12. Juli 2024

So kann Ausmisten deiner Mental Health helfen

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Ausmisten entrümpelt nicht nur die Wohnung, sondern kann auch die Seele entlasten. Mit dem alten Ballast können wir uns von alten Gewohnheiten, Lastern, Verletzungen und Versionen unserer Selbst befreien. Man kann aus dem Ausmisten auch eine Achtsamkeitsübung machen und es zur Selbstreflexion nutzen. So und noch viel mehr kann dir Ausmisten bei deiner Mental Health und deiner Healing Journey helfen.

Vollgestellt und wenig Platz zum Atmen

Da ich gerade bei meinen Eltern wohne, habe ich nicht so viel Platz für all meinen Krempel. Mein Zimmer ist praktisch Schlafzimmer, Wohnzimmer, Büro und Abstellraum zu gleich. Auch ein paar Küchen- und Backutensilien versuche ich hier unter zu bekommen. Ich habe deswegen so gut wie jeden Platz, den ich habe, zum Verstauen genutzt. Damit das Zimmer nicht zu erdrückend wirkt und man noch das Gefühl hat, dass man frei atmen kann, muss ich regelmäßig ausmisten. Jetzt bin ich wieder an einem Punkt angelangt, an dem ich einfach einsehen muss, dass es wieder Zeit zum Ausmisten wird.

Die vor allem, weil ich mit dem Gedanken spiele mir einen neuen Sessel in einem Möbel Onlineshop zu kaufen. Da ich aber schon sehr viele Möbelstücke habe und eigentlich kein Platz da ist für meinen neuen safe space, muss ich wenigstens die Regale etwas leerer bekommen. In der Hoffnung, dass es dann nicht alles zu erdrückend wirkt. Damit das Ausmisten Spaß macht und mir in meiner Healing Journey weiterhilft, habe ich Tipps zusammengesucht, wie man aus dem Ausmisten das Beste für seine Mental Health herausholen kann.

Ausmisten für deine Mental Health: Mehr Achtsamkeit

Vor ein paar Tagen hatte ich in meinem Achtsamkeitskalender eine Achtsamkeitsübung. Darin ging es passender Weise um das Thema Ausmisten. Es soll einem dabei helfen, sich der Dinge, die man braucht, bewusster zu werden. Dadurch soll man lernen, sie mehr zu schätzen zu wissen. Eine gute Übung ist es auch, bewusster in seinem Alltag zu sein und Dinge, die einen nicht mehr glücklich machen, die kaputt sind oder die man nicht mehr braucht, direkt wegzulegen. Dann kann man die Sachen entweder direkt wegschmeißen oder zum Verkaufen oder zum Verschenken weglegen.

Ordnung schaffen für die Seele

Ich war mein Leben lang ziemlich unordentlich. Mittlerweile habe aber selbst ich eingesehen, dass es mir besser geht, wenn in meinem Zuhause eine gewisse Grundordnung herrscht. Es fällt mir dann leichter, aktiv zu werden und mich zu Dingen aufzuraffen. Außerdem gibt das Aufräumen mir das Gefühl, etwas an dem Tag geschafft zu haben. Ich muss dabei meinen Kopf nicht sehr anstrengen und ich habe ein Erfolgsgefühl. Das Aufräumen gibt uns nicht nur eine Form von Struktur, sondern es gibt einem auch das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zurück. Wir machen etwas und sehen im Normalfall direkt ein positives Ergebnis. Dabei wird Dopamin ausgeschüttet und durch die Bewegung wird der Kreislauf angeregt. Man kann auch in den sogenannten Flow Zustand kommen. Hierbei vergisst man alles um sich herum und geht ganz in seiner Tätigkeit auf.

In einer unordentlichen Umgebung steigt außerdem das Stresshormon Cortisol und man greift häufiger zu ungesundem Essen. Das heißt aber nicht, dass man in einer minimalistischen sterilen Wohnung leben muss. Ein gewisser Grad an Unordnung steigert die Kreativität und führt zu unkonventionelleren Gedanken. Es gilt also den perfekten Mittelweg für sich und seine Mitbewohner zu finden. Dabei kann einem das Ausmisten beim Ordnunghalten helfen. Je vollgestellter ein Zimmer ist, desto mehr Zeit braucht man, um es zu putzen und je mehr Krimskrams man hat, desto mehr muss man aufräumen. Das Zimmer wirkt auch generell viel schneller unaufgeräumt.

