Kräuter haltbar machen

Mal bekommen wir die Kräuter preisgünstig im Handel oder auf dem Markt, mal haben wir plötzlich ganz viele Kräuter im Garten oder auf dem Balkon. Dann bietet es sich an, diese Kräuter haltbar zu machen – zum Beispiel in Form von Pulver, Salz, Essig oder Öl. Bei den folgenden Rezepten handelt es sich teilweise um Rezepte aus Büchern, die aus der Zeit der vorletzten Jahrhundertwende stammen. Damals war es nötig, die Kräuter zu konservieren, damit man sie auch im Winter genießen konnte. Heute ist das nicht mehr nötig, aber was damals geklappt hat, funktioniert auch heute gut, schmeckt super lecker und spart außerdem noch Geld.


Die Kräuterernte

Wichtig für die Kräuterernte ist natürlich der richtige Zeitpunkt. Bei den meisten Kräutern ist dies vor dem Blühen der Kräuter, weil die Pflanzen dann am aromatischsten sind. Zu diesen Kräutern gehören zum Beispiel Minze, Schnittlauch, Dill und Oregano.

Manchmal kann man aber die Blüten auch einfach mitessen. Das gilt zum Beispiel für Basilikum und Thymian, aber auch für Minzblüten. Giftig sind die Blüten auf jeden Fall nicht.

Kräuter werden am besten dann geerntet, wenn sie trocken sind – also wenn es vorher ein bis zwei Tage nicht geregnet hat. Sie werden dann kurz über dem Boden abgeschnitten, während man darauf achtet, dass die Triebe nicht zu stark verletzt werden.

Dann die frisch geschnittenen Kräuter ausschütteln, damit Schmutz und Insekten entfernt werden.

Kräuter trocknen

Die Kräuter kann man ganz unterschiedlich trocknen. Für alle Trocknungsarten gilt aber: Nach Möglichkeit sollte man auf das Waschen der Kräuter verzichten, da das Wasser dafür sorgen würde, dass der Trocknungsprozess länger dauert.

Nicht alle Kräuter eignen sich für das Trocknen, weil sie mit der Feuchtigkeit auch das Aroma verlieren. Gut für das Trocknen geeignet sind Bohnenkraut, Fenchel, Estragon, Lavendel, Kamille, Salbei, Rosmarin, Thymian, Oregano, Majoran, Minze, Kümmel und Ysop. Nicht gut geeignet sind hingegen Petersilie, Basilikum, Estragon, Kerbel, Schnittlauch, Kresse, Dill, Weinraute, Liebstöckel und Sauerampfer.

Kräuter hängend trocknen

Wir alle haben zum Thema Kräuter trocknen natürlich das Bild von Kräutern, die bündelweise von der Decke hängen, im Kopf. Dafür werden die Kräuter in kleinere Bündel geteilt und anschließend mit etwas Garn oder Wolle zusammengebunden. Wer beides nicht zur Hand hat, kann auch einfache Gummiringe dafür verwenden.

Dann werden die Bündel kopfüber aufgehängt. Werden Samenstände getrocknet, sollte man eine Tüte darunter platzieren, in die die Samen hinein fallen können. Der Raum, in dem sie aufgehängt werden, sollte trocken und staubfrei, sowie gut gelüftet sein. Bei einer Raumtemperatur von 20 bis 30 °C sollte der Trocknungsvorgang nach 1 bis 2 Tagen abgeschlossen sein.

Alternativ dazu gibt es Trocknungsnetze, in denen man die Kräuter auch liegend trocknen kann.
Wer die Kräuter draußen trocknen möchte, sollte darauf achten, dass sie nicht in der Sonne sondern im Schatten hängen.

Kräuter im Backofen trocknen

Die Luft im Backofen sollte für den Trockenvorgang ca. 30 °C betragen und diese Temperatur auch nicht überschreiten. Das absolute Maximum sind 50 °C. Diese Temperatur ist aber schon kritisch, denn die Kräuter vierlieren ihre Aromen, wenn die Luft zu warm wird. Die Trocknungsdauer beträgt 1-2 Stunden.

Kräuter im Dörrautomat trocken

Hier gelten die gleichen Voraussetzungen wie beim Backofen. Nach Möglichkeit sollte man beim Dörrautomaten die Temperatur einstellen können. Wie lange die Kräuter im Dörrautomaten bleiben müssen, erfährt man aus der Bedienungsanleitung des jeweiligen Gerätes.

