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Bücher binden und gestalten – Vom Notizbuch zum Leporello

Gespeichert von Bastelfrau am 25 Januar 2010
Bücher binden und gestalten – Vom Notizbuch zum Leporello

Im Buch geht es ums Bücher binden – das sagt der Titel ja schon. Was er nicht sagt, ist, dass man mit dem Buch alles an Wissen an die Hand bekommt, um loszulegen und sein erstes Notizbuch zu gestalten  - mit allem drum und dran, das heißt vom Buchblock selber machen bis zum Einband basteln. Aber auch die optische Gestaltung des Buchdeckels und der mögliche Inhalt des selbst gemachten Buches kommen nicht zu kurz.

 

Bücher binden und gestalten – Vom Notizbuch zum Leporello 
Autorin: Marlies Zibell
64 Seiten
Christophorus-Verlag; Auflage: 4., Aufl. (Februar 2008)
ISBN 978-3419537145

 

Im Buch finden sich nicht nur Anleitungen fürs Bücher binden, sondern es wird auch das benötigte Bastelmaterial und Werkzeuge, die man besitzen sollte, vorgestellt. Beides wird nicht, wie so oft in Bastelbüchern, nebenbei erwähnt, sondern ausführlich erklärt – das Werkzeug in einem eigenen Kapitel, das Material im Anhang. Innerhalb des „Werkzeugkapitels“ wird zusätzlich noch  auf den Arbeitsplatz eingegangen und – um es vorweg zu nehmen: Beim vorgestellten Werkzeug handelt es sich um die „Minimal-Ausstattung“, die kein all zu tiefes Loch in den Geldbeutel reißt.

 

Bei den Bastelanleitungen wird ausführlich erklärt und mit vielen Bildern gezeigt, wie es geht. Und soooo schwer sieht das Ganze dann auch gar nicht aus. Dinge, die ich mir bisher nur relativ schlecht vorstellen konnte, kann man hier genau sehen: zum Beispiel wie das Papier für den Buchblock in die Presse eingespannt werden muss. Aber es wird nicht nur die Klebebindung gezeigt, auch die Fadenheftung wird ausführlich erklärt. Und auch hier natürlich wieder mit vielen Bildern und Zeichnungen.

 

Weiter geht es mit der Herstellung des Buchdeckels. Wie im gesamten Buch gibt es viele Bilder, die genau zeigen, wie es geht. Dies betrifft sowohl die Unterkonstruktion des Einbandes als auch das Einkleben des Buchblockes. Sogar für die Herstellung des Schmuckpapiers werden kurze Anleitungen gegeben.

 

Außerdem werden kreative Anwendungen vorgestellt, zum Beispiel ein „Regenbogenbuntes Skizzenbuch“ und ein Tagebuch mit einem besonders ausgefallenen Schloss. Zum Schluss wird sogar noch darauf eingegangen, wie man ein selbstgebasteltes Buch füllen kann.

 

Über das gesamte Buch verteilt findet man immer wieder kurze Anleitungen für die Gestaltung des Schmuckpapiers. Dazu gehören beispielsweise Techniken wie die Frottage-Technik, die Nass-in-nass-Technik, die Schablonen-Technik, die Gestaltung mit Airbrush-Folie und die Verwendung von Naturpapieren.

 

Einen weiteren großen Teil des Buches nehmen die offenen Buchformen ein. Darunter versteht man Bücher, die nicht mit dem Buchrücken verleimt sind. Dazu gehören zum Beispiel Fotoalben, die mit Buchschrauben, und japanische Blockbücher, die in Fadentechnik zusammen gehalten werden. Und auch die bekannten Leporellos fallen unter den Begriff „offene Buchform“.

 

Negativ aufgefallen ist mir an diesem Buch nur, dass bei den Kreativtechniken hin- und hergesprungen wird, das heißt, sie sind über das gesamte Buch verteilt. Andererseits aber, lockert genau dies den Text sehr auf, so dass das Buch dadurch sehr „lesefreundlich“ ist.

 

Besonders gut gefällt mir, dass man nicht mit Beispielen überhäuft wird, sondern dass der Platz genutzt wird, um zu erklären und zu zeigen, wie man als Laie ein Buch binden kann, dass richtig etwas hermacht. Abgerundet wird es mit Hinweisen auf weiterführende Literatur (die übrigens nicht von der Autorin stammt) und der Webadresse der Autorin, über die man Material zum Buch binden beziehen kann. Da mir das Buch sehr gut gefällt und ich den Eindruck habe, dass die Autorin wirklich kompetent und außerdem mit Herz und Seele bei der Sache ist, empfinde ich beide Hinweise aus ausgesprochen nützlich.

 

Das Buch ist besonders für Anfänger geeignet, die sich einfach einmal an das Thema Bücher binden heranwagen möchten.