Selbstreflexion beim Ausmisten

Beim Ausmisten kann man viele Dinge über sich selbst und seine tief verankerten Glaubenssätze lernen. Sätze wie „Ich kann doch das Geschenk von xy nicht wegwerfen“ oder „Ich darf die Erinnerung an die Schulzeit nicht wegwerfen“ können einem Möglichkeiten bieten, sich selbst und seine Motive zu hinterfragen. Möchte man das selbstgebastelte Geschenk nicht wegwerfen, weil man die Person nicht enttäuschen möchte oder weil man unangenehmen Fragen aus dem Weg gehen möchte? Vielleicht sieht man es auch als schlechtes Omen oder man hat das Gefühl, man muss ein Erbstück aufbewahren, weil man sonst undankbar wäre. Häufig kann man beim Ausmisten gleich mehrerer solcher Denkweisen bei einem selbst entdecken. Anstelle von „Wo kann ich das noch unterbringen“, sollte man sich deswegen lieber fragen „Warum hebe ich das noch auf“.

Wenn einem belastende Glaubenssätze beim Ausmisten auffallen, kann man sich im zweiten Schritt darüber Gedanken machen, was ihnen zu Grunde liegt. Wo kommen diese Glaubenssätze her und was lösen sie in einem aus? Welche negativen Emotionen möchte man verhindern? Vielleicht möchte man Konflikte vermeiden oder man hat Angst, dass andere Menschen einen deswegen ablehnen. Vielleicht hat man aber auch Angst, dass man den Gegenstand irgendwann doch noch einmal benötigt. Dann hortet man die Gegenstände, weil man die Kontrolle behalten möchte. Auch Angst vor Veränderungen kann ein Grund sein, warum man sich nicht von alten Dingen und Erinnerungen lösen kann.

Ausmisten für deine Mental Health und deine Healing Journey

Das Ausmisten kann einem nicht nur dabei helfen, sich selbst besser zu verstehen, sondern auch dabei, alte Wunden zu heilen und seine Persönlichkeit zu entwickeln. Schon Kinder können mit dem Ausmisten lernen, Entscheidungen zu treffen, Prioritäten zu setzen, loszulassen und damit auch Trauer zu bewältigen. Aber auch wir Erwachsenen können davon profitieren und diese Dinge ganz bewusst neu erlernen.

Dinge auszusortieren, kann uns auch dabei helfen, Gedanken oder Gefühle, die wir nicht mehr in unserem Leben haben möchten, loszulassen. Die meisten Gegenstände sind für uns nicht neutral. Viele Menschen haben selbst bei alltäglichen Gegenständen wie Löffel ihre Favoriten. Gerade wenn an einen Gegenstand negative Gefühle oder Erinnerungen gebunden sind, kann es helfen sie auszumisten. So können wir uns von der Vergangenheit verabschieden und müssen nicht jedes mal bewusst oder unterbewusst daran denken, wenn wir den Gegenstand sehen. Das Ausmisten kann uns so dabei helfen, uns mit der Gegenwart zu beschäftigen und uns und unsere Umgebung auf neue Lebensprojekte vorzubereiten. Dabei müssen wir uns nicht gleich von allem Trennen. Gerade in schwierigen Situationen, wie dem Verlust eines Menschen, kann man mit kleinen Babyschritten vorgehen und sich nach und nach von den Sachen trennen.

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2023-01-20 18:01:27
Bastelfrau (Becky)

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Ich habe keine Therapeutische oder psychologische Ausbildung. Alles was ich hier schreibe beruht auf eigenen Erfahrungen als Betroffene. Ich habe eine Dysthymie (leichte chronische Depression). Wenn du eine Depression oder Symptome einer Depression aufweist und Hilfe brauchst, kannst du dich an die Therapeutensuche der Psychotherapeuten Kammer oder der Servicestelle der Kassenärztlichen Bundesvereinigung wenden.