Kräuter in der Mikrowelle trocknen

Für das Trocknen in der Mikrowelle sind die meisten Kräuter nicht geeignet. Ausnahmen bilden Kräuter wie Thymian, Oregano oder Majoran.

Die Kräuter werden gewaschen und abgetrocknet. Dann legt man ein Küchenpapier auf den Drehteller und darauf die Kräuter. Die Mikrowelle auf die niedrigeste Watteinstellung setzen. Im Abstand von 30 Sekunden kontrollieren, ob die Kräuter schon trocken sind. Insgesamt dürfte das 2-3 Minuten dauern.

Die Kräuter werden dann in Gläser (am besten aus Braunglas) abgefüllt und so wie die gekauften Kräuter weiter verwendet. Oder man bereitet Kräuterpulver daraus.


Kräuterpulver

Um sich Kräuterpulver selbst herzustellen, benötigt man verschiedene getrocknete Kräuter. Soweit sich die Blätter noch an den Stielen befinden, werden sie abgepflückt. Dann werden die Blättchen zwischen den Fingern zerrieben und in ein luftdicht schließendes Glas gefüllt.

Gewürzmischungen

Wer mag, kann sich aber auch Gewürzmischungen zubereiten.

Einfache Gewürzmischung

Sehr lecker ist zum Beispiel eine Gewürzmischung bestehend aus einer großen Hand voll Basilikum, halb so viel Zitronenkraut, noch etwas weniger Thymian und eine Hand voll Petersilie. Wer mag, kann auch noch weißen Pfeffer, Muskatblüte und Nelke dazu mischen.
Dieses Pulver gibt den Speisen einen sehr feinen Geschmack.

Kräuterpulver für Fleischgerichte

Man vermischt je 8 g getrocknetes Basilikum, Thymian und Majoran und gibt je 8 g Lorbeerblätter und Gewürznelken sowie je 15 g weißen Pfeffer und Muskatnuss dazu. Die Kräuter werden fein zerstoßen und durch ein Sieb gegeben. Dann wird das Pulver in einem luftdichten Glas aufgehoben.  Wenn man zum Beispiel beim Spicken den Speck zuvor in diesem Pulver wendet, bekommt der Braten einen ganz besonders guten Geschmack.


Aalkräuter

Die weitbekannte Hamburger Aalsuppe kann nur mit natürlichen Kräutern würzig und wohlschmeckend angerichtet werden. Um das zu erreichen muss sich die Würze von zwölf verschiedenen Küchenkräuterarten verbinden und zwar von: Basilikum, Estragon, Isop, Kerbel, Kölle oder Pfefferkraut, Majoran, Melisse, Pimpinelle, Porree, Portulak, Salbei und Weinraute.


Kräuter einfrieren

Eine weitere Möglichkeit, Kräuter haltbar zu machen, ist sie einzufrieren. Auch hier gilt, dass nicht alle Kräuter dafür geeignet sind. Gut geeignet für den Tiefkühlschrank sind zum Beispiel Petersilie, Estragon, Kerbel, Schnittlauch, Dill, Rosmarin, Oregano, Thymian und Salbei.
Die Kräuter werden gewaschen, abgetrocknet und gehackt. Dann werden die Kräuter entweder getrennt voneinander oder als Gewürzmischung fertig gemischt in Gefrierdosen oder Gefrierbeuteln eingefroren.

Alternativ dazu kann man die ganzen Kräuter auf eine Platte geben und im Schnellgefrierfach vorfrosten. Dann in Tüten umfüllen und einfrieren. Das lohnt sich aber nur bei Kräutern, die später auch im ganzen verwendet werden.

Die gefrorenen Kräuter sind bis zu einem Jahr haltbar.

Kräuter in Essig oder Öl einlegen

Manche Kräuter lassen sich weder gut einfrieren, noch trocknen. Hier lohnt es sich dann, direkt einen Kräuteressig oder ein Kräuteröl herzustellen. in den folgenden Rezepte werden daher frische Kräuter verwendet.


Kräuter konservieren in Essig

Kräuter in Essig konservieren bedeutet eigentlich, einen Kräuteressig herzustellen, denn die Kräuter kann man später nicht mehr essen.

Grundrezept Kräuter haltbar machen in Essig

Die Kräuter abwaschen und in ein großes Einmachglas oder ähnliches geben. Mit Essig übergießen. Nach 14 Tagen die Pflanzenteile entfernen. Man hat nun einen leckeren Kräuteressig.

