Kinderohrringe

Vor rund 18 Jahren habe ich sämtliche Schulferien auf einem Campingplatz verbracht. Allerdings habe ich dort keinen Urlaub gemacht, sondern mit den Gästen – sowohl mit Erwachsenen als auch mit Kindern – gebastelt. Ein Renner bei den Kindern war das “Basteln von Kinderschmuck”. Vor einigen Tagen habe ich nun einen Karton gefunden, in dem sich noch Überreste von meinen Campingplatzzeiten befanden. Unter anderem waren auch drei Paar Kinderohrringe dabei…

 

Bild oben: Bei den verwendeten Perlen und Schmuckteilen handelt es sich um bunte Metallteile, die damals speziell für Kinderschmuck angeboten wurden. Herstellerfirma war die Firma SchmuckArt Peter Hegewisch.

 

Die Perlen und Zubehörteilchen wurden in kleinen Tüten verpackt geliefert. Damit das Basteln mit den Kindern nicht zu stressig wurde, habe ich die Tütchen in mehrere flache Behälter geleert und – je nach Alter der Kinder – auch Zangen und anderes Schmuckwerkzeug dazugelegt. Waren viele kleine Kinder dabei, wurde ihnen meist von den größeren Kindern oder Müttern, die beim Basteln dabei waren, geholfen.

 

Bevor wir mit dem Basteln anfingen, habe ich erst die Preise der Einzelteile und daraus dann einen Durchschnittspreis pro Stück errechnet, nach dem dann der fertige Schmuck abgerechnet wurde. Da die Preisunterschiede bei den einzelnen Teilen nicht sehr groß war, sind dadurch auch keine Verluste entstanden und die Abrechnung ging schnell und problemlos über die Bühne.

 

Die Kinder haben ihren Schmuck mit Hilfe der Werkzeuge entweder komplett selbst gefertigt, oder der Drahtpin wurde von mir beim Bezahlen gebogen. Grundsätzlich gab es die Ohrhaken erst an “der Kasse”. Schon damals haben mich viele für verrückt erklärt, weil sie der Meinung waren, dass die Gefahr, dass viel gestohlen wird, viel zu groß wäre. Aber: Wenn etwas geklaut wurde, dann war es so minimal, dass ich es nicht einmal gemerkt habe – die Kasse hat also eigentlich immer gestimmt. Und wenn das Geld einmal nicht reichte, liefen die Kinder zum Wohnwagen um dort noch etwas zu holen. Die gebastelten Ohrringe blieben solange bei mir. Wurden sie nicht abgeholt, dann wurden sie einfach wieder auseinandergenommen und von anderen Kindern neu verbastelt – bis auf diese drei Paar, die wohl von der letzten Ohrringbastelaktion übrig geblieben sind.

Wie man hier deutlich sieht, wurden der Schmuckdraht oben nicht “ordentlich” gebogen. Da die Kinder die Ohrringe aber selbst gebastelt haben, hat diese Kleinigkeit die Freude nicht getrübt…

Wie oben schon erwähnt, sind diese “wiedergefundenen” Ohrringe rund 18 Jahre alt – und das sieht man auch, denn der Zahn der Zeit hat schon heftig an den Ohrhaken genagt…

2014-05-13 07:07:55
Bastelfrau (Barbara)