Direkt zum Inhalt
Gespeichert von Becky am 31 Mai 2020
Ran an die Nähmaschine!: Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung

Schnitte selber entwerfen, ungeliebte Kleidung umändern und aufwerten, richtig Maßnehmen und Kleidung von Grund auf nachnähen – auf den ersten Blick etwas viel für ein Nähbuch für Anfänger mit nur 144 Seiten. Ob das Buch halten kann was es verspricht?

 

 

Ran an die Nähmaschine!: Schritt für Schritt und ganz entspannt zur eigenen Kleidung

Taschenbuch: 144 Seiten
Verlag: Landwirtschaftsvlg Münster; Auflage: 2018 (15. Februar 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3784355412
ISBN-13: 978-3784355412
Größe und/oder Gewicht: 20,5 x 1,5 x 26,1 cm

 

Die Autorin

Die Autorin des Buches Jennifer Taylor hat bei einem englischen Nähcontest mitgemacht und hat die #sewingrevolution gestartet. Seit dem gibt sie Workshops, in dem sie den Teilnehmer/innen beibringt, wie man sich ohne viele Vorkenntnisse unkompliziert Kleidung selber nähen kann. Dabei hat sie sich selbst vor noch nicht allzu langer Zeit das Nähen auf die gleiche Art und Weise beigebracht.

 

Inhalt des Buches

Das Buch Startet mit einer persönlichen Einleitung und dem Werdegang der Autorin. Die ersten hilfreichen Informationen bekommt man in den Kapiteln Nähkästchen und Stoffkunde. Hier werden die notwendigsten Hilfsmittel gezeigt und erklärt und Tipps und Tricks gegeben, wie man günstig an Stoff kommt.
Es folgen die ersten Projekte, bestehend aus einem Nadelkissen, einem Tuch-Top, einem Strickhandschuh und einem Loop sowie einer Festivaltasche. Wenn man mit diesen ersten Lernprojekten durch ist, folgt ein Kapitel über das Umarbeiten und Aufwerten von alter Kleidung. Neben allgemeinen Informationen zu der Verwendung von Spitze, Strick, Blockdruck und Batik, gibt es eine Anleitung für ein Fransen T-Shirt und ein Hemd-Upcycling. Den größten Teil des Buches nimmt das Kapitel „Kleidung ganz selbstgenäht“ ein. Es startet mit einer Anleitung, wie man sich selbst richtig vermessen kann. Dann folgen Anleitungen zu einem verschiedenen Kleidungsstücken. Am Ende findet sich noch ein Index in dem verschiedene Nähtechniken und Nähbegriffe verzeichnet sind.

 

Umsetzung

Auf den ersten Blick habe ich nicht viel von dem Buch erwartet. Von den Grundlagen war ich dann aber direkt positiv überrascht. Sie sind nur knapp über zehn Seiten lang und bieten vor allem Tipps, wie man das neue Näh-Hobby startet, ohne gleich eine Menge dafür auszugeben. Die Hilfsmittel werden erklärt und bei vielen Sachen eine kostengünstige Alternative angeboten. Auch bei der Stoffkunde werden Tipps und Tricks fürs günstige Stoffshoppen gegeben. Und das war es auch schon an Grundlagen. Alles andere wie Maßnehmen und Nähmaschinen-Techniken werden im Laufe des Buches erklärt. Dies erspart einem zwar das lästige Hin- und Herblättern zwischen den Seiten beim Nähen, sorgt aber auch dafür, dass man nicht wirklich etwas zum Nachschlagen hat.
Die Anleitungen bestehen alle aus mehreren Schritt-für-Schrittbildern und werden meist gut und verständlich erklärt. Durch die vielen Muster ist aber manchmal schwierig zu erkennen, was auf den Bildern genau passiert. Dass in den Schritt-für-Schritt-Bildern meist andere Stoffe verwendet werden wie in den Hauptbildern, macht es ebenfalls nicht leichter nachzuvollziehen. Besonders das Anfertigen der Schnittmuster fand ich schwer zu verstehen. Grafiken wären hier vermutlich hilfreicher gewesen. Sehr gut nachzuvollziehen fand ich dagegen die Hinweise zum richtigen Ausmessen. Hier gibt es viele hilfreiche Bilder und Tipps.
In jeder Anleitung ist vermerkt, was man braucht, welche Maße man braucht (im letzten Kapitel) und was man lernt. Bei den ersten Anleitungen fand ich die Angabe, was man lernt noch sehr nützlich, dann habe ich aber gemerkt, dass im Detail dort gar nicht steht, was man lernt. Ich hatte gehofft, dass im Laufe des Buches auch die verschiedenen Nähtechniken dort auftauchen würden (zum Beispiel Reißverschluss einnähen). Aber die Angaben sind sehr allgemein gehalten mit Maschinennäh-Techniken. Von daher hätte man sich das auch sparen können.
Außerdem wird hier und da ein nützlicher Tipp eingestreut. Ab und an sind die als „Guter Tipp“ betitelten Ratschläge aber auch kein Tipps, sondern eher als Auflockerung zu sehen, wie zum Beispiel der Tipp, in dem man aufgefordert wird, jetzt erstmal eine Tasse Tee zu trinken, bevor man einen Reißverschluss einnäht. Diese Art von Tipps kann auch damit zusammenhängen, dass das ganze Buch auch die Näherin und Autorin Jennifer Taylor in den Fokus stellt. Sie ist ebenfalls das Model für die Bilder der Kleidungsstücke und leitet jedes Projekt mit einer persönlichen Einleitung ein.
Das Buch ist reich bebildert und farblich stimmig. Die genähten Accessoires und Kleidungsstücke treffen aber nicht ganz meinen Geschmack. Man sieht schon, dass vor allem alte Tischdecken, Tücher usw. vernäht wurden.

 

Ganz unkompliziert nähen lernen?

Mit Hilfe dieses Buches kann man sich bestimmt das ein oder andere Kleidungsstück selber nähen, ohne dass man vorher viele Grundkenntnisse braucht, denn die nötigsten Grundkenntnisse und erste Schritte werden vermittelt.
Wer aber richtig nähen lernen möchte, für den ist dieses Buch eher nicht geeignet. Auch das Herstellen von Schnittmustern lernt man mit diesem Buch nur bedingt. So kann man in diesem Buch zwar die Kleidungsstücke nachnähen, erhält aber nicht die Grundfertigkeiten, um sich selbst kreativ beim Schnitt auszutoben und am Ende auch ein schönes Kleidungsstück zu erhalten.
Dennoch bekommt man in dem Buch hilfreiche Tipps, wie man bei seinen ersten Nähschritten viel Geld sparen kann und die gängigsten Nähfehler vermeidet.