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Gespeichert von Bastelfrau am 12 Februar 2014
Schmelzpulver Efcolor der Firma Efco

Schmelzpulver ist von verschiedenen Firmen erhältlich - und natürlich auch unter verschiedenen Namen. Am bekanntesten dürften die Schmelzpulver der Firmen Efco (Efcolor) und Lothar Karmoll (Karomail) sein. Beide Produkte sind von der Verarbeitung identisch. Oberflächen, die mit Schmelzpulver beschichtet sind, sehen aus, als wären sie emailliert.

Schmelzpulver (in einigen Shops habe ich es übrigens auch unter den Begriffen "Puderepoxy" oder "Puderepoxyd" gefunden) hat für den Hobbybastler einige Vorteile gegenüber dem Arbeiten mit echter Emaille. Der größte Vorteil dürfte sein, dass man keinen Brennofen benötigt, denn das Schmelzpulver kann im Backofen, über dem Toaster, auf der heißen Herdplatte oder mit einer Heißluftpistole geschmolzen werden.

Ein Nachteil ist allerdings, dass Schmelzpulver nicht so widerstandsfähig wie Emaille ist. So sollte man zum Beispiel keine Behälter, die mit Lebensmitteln oder Gegenstände, die mit starker Hitze in Berührung kommen, damit beschichten. Schüsseln und Topfuntersetzer sind also "tabu" - Glasuntersetzer (zum Beispiel ein Glänzender Untersetzer mit Schmelzpulver - aber durchaus möglich. Grund dafür ist, dass das Schmelzpulver natürlich nicht hitzefest ist (sondern schon ab 150 °C  schmilzt) und außerdem nicht säurefest und lebensmittelecht ist.

Karomail der Fa. Lothar Karmoll

 

Auch für das Basteln von Dekorationen für draußen eignet sich das Schmelzpulver nicht, da es weder hitze- noch frostbeständig ist. Mit Schmelzpulver gebastelte Blumenstecker oder Türschilder eignen sich also nur für den Innenbereich.

Schmelzpulver lässt sich auch nicht zusammen mit echter Emaille verarbeiten, da es die Schmelztemperatur von immerhin 750 °C nicht aushalten würde. Es würde verbrennen.

Für Schmelzpulver gibt es eine Menge Zubehör wie zum Beispiel Anhänger, aber auch Kupferrohlinge, wie sie für das "echte" Emaillieren können mit Schmelzpulver bearbeitet werden.

 

Zum Dekorieren mit Schmelzpulver eignen sich alle Materialien, die die Schmelztemperatur des Pulvers vertragen. Dazu gehört zum Beispiel Glas, Metall, Holz, Pappe und Papier. Allerdings sollte man grundsätzlich vorsichtig sein, damit der zu verzierende Gegenstand nicht plötzlich in Flammen aufgeht oder die Hitze so gut weiterleitet, dass man sich die Finger verbrennt!

Auch spezielle Werkzeuge sind erhältlich. (Nicht wundern, dass die Werkzeuge auf dem Bild etwas bunt aussehen - das kommt daher, weil ich die Sachen auch benutze).

 

Gut einsetzen lässt sich das Schmelzpulver aber beim Karten basteln: entweder statt Embossingpulver oder wie bei der Karte Schnelle Karte mit Schmelzpulver verwendet, zum Herstellen von Embellishments, beim Upcycling-Basteln wie bei der Keksdose mit Rosen und natürlich beim Schmuck basteln!

Aber auch die Sicherheit sollte nicht zu kurz kommen:
Darauf achten, dass das Schmelzpulver nicht in die Atemwege gelangt.
Nach dem Basteln die Hände gründlich waschen - während des Bastelns nicht essen, trinken oder rauchen.
Kinder unter 12 Jahren sollte man nicht unbeaufsichtigt mit Schmelzpulver basteln lassen.

Schon zu DM-Zeiten ist ein Buch erschienen (das es übrigens immer noch zu kaufen gibt), in dem es einige Vorschläge und Grundanleitungen für das Basteln mit Schmelzpulver gibt. Dazu gehören u.a. Bastelanleitungen für die Streutechnik, Schabloniertechnik und das Marmorieren sowie Kurzanleitungen für das Verzieren von Gläsern, Bilderrahmen, Terrakottafiguren, Gießlingen, Pappmachéfiguren und Karten.

In der letzten Zeit lese ich auf diversen Internetseiten immer wieder, dass es sich beim Schmelzpulver um ein neues Produkt handel. Das stimmt so allerdings nicht, denn wie ich oben schon erwähnt habe, stammt das Buch aus "DM-Zeiten". Für diejenigen, die immer auf der Suche nach "Neuheiten" sind, ist dies natürlich frustrierend, für alle anderen bedeutet es aber: Es handelt sich um ein ausgereiftes Produkt, mit dem schon viel Erfahrungen vorliegen.

 

Hersteller:

Efco/Hobbygross Erler
Karmoll