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Gespeichert von Sarah am 27 August 2012
Cosplay

Ich muss gestehen, bis vor kurzem war mir "Cosplay" absolut kein Begriff. Dies änderte sich, als ich in Düsseldorf beim Japantag war. Was Cosplay ist, wird in diesem Artikel kurz erklärt. Was es mit Basteln zu tun hat, sage ich euch sofort: Cosplayer brauchen Kostüme und Zubehör - und es gehört schon fast zum guten Ton, dass man diese nicht fertig kauft...

 

Beim Cosplay verkleiden sich zumeist Jugendliche als Manga- (japanische Comics), Anime- (japanische Animationsfilme) oder Videospielhelden. Der Begriff existiert seit der Mitte der 80er Jahre und ist aus den beiden Wörtern „Costume“ und „play“ zusammengesetzt.

 

Ähnlich wie in Japan, wo sich Cosplay großer Beliebtheit erfreut, finden auch in Deutschland und im restlichen Westen Europas immer häufiger Wettkämpfe statt. Die Deutsche Cosplaymeisterschaft ist der bekannteste deutsche Wettbewerb und das Finale findet seit 2007 jährlich auf der Frankfurter Buchmesse statt. Die Cosplayer werden von einer Jury beurteilt, die jeweils Ähnlichkeit, die handwerkliche Umsetzung, Präsentation und Zuschauerreaktion bewertet.

 

Das höchste Ziel eines Cosplayers ist allerdings das World Cosplay Summit in Japan. Hier messen sich seit 2003 internationale Teams aus derzeit 15 verschiedenen Ländern.

 

Da die Kostüme für solche Wettbewerbe selbstgemacht sein müssen, investieren Cosplayer häufig sehr viel Zeit und Geld in ihre Verkleidung. Nicht selten verschlingt ein einzelnes Cosplay mehrere hundert Euro. Allerdings würden ernsthafte Cosplayer ihr Kostüm niemals kaufen. Dennoch gibt es inzwischen zahlreiche Kostüme im Handel, die von Anime- und Mangafans auf Messen und Conventions oder auch im Alltag getragen werden.

 

Cosplays sind dabei nicht auf einen bestimmten Kleidungsstil beschränkt. Prinzipiell kann eine Schulmädchenuniform oder ein Anzug genauso Cosplay sein wie aufwendige Fantasiekleider oder traditionelle japanische Kleidung. Wesentlich ist vielmehr, dass der Spieler versucht, sein Vorbild so genau wie möglich nachzustellen. Dass dazu nicht nur das Aussehen sondern auch das Verhalten gehört, zeigt die Tatsache, dass auf Wettbewerben inzwischen auch die Performance (unter anderem auf Treue zum Original) bewertet wird, die beim ursprünglich Cosplay so wenig relevant war, dass sich die Cosplayer nur wenige Sekunden präsentierten.

 

Eine klare Abgrenzung gegenüber anderen Verkleidungen, wie beispielsweise an Karneval ist auch dadurch gegeben, dass das Kostüm nur von Menschen entschlüsselt werden kann, die wissen, welche Figur als Vorbild diente. Deswegen stoßen Cosplayer in der Öffentlichkeit häufig auf Verwunderung. Allerdings erfreut sich der Trend inzwischen so viel Beliebtheit, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass Cosplay zusammen mit anderen Elementen der japanischen Kultur die nächste Jugendkultur in Deutschland werden wird.

 

Einen guten Überblick über die verschiedenen Figuren, die es gibt, bietet die Seite Milanoo. Es handelt sich dabei zwar um einen Shop, in dem man die Kostüme kaufen kann - aber schließlich muss man ja nicht alles kaufen was man sieht... Den Überblick über die Figuren bekommt man trotzdem.

 

Bild von WikimediaImages auf Pixabay