Ein Straßenrenner

Mein Junge – sechseinhalb Jahre ist er jetzt alt – sollte zu Weihnachten ein “Rollomobil” erhalten. Aber für 75 Mark eins zukaufen – Nein, so weit heruntergekommen ist der alte Bastler doch noch nicht. Zunächst gilt es, die “Vorräte” nachzusehen! Alles ist da, nur ein paar Schrauben müssen gekauft werden. Also mutig an Entwurf und Arbeit! Das Ergebnis zeigt unsere Abbildung.

 

Als Material für die Holzteile dient einen Buchenbrett von etwa 20 mm Stärke. Das Laufbrett (2) Ist 500 mm lang ,90 bereit; das hintere Ende ist für das Hinterrad mit einem rechteckigen Ausschnitt 30×100 versehen. Am vorderen Ende (3, Vorderansicht von 2) Ist einen Schwalbenschwanzeinschnitt von 60 mm Länge vorgesehen, in das ein Stück von gleichem Brett 60 mm breit, 80 mm hoch eingepasst ist; Gestalt geht aus (1) hervor. Beim Zusammensetzen wird hieran (und auf das Laufbrett) der Figur entsprechend seitlich je ein entsprechendes Stück zur Verstärkung aufgeleimt. Vor dem Einsetzen in das Laufbrett wird der eine Teil des Gelenks (9) auf das eingepasste Stück aufgeschraubt, durch Holzschrauben oder durch Mutterschrauben, deren Köpfe eingelassen werden; eingeleimte Holzpfropfen verschließen dann die zum Versenken der Köpfe nötigen Bohrlöcher.
Die Lenkstange erhält die Gestalt von Figur 4, ganze Länge 700, untere Breite 65, verjüngt nach oben auf 20-30 mm. Der Ausschnitt am unteren Ende ist (wie bei 2) 30×100; dicht oberhalb des Einschnitts wird der 2. Teil des Gelenks (9) angeschraubt. Der Handgriff wird aus einem Stück 190×40 hergestellt, in ihn das obere Ende der Lenkstange angezapft.
Die Räder haben 120 mm Durchmesser, Bohrung entsprechend der Stärke der benutzten Achse, hier etwa 10 mm. Auf den Radkranz wird ein Streifen Bandeisen geschraubt (Köpfe versenkt). Das Bandeisen nahm ich von dem etwa 35 mm breiten Eisenring, wie er sich an den früher so viel verwendeten Krauteimern findet. Da er zu breit war, schnitt ich ihn, soweit nötig, der Länge nach auf; die Hälften, etwa 15 mm breit, waren dann gerade für die 20 mm starken Räder passend. Die Reste des Eisen dienten zu den Lagern (8) und zu Unterlegscheiben.

 

 

Als Material für die Achse (6) benutzte ich zwei Gardinenhaken, das heißt die Eisen, die, in die Wand getrieben, die runden Stange halten, an denen die Fenstervorhänge gleiten. Sie wurden ausgeglüht, das eine für das Hinterrad auf 90, das andere auf 65 abgeschnitten. Die Mitte beider blieb der Holzstärke der Räder entsprechend auf 20 mm vierkantig, die Enden wurden rund gefeilt; das äußerste Ende kann kopfartig stehen bleiben, es hilft dann mit, eine seitliche Bewegung der Räder in den Lagern zu verhindern. Die fertig bearbeiteten Achsen werden zur Rotglut erhitzt und durch Abkühlen in Wasser wieder gehärtet. Sodann werden sie in die Bohrung der Räder eingetrieben, so dass sie festsetzen.

Die Lager (7) bestehen aus je 2 Stücken Bandeisen, einem flachen von 55 mm Länge, Breite dem rundgefeilten Teile der Achse entsprechend; es liegt dem Holze an, und einem zweiten Teile, das, in der Mitte aufgebogen, sich möglichst der Rundung der Achse anpasst. Es wird am besten über einen der Stärke der Achse entsprechenden Dorn geschmiedet. Hat man ein Rohrstück, das als Lager geeignet ist, dann lässt man die Außenköpfe der Achse weg und legt dieses Rohrstück in ein ähnliches entsprechend weit gebautes Lager. Mutterschrauben beiderseits, durch das Holz und beide Lagerteile gezogen (unter Umständen Unterlegscheiben unter die Köpfe) befestigen jedes Lager.

Das Gelenk (9), davon ein Teil in Aufsicht (Abbildung 8), zwischen Laufbrett (2) und Lenkstange (4) ist aus zwei Flacheisenstücken von je 110 mm Länge ,15 mm Breite und 5 mm Stärke hergestellt. Die Enden sind auf 25 mm Länge rechtwinklig aufgebogen, die Schenkel mit je einer Bohrung versehen, so dass das als Achse dienende Stück Zimmermannsnagel gut passt. Letzterer erhält am unteren Ende eine Bohrung zur Aufnahme eines Vorreiters.

Beim Zusammenbau ist darauf zu achten, dass der am Laufbrett befestigte Teil des Gelenks sich mit seinen Schenkeln auf die des an der Lenkstange befindlichen auflegt.
Ein guter Lackanstrich schützt das Holz und Eisen gegen Einwirkung der Feuchtigkeit.
Für größere Jungen werden Laufbrett und Lenkstange etwas größer gemacht, als hier angegeben ist.
 

2019-11-21 13:11:45
Bastelfrau (Barbara)