Kräuteressig Rezept I

In ein großes Glas werden verschiedene Kräuter wie Estragon, Basilikum, Pfefferkraut, Majoran, Thymian in kleinen Mengen, mehrere spanische Pfefferschoten, sowie Dill, Kresse, Kerbel, eine Zwiebel oder Knoblauch geschichtet. Den Essig darüber gießen, das Gefäß in die Sonne stellen und 10-14 Tage ziehen lassen. Dann wird der Essig abgeseiht und in Flaschen gefüllt, die gut verkorkt werden. Das Durchseihen geschieht mittels eines Haarsiebes, worauf ein Stück feines grünes Filtrierpapier gelegt ist.

Kräuteressig Rezept II

Man nimmt jeweils einen Esslöffel Lavendel, Rosmarinblüte, Basilikum und Estragon sowie ein wenig Melisse und Thymian, wäscht die Kräuter und zupft die Blätter von den Stielen. Dann schneidet die Kräuter grob, feuchtet sie mit Zitronensaft an und gibt sie zusammen mit einem Stückchen ganzem Zimt, einem halben Eßlöffel zerdrücktem weißem Pfeffer, drei Prisen Muskatblüte und 8 ganzen Nelken in eine Kondensationsflasche. Dann gießt man guten Weinessig darüber und stellt die Flasche zum Destillieren in die Sonne. Mehr Infos zur Destillierflasche gibt es bei Wikipedia. Wenn der Essig lange genug gezogen hat und die Kräuter keinen Geschmack mehr haben, gießt man den Essig durch ein Haarsieb, füllt ihn in Flaschen, verschließt ihn mit einem Korken und hebt ihn in trockenem Sande im Keller auf. Dieser Essig kann zu allem Sauren wie Ragouts, kalten Pasteten, wildem Geflügel, rotem und schwarzem Wildbret verwendet werden.

Blumenessig

Man kann auf diese Art und Weise nicht nur Kräuter haltbar machen, sondern auch Blumenessig zubereiten. Für einen Rosenessig werden zum Beispiel Blütenblätter von duftenden Rosen mit Weißweinessig übergossen. Der fertige Rosenessig wird als Hautpflegemittel verwendet.
Das gleiche gilt für Lavendel-Essig oder Essig mit Kapuzinerkresse.

Kräuter haltbar machen in Öl

Die Kräuter waschen, abtrocknen und fein hacken. Anschließend in Marmeladengläse oder ähnliches geben und mit Olivenöl übergießen. Die Kräuter müssen vom Öl bedeckt sein. Sie werden im Kühlschrank aufgehoben und bleiben dort bis zu 6 Monaten haltbar.

Wer mag, kann sich aber auch ein leckeres Kräuteröl selbst herstellen. Besonders eignet sich hierfür ein Crockpot oder Slowcooker.

Rezept für Rosmarin- oder Basilikumöl

Wenn man Olivenöl mit Rosarin oder Basilikum aromatisieren möchte, muss das Öl mit den Kräutern erwärmt werden. Auf dem Herd ist dies relativ schwierig zu bewerkstelligen, da man die Temperatur schlecht über einen längeren Zeitraum einhalten. Im Crockpot ist dies jedoch ganz einfach. Das fertige Öl wird hellgrün und die Küche duftet, als wäre man in der Provence.

Zutaten

1 Tasse Olivenöl oder anderes Pflanzenöl
1/4 Tasse gehackte Rosmarinnadeln
oder
1/2 bis 1/2 Tasse grob gehackte Basilikumblätter

Zubereitung

Das Öl mit dem Rosmarin bzw. dem Basilikum in den Slow Cooker oder Crockpot geben. Auf Stufe “high” 1 1/2 bis 2 Stunden offen erwärmen, dann den Slow Cooker ausstellen und das Öl ca. 20 Minuten abkühlen lassen. Ein Sieb mit einem Papiertuch oder Papierfilter ausschlagen und das Öl abgießen. Wenn das Öl komplett abgekühlt ist, in eine saubere Flasche füllen und gut verschließen. Im Kühlschrank hält sich das Öl bis zu 1 Monat, danach verliert es das Aroma. Sollte das Öl im Kühlschrank ausflocken – keine Panik. Bei Zimmertemperatur wird das Öl wieder klar.

Tipps und Tricks

Weitere Informationen über Kräuter und ihre Wirkungen findest du in der Rubrik “Kräuter und Gewürze“.

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Kräuter haltbar machen

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2021-06-06 19:40:00
Bastelfrau (Barbara)