28. November 2022
Schraubenarten und ihre Verwendung

Schraubenarten und ihre Verwendung

Die Schraube ist allgegenwärtig und doch wird sie oft übersehen. Kaum ein Projekt beim Heimwerken kommt ohne Schraube aus und dennoch wusste ich so wenig über sie. Welche Schraubenarten gibt es überhaupt und für was werden sie genutzt? Worauf muss man beim Kauf einer Schraube achten? Wenn es dir genauso geht, dann ist dieser Artikel genau der richtige für dich, denn hier gehen wir der Schraube auf den Grund.

Grundsätzlich unterscheiden sich Schrauben in verschiedene Bereiche. Es gibt verschiedene Schraubenköpfe, Schraubengewinde, Beschichtungen und Fertigkeitsklassen sowie Schrauben aus unterschiedlichen Materialien, für unterschiedliche Materialien und mit unterschiedlichen Schraubenantrieben. Für was die Schraubenarten geeignet sind, ist abhängig von diesen Eigenschaften.

Holzschrauben, Metallschrauben und Betonschrauben

Am einfachsten lassen sich die Schrauben in diese drei Kategorien einordnen. Je nachdem in welche Materialien sie eingeschraubt werden sollen, unterscheiden sich die Eigenschaften der Schrauben. Schrauben für Holz haben beispielsweise ein Holz- bzw. Grobgewinde und können teilweise auch ohne Vorbohren eingeschraubt werden.

Es gibt auch Metallschrauben mit Feingewinde, die direkt in das Metall geschraubt werden können. Diese Schraubenart nennt man Bohrschrauben, da sie eine Bohrspitze haben. Wenn man die Löcher dagegen Vorbohren muss, nennt man die Metallschrauben auch Blechschrauben. Bei einem metrischen Gewinde müssen die Metallschrauben mit einer zusätzlichen Mutter befestigt werden. Betonschrauben sind extra dafür gemacht, in Beton verschraubt zu werden. So kann man sich einen Betonbalzen sparen.

In den Kategorien Holzschrauben, Metallschrauben und Betonschrauben gibt es aber ganz verschiedene Unterkategorien von Schraubenarten. So gibt es beispielsweise Spenglerschrauben. Dies sind Holzschrauben mit Dichtungsscheiben, die extra für Bereiche gemacht sind, an denen kein Wasser durchkommen soll bzw. darf, zum Beispiel bei Dächern.

Schraubenarten und ihre Kopfform

Es gibt verschiedene Kopfformen für Schrauben, die alle ihre Vor und Nachteile haben. So ist der Flachrundkopf oder der Halbrundkopf gerade bei Spielgeräten oder Sitzgelegenheiten eine gute Wahl, da man hier nicht so leicht hängen bleibt und die Verletzungsgefahr so geringer ist. Der Sechskantkopf bietet eine besonders gute Kraftübertragung. Der Senkkopf ist gut geeignet, wenn man die Schraube möglichst nicht sehen soll, da sie im Material versinkt. Beim Tellerkopf muss man keine Unterlegscheibe verwenden und schont damit das Material. Es gibt aber auch noch den Zylinderkopf, den Flachrundkopf, den Linsenkopf, den Hammerkopf, den Klammerkopf oder auch verschiedene Zierköpfe sowie Schrauben ganz ohne Kopf.

Gewindearten von Schrauben

Wichtiger als die Kopfform ist aber die Gewindeart. Sie ist wichtig für die Entscheidung, für welches Material die Schraubenart geeignet ist. Neben den oben erwähnten Holz- und Metallgewinde gibt es auch noch metrische Gewinde und Sondergewinde. Das metrische Regelgewinde kommt dabei am häufigsten vor. Es ist selbst hemmend und löst sich dadurch nicht von alleine. Das Grobgewinde wird meist bei Holzarbeiten verwendet. Es ist selbst schneidend, daher braucht man kein Gegengewinde und es kann in Holz, Kunststoff oder in Dübeln angebracht werden. Das Rundgewinde kann nicht so schnell beschädigt werden und ist nicht so anfällig für Schmutz. Es wird oft bei der Feuerwehr, bei Ventilen, Kupplungen oder bei Eisenbahnwagons verwendet.

Es gibt aber noch viele verschiedene andere Gewindearten, die sich auch je nach Land oder Kultur unterscheiden. So gibt es beispielsweise auch Schraubengewinde die in Inch oder in Zoll angegeben werden.

