Maibowle – 3 Rezepte

Maibowle kennen wohl die meisten von uns. Im Zweifelsfall einfach fertig aus dem Supermarkt. Aber man kann sie auch ganz einfach selber machen.

 

Maibowle – 3 Rezepte

Ich kenne das Kraut schlicht und einfach unter dem Namen Waldmeister. Aber er hat auch andere Namen, wie zum Beispiel “Herzensfreud” oder “Herzfreude”, Maiblume, Sternleberkraut, Waldmutterkraut, Gliedkraut, Tabakskraut oder wohlriechendes Labkraut. Früher diente der Waldmeister vor allen Dingen als Speisewürze und wurde zum Beispiel bei der Zubereitung von Hirschbraten verwendet. Seit rund 450 Jahren wird er auch als Weingewürz verwendet – und zwar für die Maibowle. 
Die Maibowle haben wir dem Botaniker und Leibarzt Kaiser Maximilians II., Remberzund Dodonaeus, zu verdanken. Er gab mit dem Waldmeister einem leichten Wein eine duftige Note,  um „das Herz froh und die Leber gesund“ zu machen. Auch in dem „New vollkommenlich Kräuterbuch des Jacobi Theodori Tabernaemontani, Churfürstl. Pfalz Medici“ von 1664 heißt es „Im Mayen, wann das Kräutleyn noch frisch ist und blühet, pflegten es viele Leut in den Wein zu legen und darüber zu trinken; soll auch das Herz stärken und erfreuen.“ 

Maibowle oder auch Maiwein genannt, passt gut zur Krebsen und Aufschnitt, zu geräuchertem Lachs und Spargel, zu Leipziger Allerlei und Pökelzunge.

 

Einfache Maibowle

Aus dem Waldmeister mehrere Bündel binden und mit den Köpfen nach unten in ein Bowlegefäß mit drei Flaschen leichten Moselwein hängen. Nach 10 Minuten den Waldmeister entfernen, die Bowle mit flüssigem Zucker süßen und eine Flasche schweren Rheinwein dazugeben.
Tipp: Der Waldmeister soll noch nicht blühen und am Vortage gepflückt worden sein. Die Stielenden sollen nicht mit in den Wein getaucht werden.

 

Maibowle mit Erdbeeren

Eine Flasche Rotwein mit zwei Flaschen Weißwein, etwas Zucker und einer kleinen Hand voll nicht ganz aufgeblühten Waldmeisters eine Viertelstunde im Kühlschrank ziehen lassen. Den Wein abseien. In eine Bowlenschale 250 g Erdbeeren geben und den abgeseihten Wein darüber geben. Den Saft einer Orange und ein Flasche Sekt dazu geben.

 

Maibowle – ein Rezept als Gedicht von Johannes Trojan

Eine gute Maikrautbowle
Willst du machen? Nun, so hole
Einen leichten Moselwein
Aber gut sei er und rein.
(Ob er gut und rein zu nennen,
Musst du freilich schmecken können.)
Schlechter Wein gibt schlechten Trank,
Der nicht froh macht, sondern krank.
Denn vor allem merke du:
Gar kein Wasser misch’ hinzu,
Weder Selters noch gemeines,
Denn es ist ein Feind des Weines.
Maikraut wirf hinein recht viel,
Aber nicht mit Stumpf und Stiel,
Sondern putz’ vorher es sauber,
Dann erst richtig wirkt sein Zauber.
Tu’ auch keinen Gundermann
Und kein Ahlbeerblatt daran!
Es gehört da nicht hinein;
Höchstens schnitzel in den Wein
Ein paar Apfelsinenscheiben,
Oder lasse es lieber bleiben.
Nur vor einem ist mir bange:
Dass das Maikraut allzulange
Bleib’ im Wein und ihn verderbe,
Weil er strenge wird und herbe.
Fleißig kosten immerzu
Musst du ohne Rast und Ruh’,
Bis genug gewürzt zu nennen
(Freilich musst du’s schmecken können)
Ist der Trank, den du gebraut.
Schnell hinaus dann mit dem Kraut!
Zucker nimm, so viel notwendig,
Und, ich bitt’ dich, sei verständig,
Mach’ die Bowle nicht zu süß!
Sehr von Wichtigkeit ist dies.
Eine Bowle, dergestalt
Angesetzt, gibt ja recht kalt!
Hast, wie ich dich angeleitet,
Du die Bowle zubereitet
Und dich vorgesehen klug,
Dass vorhanden ist genug,
Werden all, die davon tranken,
Andern Tages dir noch danken
Für den wundervollen Trank.
Sage, gibt es schönern Dank?

Bild: Regina Mohr / pixelio.de

 

2019-01-29 00:00:00
Bastelfrau (Barbara)