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Huhn im Crockpot garen

Gespeichert von Bastelfrau am 1 November 2017

Vor einiger Zeit kam über eine amerikanische Mailingliste der Tipp, ein ganzes Huhn ohne weitere Flüssigkeit in den Crockpot zu geben. Und da letztens Hühnerfrikassee auf dem Speisezettel stand, war das DIE Gelegenheit, das Ganze auszuprobieren. Heraus kam dabei das leckerste, zarteste Hühnerfrikassee, das ich je gemacht habe… und das, obwohl einiges fehlte, anderes schlichtweg vergessen wurde und, und, und...

 

Das erste Problem, das auftrat, war, dass ich kein frisches Huhn bekam. Ich musste also ein billiges Huhn aus der Tiefkühltruhe nehmen und hatte natürlich keine Zeit, es großartig aufzutauen. Es gab also einiges Gerangel zwischen dem Huhn und mir, bis ich die Plastiktüte mit den Innereien entfernen konnte. Dann kam das gefrorene Huhn endlich in den Crockpot, Deckel zu, Crockpot auf "Low" gestellt - und das war es erst einmal. 

 

Einige Stunden später fiel mir auf, dass ich komplett vergessen hatte, das Huhn zu würzen. Egal, dachte ich, kannst du später erledigen, wenn du das Frikassee machst.

 

Nach gut 6 Stunden war das Huhn fertig. Das Fleisch war so zart, dass es im wahrsten Sinne des Wortes von den Knochen fiel. Ich musste also nicht einmal das Fleisch von den Knochen lösen, sondern musste nur die Knochen aus dem Fleisch heraus sammeln. Spätestens in diesem Stadium fängt bei mir die Nascherei an - bei diesem Huhn mit einem absoluten Aha-Effekt: Obwohl ich das Huhn ungewürzt in den Crockpot gegeben habe, schmeckte es ausgesprochen lecker - fast so, als hätte ich nicht vergessen, zu würzen.

 

Als nächstes bereitete ich eine Mehlschwitze aus Butter, Mehl und dem Fleischsaft zu. Da ich nur sehr wenig Fleischsaft hatte, gab ich das Gemüsewasser von Champignons und Spargel dazu. 
Dann kam das kleingeschnittene Hühnerfleisch, die in Scheiben geschnittenen Champignons und der in kleinere Stücke geschnittene Spargel dazu. Damit war dann erst einmal das Essen für meinen kleinen Enkel fertig.
Für uns gab es zum Schluss noch ein Spritzer Zitronensaft dazu. Habt ihr es gemerkt? Ich musste nicht mehr nachwürzen! Das leicht gesalzene Gemüsewasser hat vollkommen ausgereicht! Na gut…zum Schluss haben wir dann doch noch ein winziges Bisschen Salz und etwas Pfeffer dazugegeben. Aber das war wirklich alles.

 

Hätte mir vorher jemand gesagt, dass das funktionieren würde - ich hätte es nicht geglaubt!

Jetzt möchte ich ausprobieren, ob das mit einem (möglichst alten) Suppenhuhn auch funktioniert. Wenn ja, kämen bei uns nur noch Hühner auf den Tisch, die ein halbwegs glückliches und langes Hühnerleben hinter sich haben - nach Möglichkeit auf einem Biohof mit viel Auslauf...

 

Nachtrag:
Ich habe es nicht geschafft, irgendwo ein altes Huhn zu bekommen. Das finde ich extrem schade, denn ich bin immer noch davon überzeugt, dass man im Crockpot bzw. Slowcooker auch ein altes Huhn weich bekommt. :-(