Schraubenmaterial

Ob die Schraube für dein Projekt geeignet ist, entscheidet auch das Material, aus dem die Schraube gemacht ist. Schrauben können aus Edelstahl, Stahl, Aluminium, Kunststoff, Kupfer, Messing oder einem Bi-Metall bestehen. Edelstahlschrauben sind besonders gut geeignet für den Außenbereich. Bei den Edelstahlschrauben gibt es verschiedene Edelstahlklassen. So sind die Schrauben ab Klasse A2 schon rostfrei. Für die Verwendung in Pools oder in Küstenregionen sollte man aber eine Schraube der Klasse A4 verwenden.

Messingschrauben werden häufig bei Holzarbeiten verwendet. Der Messingfarbton passt sich schön dem Holz an und durch den Zinkanteil rosten die Schrauben nicht so schnell. Außerdem ist das Messing deutlich härter als reines Kupfer. Kupfer wird seltener eingesetzt. Der Vorteil von Kupferschrauben ist aber die hohe elektronische Leitfähigkeit, die bei manchen Projekten benötigt wird.

Aluminiumschrauben sind sehr leicht. Außerdem sind sie rostfrei und sie verfügen über eine hohe Zugfestigkeit. Festaluminiumschrauben werden zum Beispiel auch für den Motorsport oder die Luftfahrt eingesetzt. Normale Aluminiumschrauben sollte man aber nicht bei sicherheitsrelevanten Dingen verwenden, wie beispielsweise Bremsen. Hier eigenen sich Titanschrauben besser.

Kunststoffschrauben werden häufig im medizinischen und elektronischen Bereich angewendet. Sie sind leicht, günstig, rostfrei und verrotten nicht. Außerdem haben sie eine hohe Schallabsorbierung und eine sehr geringe elektronische Leitfähigkeit. Allerdings haben sie nur eine geringe UV- und Temperatur-Beständigkeit und es bilden sich schnell Keime auf der Oberfläche. Daher sind sie nicht für den Trinkwasserbereich geeignet.

Schraubenbeschichtung

Bei der Verwendung von Schraubenarten spielt aber auch deren Beschichtung eine wichtige Rolle. So können Schrauben aus dekorativen Zwecken eine Beschichtung haben, aber auch um sie beispielsweise rostfrei zu machen. Bei solchen Schrauben sollte man darauf achten, ob man einen bestimmten Bit oder ähnliches braucht, um die Beschichtung nicht zu zerkratzen. Stahlschrauben werden häufig mit einer Beschichtung versehen, damit sie nicht rosten. Ohne diese Beschichtungen werden sie schnell schwarz und sehen nicht mehr schön aus. Die häufigsten Beschichtungen bestehen aus Zink, Nickel oder Chrom und sollen die Schrauben vor allem vor Rost schützen und so die Haltbarkeit erhöhen.

Es gibt aber auch Beschichtungen die der Optik dienen. Wie beispielsweise das verkupfern von Spenglerschrauben. Damit sie besser zu den Kupferblechdächern passen werden die Spenglerschrauben verkupfert. Es gibt aber auch spezielle Beschichtungen, um die Schrauben für besondere Umgebungen anzupassen wie PTFE-Beschichtungen für Schrauben, die in der Gas- oder Ölindustrie angewendet werden.

Fertigkeitsklassen von Schrauben

Die Fertigkeitsklassen sind wichtig, wenn es um die Stärke der Schrauben und die Stabilität der Schraubverbindung geht. Die gängigsten Fertigkeitsklassen sind 4.8, 8.8, 10.9 und 12.9. Dabei steht die erste Zahl für die Zugfestigkeit und die zweite Zahl, die sich hinter dem Punkt befindet, für die Streckgrenze. Wenn die Spannung die Zugfestigkeit der Schraube übersteigt, verformt sich die Schraube oder kann sogar brechen. Die Zugfestigkeit ist vom Schraubenmaterial abhängig. Die Steckgrenze gibt an, wie sehr man die Schraube dehnen kann.
Man sollte immer darauf achten, dass man Schrauben wählt, die für das Projekt geeignet sind. Ist die Festigkeit zu niedrig, kann die Schraube abbrechen. Wenn die Festigkeit aber zu hoch ist, ist meistens auch die Dehnbarkeit zu hoch.

Schraubenarten nach Anwendungsgebiet

Wie die Spenglerschrauben, die für den Dachbau besonders gut geeignet sind, gibt es noch weitere Schrauben, deren Bezeichnung von ihrem Anwendungsgebiet herrühren. So gibt es beispielsweise die Fensterbankschrauben, die Spanplattenschrauben, Möbelschrauben, Dielenschrauben, Fensterrahmenschrauben, Steinschrauben, Fassadenschrauben und viele, viele mehr. Man sollte sich hier aber nicht nur auf den richtigen Anwendungsbereiche verlassen, sondern auch überprüfen, ob die Schraube auch zu dem Material passt, in das sie eingeschraubt werden soll.

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