aber auch die mittleren passen noch gut.
  • Nach der Größe der Ohren richtet sich auch die Größe des Filzes.
  • Die Holzkugeln können vorher noch mit Acrylfarbe angemalt werden. Auch mit Filzstiften und Co. lassen sich Muster auf die Kugeln malen.
  • Die Acrylfarbe sollte man tischgruppenweise verteilen oder einen zentralen Ort dafür
  • bestimmen, an dem die Kinder sich die benötigte Farbe holen können.
  • Wenn nicht jedes Kind über Bastelkleber verfügt, sollte man jeder Tischgruppe mindestens eine Tube zur Verfügung stellen.
  • Da man sich immer mal verschneiden kann, manche Kinder eher fertig sind und einen zweiten Hasen basteln wollen oder nicht alle Farben gefallen, sollte man genügend Holzkugeln und Filzstücke dabei haben.