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Gespeichert von Bastelfrau am 21 November 2019

Es ist sehr ärgerlich, wenn eine saubere Zeichnung durch unvermutetes Auslaufen der Tusche verdirbt, namentlich, wenn man mit dem Ausziehen beinahe fertig ist. Wer hat sich nicht schon darüber geärgert, dass dort, wo zwei oder mehrere Striche einander begegnen, plötzlich die Tusche unter den Zeichenwinkel kriecht und einen schwer oder gar nicht wiedergutzumachenden Klecks hinterläßt? Besonders beim Schraffieren von Flächen treten solche unliebsamen Überraschungen auf, wenn die Schraffierstriche rechts an eine stark ausgezogene Kante anschließen; und das ist ja meistens der Fall.

Man kann sich dagegen wehren, indem man die Reißfeder nicht senkrecht hält, sondern so, dass ihre Schneide in kleinem Abstand von der Winkelkante über das Papier gleitet. Das soll man ja überhaupt tun, um Klecksereien zu vermeiden. Unbedingt hilft es aber nur so lange, als man mit der Feder keine schon ausgezogenen Linien kreuzt. In solchen Fällen breitet sich die Tuasche über der bereits vorhandenen etwas aus, und wenn sie dabei bis an die Winkelkante herankommt, so kriecht sie unglaublich schnell unter den Winkel hinunter, und das Unglück ist fertig. Schuld daran ist die Kapillarität, ohne die allerdings das Tuschzeichnen überhaupt nicht möglich wäre.

Ich habe mir fürs Schraffieren einen Winkel zusammengestellt, der das Auslaufen der Tusche unter allen Umständen vermeidet. Er besteht einfach aus zwei dünnen Winkeln verschiedener Größe (aus einer Mischung von Hartgummi und Messingspänen), die ich aufeinander geklebt habe.

 

Aus der Abbildung geht alles ohne weiteres hervor. Dieser Winkel bewährt sich auch beim Ausziehen von Vielecken, sich flach kreuzenden Linien usw., weil man wegen der überstehenden kante das Trocknen der Tusche nicht immer abzuwarten braucht.