19. Juli 2024

Selbstständigkeit und Minijob: Das musst du beachten

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Als Selbständiger weiß man nicht immer, wie viel Geld man am Ende des Monats aus seiner Tätigkeit erhält. Oft schwanken die Einnahmen im Laufe des Jahres und auch die eine oder andere Krise kann auftreten. Eine Option, die für viele Selbstständige daher attraktiv ist, ist die Aufnahme eines Minijobs. Doch was genau ist ein Minijob und welche Vorteile bietet er für die Selbstständigkeit?

Was ist ein Minijob?

Ein Minijob ist eine Form der geringfügigen Beschäftigung, bei der das monatliche Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet. Diese Grenze liegt derzeit bei 520€ pro Monat bzw. 6240€ pro Jahr. Auch für Minijobs gilt der gesetzliche Mindestlohn. Man darf also maximal 42 Stunden im Monat arbeiten. Ist der Stundenlohn höher, reduziert sich die mögliche Arbeitszeit entsprechend. Es ist auch möglich, mehrere Minijobs gleichzeitig auszuüben. Allerdings darf man insgesamt nicht mehr als 520 € verdienen.

Eine Variante des Minijobs ist der kurzfristige Minijob. Dieser ist auf maximal 3 Monate bzw. 70 Arbeitstage im Jahr begrenzt. Der Vorteil hierbei ist aber, dass die Lohnhöhe nicht begrenzt ist. Ein kurzfristiger Minijob kann beispielsweise ein Ferien- oder Saisonjob sein.

Der Vorteil des Minijobs für den Arbeitnehmer ist, dass das Einkommen steuerfrei ist. Außerdem hat man Anspruch auf einige Tage Urlaub im Jahr sowie auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall oder Mutterschaft. Es besteht auch die Möglichkeit, in die Rentenkasse einzuzahlen, wobei die Beträge eher gering sind.

Auch für Arbeitgeber hat der Minijob Vorteile. Sie haben mehr Rechtssicherheit, weniger bürokratischen Aufwand und können flexibler auf Personalengpässe oder Auftragsflauten reagieren. Dafür müssen sie bestimmte Pauschalabgaben leisten.

Welche Tätigkeiten eignen sich als Minijob?

Es gibt eine Vielzahl von Tätigkeiten, die sich als Minijob eignen. Für Selbstständige ist es wichtig, eine Tätigkeit zu wählen, die ihre Haupttätigkeit nicht beeinträchtigt und ihnen genügend Zeit für ihre selbstständige Arbeit lässt. Viele Unternehmen suchen Unterstützung bei administrativen Aufgaben wie Dateneingabe und -verarbeitung, Rechnungsstellung und Terminplanung. Diese Tätigkeiten können von zu Hause aus erledigt werden und ermöglichen eine flexible Arbeitszeitgestaltung. Wenn man in einem bestimmten Bereich über Fachwissen verfügt, kann man auch Nachhilfe geben. Dies kann persönlich oder online erfolgen. Auch im Einzelhandel oder in der Gastronomie werden viele Nebenjobs angeboten. Besonders in der Vorweihnachtszeit werden hier viele Arbeitskräfte gesucht. Weitere mögliche Minijobs gibt es zum Beispiel in Call-Centern, in der Produktion, als Fahrer im Lieferservice oder als Reinigungskraft. Am besten sucht man auf Jobportalen nach passenden Jobs. Dort kann man meist auch angeben, dass man einen Minijob oder Aushilfsjob sucht.

Welche Vorteile bietet ein Minijob für Selbstständige?

Ein Minijob bietet Selbständigen mehrere Vorteile. Zum einen ist es möglich, das Einkommen aufzustocken, ohne die Selbständigkeit aufgeben zu müssen. Dies ist besonders vorteilhaft, wenn das Einkommen aus der selbständigen Tätigkeit schwankt oder nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten.

Durch die Aufnahme eines Minijobs können Selbständige ihr Einkommen stabilisieren und finanzielle Sicherheit gewinnen. Wie stabil das zusätzliche Einkommen ist, hängt aber auch vom Arbeitgeber des Minijobs ab. Ich hatte mal einen Nebenjob, bei dem ich in einem Monat nur 3 Stunden eingesetzt wurde. Entsprechend gering war mein Verdienst in diesem Monat. In jeder Branche gibt es im Laufe des Jahres Schwankungen, wodurch sich der Bedarf an Arbeitskräften entsprechend ändert. Das sollte man bei der Entscheidung für einen Nebenjob berücksichtigen. Am besten sucht man sich einen Nebenjob, der genau dann arbeitsintensiver wird, wenn in der eigenen Branche ein Einbruch zu erwarten ist. Wenn man zum beispielsweise mit einem Sommerloch rechnen kann, empfiehlt sich ein Job in der Außengastronomie oder auf dem Bau.

Ein Grund für einen Minijob kann auch sein, dass man etwas Abwechslung braucht. Ich selbst arbeite von zu Hause aus. Da ich dadurch nur selten aus dem Haus komme, wäre ein Job mit Menschenkontakt oder viel Bewegung ideal. Man kann sich aber auch einen Minijob in einem Bereich suchen, in dem man wichtige Qualifikationen erwerben kann. Wenn man in einem Minijob immer zur gleichen Zeit arbeiten muss, zum Beispiel morgens in der Warenverräumung, kann er einem auch eine Tagesstruktur geben. Dies kann für Selbständige, die Schwierigkeiten mit Routinen haben, sehr wichtig sein.

Welche Steuern/ Abgaben müssen selbstständige Minijobber zahlen?

Der größte Vorteil für mich ist, dass das Einkommen aus dem Minijob steuer- und abgabenfrei ist. Der Arbeitgeber muss bestimmte Pauschalbeträge zahlen und alles an die Minijob-Zentrale und die Krankenkasse melden. Wenn Sie gesetzlich krankenversichert sind, muss der Arbeitgeber ebenfalls einen Pauschalbetrag an die Krankenkasse abführen. Damit ist man aber nicht selbst krankenversichert. Stattdessen rechnet die Krankenkasse das Einkommen aus dem Minijob dem Einkommen aus der selbstständigen Tätigkeit hinzu. Das führt zu höheren Beiträgen zur Kranken- und Pflegeversicherung. Dies sollte bei der Aufnahme eines Minijobs beachtet werden. Außerdem sollte man die Krankenkasse frühzeitig informieren, damit man nicht irgendwann alle Beiträge auf einmal nachzahlen muss.

Eine Ausnahme bildet die Rentenversicherung. Hier kann man selbst entscheiden, ob man Beiträge zahlen möchte. Bei 520€ im Monat zahlt man etwas über 18€ in die Rentenversicherung ein. Wenn man so ein Jahr in die Rentenversicherung einzahlt, erhöht das die spätere Rente nur um ca. 5€ im Monat. Allerdings hat man durch die Einzahlungen in die Rentenversicherung auch Anspruch auf weitere Leistungen wie zum Beispiel Erwerbsminderungsrente oder Hinterbliebenenrente. Denn die Zeit im Minijob wird auf die Mindestversicherungszeit für die Rente angerechnet. Wenn man in den letzten 2 Jahren mindestens 6 Monate Beiträge gezahlt hat, kann man über die Rentenversicherung auch eine Reha beantragen. Man sollte sich also gut überlegen, ob man nicht doch in die Rentenkasse einzahlt, auch wenn das Plus bei der Rente später eher gering ausfällt.

Selbstständigkeit und Minijob: Das musst du beachten
2023-11-07 15:28:00
Bastelfrau (Becky)