Was braucht man für ein Bullet Journal?

BuJos (Bullet Journals) sind eines der absoluten Trendthemen im Moment und dementsprechend gibt es auch ganz viele verschiedene Materialien und Werkzeuge, die zwar nützlich sind, die man aber vielleicht gar nicht benötigt.


Vorab sei gesagt: Wenn du ein BuJo führen möchtest, benötigst du zuerst einmal nur zwei Dinge – ein Heft und einen Stift. Was du an zusätzlichen Materialien verwenden möchtest und welche Hefte bzw. Bücher und Stifte sich für dich eignen, liegt ganz bei dir und richtet sich nach deinen persönlichen Bedürfnissen und Gegebenheiten.

BuJo ist die Abkürzung für Bullet Journal. Dabei handelt es sich um einen Planer bzw. Organizer, den du ganz flexibel an deine Bedürfnisse anpassen kannst und auch solltest. Sein Erfinder, der Amerikaner Ryder Caroll, nannte das Bullet Journal “das analoge System fürs digitale Zeitalter”.

Da es sich beim Bulletjournal nicht um ein Produkt, sondern um ein System handelt, kann man an Notizbüchern alles verwenden, was man gerne mag. Im Handel habe ich zum Beispiel die folgenden Produkte gefunden:

Was ist ein Bullet Journal?

Die Besonderheit bei Notizbüchern mit der Bezeichnung Bullet Journal ist meist, dass es schon ein vorbereitetes Inhaltsverzeichnis und verschiedene vorbereitete Listen und anderes gibt. Auch befinden sich oft schon kleine Zeichnungen auf den einzelnen Seiten. Dadurch wird es für diejenigen, die mit Stempeln und Ausmalen bisher nichts zu tun hatten, etwas einfacher, anzufangen.

Was sind Midoris und Fauxdoris?

Ein Midori ist ein Markenprodukt und ursprünglich als “Traveller’s Notebook” konzipiert. Das Besondere am Midori ist, dass es sich um ein Baukastensystem handelt, zu dem bereits mehr als 30 Zusatzmodule erhältlich sind. Das geht vom Terminplaner über Ersatzhefte, Visitenkarteneinschüben, Pocket Stickern, Klapplineal bis hin zu Stiften und Stiftehaltern. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Umschlag, in den man ein, zwei oder auch mehrere Heftchen einhängen kann.
Wenn Bastler das Ganze komplett selber machen, nennt sich das dann “Fauxdori”, denn man möchte ja keine Markenrechtsverletzung begehen. Da man für die Fauxdoris auch die Zusatzmodule der Midoris verwenden und dazu noch ganz eigene Ideen verwirklichen kann, gibt es hier noch mehr “Zusatzmodule”.

Was ist ein Smash Book?

Auch bei den Smash Books handelt es sich um ein Markenprodukt. Zu den Smashbooks gibt es ebenfalls wahnsinnig viel Zubehör. Ich selbst habe ein Smashbook noch nie in der Hand gehabt, aber auf Bildern gesehen, dass oft Fotos eingeklebt werden. Ich vermute daher, dass das Papier der Smash Books etwas stabiler als bei den anderen Notizbüchern ist.

Was ist ein Filofax?

Ein Filofax ist ebenfalls ein Markenprodukt und es gibt ebenfalls sehr, sehr viel Zubehör. Im Unterschied zu den anderen vorgestellten Büchern handelt es sich aber um ein Ringbuch, dass ganz nach Wunsch befüllt werden kann und dadurch sehr flexibel ist.

Welches Zubehör gibt es?

Wenn du nicht mit vorgefertigten Listen, Kalendern usw. arbeitest, sondern die Seiten komplett selbst gestalten möchtest, benötigst du zusätzlich ein Lineal und – falls du auch Zeichnen und Ausmalen möchtest, Bleistifte und Buntstifte, Filzstifte und Alkoholtintenstifte.
Schablonen und Stempel sind ebenfalls tolle Hilfmittel, um Einträge mit Pfeilen, Sternen oder anderen Motiven zu versehen und sie so besonders zu kennzeichnen.

Aber natürlich kann man auch Motivstempel verwenden, um die einzelnen Seiten des BuJos zu dekorieren. Hier bieten sich dann Buntstifte oder Stempelfarben zum Bemalen an.

Ein weiteres Bastelmaterial, dass super zu einem Bulletjournal passt, ist Washitape. Damit kann man sowohl wichtige Einträge markieren als auch Zettel, Fahrkarten, Quittungen oder ähnliches festkleben. Außerdem kann man Washitape als Lesezeichen verwenden. Ich markiere mir damit manchmal – wenn ich gerade nichts anderes zur Hand habe – Seiten, in dem ich einen Streifen Washitape an der Seite festklebe, so dass es aus dem Notizbuch herausschaut. Das Ende falte ich dann um und klebe es auf die Rückseite des Streifens. Wenn ich das Lesezeichen nicht mehr benötige, kann ich es einfach wieder rückstandslos entfernen, ohne dass das Papier Schaden nimmt.

Meine persönlichen Vorlieben

Ich verwende sowohl das Bullet Journal von Leuchtturm als auch verschiedene Notizbücher, die ich mir bei Amazon und bei Action gekauft habe. Am liebsten ist es mir, wenn die Seiten punktiert sind, aber wenn ich ein Notizbuch für 2 Euro kaufen kann, bin ich auch mit Linien zufrieden.

Im Moment habe ich noch reichlich Notizbücher, kann mir aber sehr gut vorstellen, auf Dauer auf ein Fauxdori oder ein Ringbuch im Stile von Filofax umzusteigen.

Zu Anfang meiner BuJo-Kariere habe ich mir Stempel und Schablonen gekauft, die speziell für BuJos angeboten wurden. Die Schablonen verwende ich so gut wie gar nicht und die Stempel nur sporadisch.

Vor langer Zeit habe ich mir einmal einen Kasten mit wasservermalbaren Buntstiften gekauft, die recht hochwertig sind. Ein paar Stifte in Haut- und Haarfarben kamen später noch dazu, ansonsten bin ich seither mehr als zufrieden.

Tintenmalstifte kann ich persönlich gar nicht gebrauchen. Das gleiche gilt für normale Filzstifte. Sie schlagen bei all meinen Notizbüchern durch, was bedeutet, dass ich nicht wirklich Spaß daran habe.

Lineal und Stifte sind also mein wichtigstes Zubehör. Das liegt vermutlich daran, weil ich einfach keine Zeit habe, mein BuJo wunderschön zu gestalten. Ich wollte, ich hätte sie  und wäre auch begabt genug dafür. Habe ich und bin ich aber nicht. Trotzdem bin ich ein BuJo-Fan, wenn ich auch zeitweise einfach für eine Weile damit aussetze. Ich mache dann einfach dann, wenn ich wieder Lust habe, weiter. Alles kein Problem.

Das schreibe ich in mein BuJo

In meinem BuJo findet man einen Monatsüberblick und einen Wochenüberblick mit einem Essensplan. Außerdem habe ich verschiedene Listen angelegt – von allen möglichen Dingen, die mich interessieren. Dazu gehört zum Beispiel eine Liste mit Rezepten, die ich ausprobiert habe und die meine Familie als gut befunden hat; eine Liste mit Dingen, die ich für die Webseite machen möchte; eine Liste mit Nussmehlen und wie ich damit Weizenmehl ersetzen kann und ein Geburtstagskalender. Ich halte fest, wie viel Zeit ich mit der Flüchtlingshilfe verbringe und halte die Ideen, wie ich helfen kann fest oder mache mir Notizen, ob ich die Ideen umsetzen konnte und ob sie etwas gebracht haben oder nicht. Während ich in der Reha war, habe ich Kurven zu verschiedenen Aspekten angelegt – z.B. welche Art von Anwendungen, Vorträgen oder Schulungen es gab, wie meine Laune war, ob ich das Gefühl hatte, dass es mir etwas bringt oder nicht.

Diese Pläne, Listen und Kurven helfen mir im entsprechenden Zeitraum, aber auch später noch.

Der Essenplan zum Beispiel nimmt mir für die Woche den Stress, jeden Tag neu zu überlegen, was es zu essen geben soll. Außerdem schreibe ich sofort eine Einkaufsliste, was beim Einkaufen praktischer ist und außerdem dazu führt, dass wir beim Einkauf Geld sparen.

Sehe ich mir andere Listen und Kurven später an, sehe ich, dass vielleicht nicht alles so schlecht oder alles so gut war, wie ich es zuerst dachte.

Listen wie die “Nussmehlliste” sind für mich Informationen, in denen ich nachschlage.

In den Ideen für die Webseite kann ich immer wieder stöbern. Dinge, die ich umgesetzt habe, markiere ich, da es bei der Vielzahl der Bastelanleitungen, die sich auf bastelfrau.de befinden, schwer ist, den Überblick zu behalten. Und die Listen mit Ideen, wie ich den Geflüchteten helfen kann und ob es etwas gebracht hat oder nicht, zeigen mir am Ende vielleicht, wo es kulturelle Unterschiede gibt oder wo ich von Anfang an massive Fehler gemacht habe, aber auch, was geklappt hat und worüber ich mich richtig freuen kann.

Was die Anzahl meiner BuJos angeht, dachte ich zuerst, ich schaffe mir mehrere an – zum Beispiel ein “normales” BuJo, eines für die Webseite und eines für die Flüchtlingshilfe. Dann habe ich beschlossen, dass ich doch lieber alles in ein Buch eintrage – weil das sonst nie voll wird.

Mittlerweile denke ich aber wieder daran, drei oder mehr Bücher zu führen. Der Bereich Webseite nimmt zum Beispiel einen großen Teil meines jetzigen BuJos ein. Wenn das so bleibt, habe ich irgendwann mehrere Bullet Journals, die ich regelmäßig durchsuchen muss. Und ich glaube, das würde mir nicht wirklich viel Spaß machen.

Wie könnte dein BuJo aussehen?

Es liegt ganz an dir, wofür und wie du dein BuJo verwendest. Schreibe das hinein, was dir wichtig ist, worüber du einen Überblick bekommen oder was du nicht vergessen möchtest. Richte dir dein Bullet Journal genau so ein, wie es für DICH richtig ist. Und denke daran, dass es keine Regeln gibt.

Wenn du zum Beispiel dein Bullet Journal in Form eines Filofaxes führst, dann kannst du zum einen fertige Kalender usw. verwenden, die für deine Bedürfnisse richtig sind und den Rest richtest du dir so ein, wie du es möchtest. Du kannst das also ohne alle Probleme kombinieren.
Viele BuJos sind reine Kunstwerke, aber wenn dir überhaupt nicht nach Malen und Verzieren ist, zum Beispiel, weil du es nicht kannst, dann verwendest du einfach Aufkleber oder Stempel. Wenn du das aber gar nicht magst, dann lässt du das Dekorieren einfach sein.

Auf der anderen Seite spricht aber auch nichts dagegen, wenn du mal ein paar Seiten bemalst, beklebst oder bestempelst – ohne Sinn und Zweck, sondern einfach deshalb, weil dir gerade danach ist. Das gilt auch, wenn du ein oder mehrere Fotos einkleben möchtest und ein Teil deines BuJos plötzlich teilweise zum Urlaubsalbum mit oder ohne Tagebuch wird.

Eine Anmerkung noch zum Schluss

Ich weiß nicht, ob ich damit richtig liege, aber ich denke, dass es sich bei vielen der kunstvollen Bullet Journals, die du im Internet und besonders bei Pinterest findest, um einzelne Seiten handelt, die speziell für das Fotografieren erstellt wurden. Zum einen kann ich mir nämlich nicht vorstellen, dass jemand so viel Zeit hat, dass er sein Bullet Journal jeden Tag so kunstvoll verziert, zum anderen würde ich zum Beispiel keine Seite ins Netz stellen wollen, aus der hervorgeht, was ich in der letzten Woche genau gemacht habe, was mir etwas bedeutet, worüber ich mich geärgert habe, wie ich im vergangenen Monat geschlafen habe oder wie mein Gesundheits- oder Fitnesszustand gerade ist.

Deshalb merke dir einfach: Es ist DEIN Bullet Journal. Du führst es für dich und nicht für irgendjemanden anderen. Dass heißt, dass alleine DU bestimmst, welche Komponenten du verwendest, was du hineinschreibst und wie es aussieht. Nur DU!

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