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Bälle filzen - Nassfilzen

Gespeichert von Bastelfrau am 13 August 2015
Filzbälle selbermachen

Schon meine Kinder haben auf Kunsthandwerkermärkten und Stadtfesten, die wir besucht haben, Bälle gefilzt. Und auch mein Enkel durfte während unseres letzten Dänemarkaufenthaltes vor wenigen Wochen beim Besuch eines Freilichtmuseums einen kleinen Ball filzen. Bälle filzen scheint also wirklich ein zeitloses Hobby zu sein. Jetzt habe auch ich wieder gefilzt - zusammen mit einigen afrikanischen Flüchtlingen, die in unserer Stadt wohnen.

 

Das brauchst du:

  • Märchenwolle in verschiedenen Farben
  • Olivenseife oder andere hautschonende Seife
  • Je nach Anzahl der teilnehmenden Personen einen oder mehrere Eimer
  • Hautcreme

 

Und so wird's gemacht:

1. Olivenseife in Wasser auflösen bis sich das Wasser seifig und glitschig ist.

2. Etwas Märchenwolle vom Strang abtrennen und locker zu einer Kugel formen.

3. Die Kugel ins Seifenwasser tauchen und anschließend durch leichtes Drücken und "streicheln" etwas in Form bringen. Je weicher der Filzball ist, umso vorsichtiger muss gedrückt und "gestreichelt" werden. Ist der Ball geformt und nicht mehr ganz so weich, kann die Kugel zwischen den Händen gedreht werden, bis sie fest ist.

4. Jetzt hat man schon einen kleinen Ball, der aber beliebig vergrößert werden kann. Man löst dafür wieder etwas Filzwolle vom Strang, legt sie um den Filzball herum, befeuchtet sie mit dem Seifenwasser und geht wie im Schritt 2 vor. So wird weitergearbeitet, bis der Ball die gewünschte Größe hat.

5. Dann muss der Ball gründlich unter fließendem Wasser ausgewaschen werden. Anschließend muss er gut trocken - dies kann mehrere Tage dauern, je nachdem, wie dick der Ball geworden ist.

6. Ist der Ball fertig, sollte man unbedingt die Hände mit einer rückfettenden Hautcreme einreiben, da die Seife die Haut stark entfettet.

 

 

Tipps und Tricks

  • Statt Olivenseife kann man auch einfach Schmierseife verwenden.
  • Reibt man die Bälle von Zeit zu Zeit mit purer Seife ein, wird das Filzen etwas einfacher - die Kugel gleitet besser durch die Hände.
  • Will man etwas Wolle sparen, kann man den Kern des Balles aus Alufolie herstellen, die fest zusammengedrückt wird. Oder man macht es wie im Freilichtmuseeum in Odense - dort wurde einfach Zeitungspapier nass gemacht und zur Kugel geformt, die dann umfilzt wurde.

 

Erfahrungen mit dem Filzen in der Gruppe

  • Ich habe, wie oben bereits erwähnt, mit einer Gruppe Flüchtlinge gefilzt. Allerdings waren dies keine Kinder, sondern ausgewachsene junge Männer. Während wir filzten, gab es ein ständiges Kommen und Gehen, was für mich persönlich ziemlich anstrengend war, da ich mit meinen Erklärungen immer wieder von vorne anfangen musste.
  • Die Filzwolle wurde von mir verteilt und obwohl man die Märchenwolle eigentlich nur mit trockenen Händen anfassen sollte, richteten meine ständig nassen Hände keinen Schaden an der Wolle an (ich musste nämlich ständig dem einen oder anderen neue Wolle geben, während ich einem anderen erklärte, wie das Filzen funktioniert).
  • Die Bälle sind alle toll geworden - vor allen Dingen sind sie recht fest. Man merkt doch sehr, dass die jungen Männer mehr Kraft in den Händen haben als ich. :-)
  • Noch sind die Bälle nicht ganz trocken. Sobald sie das sind, werden wir versuchen, sie zu verkaufen. Das Geld, das wir damit einnehmen, wird dann zweckgebunden an den Arbeitskreis gespendet, der sich um die Flüchtlinge kümmert und der das Geld für sie einsetzen wird. So kommt der Lohn für die Arbeit zu denjenigen, die sich tatsächlich hingesetzt und stundenlang Bälle gefilzt haben.

 

In diesem Video bei Youtube wird noch einmal genau erklärt, wie man einen Ball filzt: