14. Juli 2024

Was für Wollarten eignen sich zum Stricken

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Endlich ist der Herbst da und es wird Zeit, sich in gemütliche und warme Pullover, Decken oder Schals einzukuscheln. Besonders schön ist es, wenn die Textilien selbst gestrickt sind. Doch bevor man sich ans Stricken macht, sollte man sich gut überlegen, welche Wolle man verwendet. Jede Wollsorte hat unterschiedliche Vor- und Nachteile. Welches die gängigsten Wollsorten sind und welche Eigenschaften sie haben, erfährst du in diesem Artikel.

Die verschiedenen Wollarten zum Stricken

Wolle ist schon seit Jahrhunderten ein beliebtes Material für wärmende Kleidung. Besonders die Wolle vom Schaf war und ist bei uns weit verbreitet. Mittlerweile gibt es aber viel mehr Wollsorten auf dem deutschen Markt, die als Kleidung oder zum Stricken und Häkeln verwendet werden. Generell unterscheidet man zwischen Naturfasern und Kunstfasern. Zu den Kunstfasern gehört zum Beispiel Wolle aus Polyamid, Polyacryl oder Acryl. Bei den Naturfasern wird zwischen pflanzlichen und tierischen Fasern unterschieden. Heutzutage gibt es aber auch immer mehr Materialmischungen. So können die Vorteile der verschiedenen Wollarten kombiniert werden.

Neben den verschiedenen Wollarten gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, Wolle zu Garn zu verarbeiten. So kann Wolle zum Beispiel verzwirnt oder wie bei einem Bobbel gefacht werden. Außerdem gibt es Wollgarn in verschiedenen Stärken. Deshalb sollte man vor der Wahl der Wolle immer die Herstellerangaben lesen und prüfen, ob das Garn für das Projekt geeignet ist. Generell sollten Anfänger eher zu dickerem Garn greifen, da es sich leichter und schneller verarbeiten lässt.

Wolle zum Stricken: Tierische Wolle

Klassischerweise besteht Wolle aus tierischen Fasern. Die Wolle der verschiedenen Tiere hat unterschiedliche Eigenschaften und wärmt unterschiedlich. Bevor man tierische Wolle kauft, sollte man jedoch bedenken, dass die Tiere bei der Wollproduktion oft leiden. Es gibt aber Labels, die darauf achten, dass die Tiere besser behandelt werden. Trotzdem sollte man sich überlegen, ob man nicht lieber auf die pflanzlichen Alternativen umsteigt, die weiter unten vorgestellt werden.

Alpakawolle

Alpakawolle wird immer beliebter. Die Wolle ist geschmeidig, flauschig, leicht und wärmend. Für Allergiker ist sie meist verträglicher als die übliche Schurwolle. Aus Alpakawolle lassen sich gut Kleidungsstücke stricken. Die Wolle ist meist etwas teurer, da Alpakas nur alle zwei Jahre geschoren werden können und die Wolle häufig noch importiert werden muss.

Angora

Angorawolle stammt vom Angorakaninchen. Sie ist sehr weich, geschmeidig und flauschig. Sie ist temperaturausgleichend und nimmt Schweiß sehr gut auf. Auch für Rheumapatienten ist sie gut geeignet. Da sie stark fusselt, ist sie für Allergiker und Babys nicht geeignet. Man kann daraus Pullover, Mützen und Schals herstellen. Man sollte aber wegen des Tierwohls besonders darauf achten, woher die Angorawolle kommt.

Kaschmir

Kaschmirwolle wird aus dem Unterfell der Kaschmirziege hergestellt. Sie ist sehr wärmend, aber dabei leicht und hat einen seidigen Glanz. Dadurch reicht schon ein dünnes Garn aus um einen warmen Pullover zu stricken. Die Wolle ist gut geeignet für das Stricken von Pullovern, Schals und Tüchern. Allerdings gehört sie zu den teureren Wollarten.

Lama

Die Wolle des Lamas ist wärmend und gleichzeitig strapazierfähig. Sie ist weich und leicht, wenn auch meist etwas schwerer und nicht ganz so weich wie Alpakawolle.

Merinowolle

Merinowolle kommt von den Merinoschafen. Die Wolle ist nicht nur leicht und besonders weich sondern auch flexibel und kratz wenig. Daher ist sie auch besonders gut für Baby- und Kinderkleidung sowie generell auch für Socken und Handschuhe geeignet.

Mohair

Mohairwolle wird aus dem Fell der Angoraziege hergestellt. Die Mohairwolle wird außerdem nach dem Alter der Ziege unterschieden. Es gibt Kid Mohair, Young Goat Mohair und Adult Mohair. Die Wolle ist extrem leicht und aus der dünnen Wolle der Baby-Ziegen kann man gut Spitzenarbeiten fertigen. Sie hat außerdem einen leichten Schimmer, ist sehr flauschig und strapazierfähig. Allerdings ist sie nicht pflegeleicht und fusselt außerdem stark. Für Baby- und Kinderkleidung ist sie daher nicht geeignet. Außerdem ist sie recht teuer.

Schurwolle

Sie eignet sich gut für Anfänger, ist aber auch dafür bekannt, dass sie leicht kratzt. Das Wollfett (Lanolin) macht die Wolle stabil und wasserabweisend. Manche Menschen reagieren jedoch allergisch auf Lanolin. Schurwolle ist wärmend und nimmt Schweiß gut auf. Sie sollte man jedoch nur kalt waschen.

Seide

Es gibt auch Wolle aus Seide. Seide hat den Vorteil, dass sie nicht nur schön glänzt, sondern auch kühlt, wenn es warm ist, und wärmt, wenn es kalt ist. Da Seide recht teuer ist, findet man sie eher in Kombination mit anderen Wollarten wie z.B. Mohair.

Alternative Wolle aus Naturfasern zum Stricken

Tierische Wolle steht aus vielen Gründen in der Kritik. Zum einen ist sie häufig mit Stress und Leid für die Tiere verbunden. Zum anderen wird bei der Wollproduktion viel Wasser verbraucht. Deshalb wird immer mehr nach Alternativen gesucht, die die gleichen oder ähnlich gute Eigenschaften wie tierische Wolle haben. Ein paar davon findest du in dieser Liste:

Bambus

Auch Bambuswolle ist leicht, kühlend und atmungsaktiv. Außerdem fusselt sie nicht und fühlt sich gut auf der Haut an. Daher ist sie gut für Baby- und Kinderkleidung geeignet. Die Wolle aus Bambusfasern ist außerdem sehr weich und strapazierfähig.

Baumwolle

Auch aus Baumwolle lassen sich Garne zum Stricken und Häkeln herstellen. Diese sind atmungsaktiv und kühlend. Deshalb eignet sich Wolle aus Baumwolle eher für Sommerkleidung oder auch für Heimtextilien wie Topflappen, Waschlappen oder auch Abschminkpads. Baumwolle ist relativ günstig und man kann sie bei hohen Temperaturen waschen.

Hanf

Wolle aus Hanf ist robust und anfangs etwas rau. Mit der Zeit wird sie jedoch weicher. Sie eignet sich daher gut für Heimtextilien wie Taschen oder Untersetzer.

Lyocell

Lyocell ist keine reine Naturfaser, wird aber aus Eukalyptusholz gewonnen. Wolle aus Lyocell ist pflegeleicht und wirkt je nach Temperatur kühlend oder wärmend. Oft wird Lyocell mit Baumwolle gemischt, um sie als Wolle verarbeiten zu können.

Leinen

Auch Wolle aus Leinen ist weich, feuchtigkeits- und temperaturausgleichend und atmungsaktiv. Sie eignet sich besser für Sommerkleidung wie leichte Oberteile, da sie auch etwas kühlend wirkt. Leinenfasern sind außerdem antistatisch und anti-allergen.

Modal

Modal wird aus Buchenholz hergestellt und ist besonders saugfähig, atmungsaktiv und strapazierfähig. Außerdem ist Wolle aus Modal sehr pflegeleicht und trocknet schnell. Sie behält auch nach mehrmaligem Waschen ihre Form und Farbe und knittert nicht.

SeaCell-Fasern

Neuerdings gibt es auch Wolle aus Algenfasern, den so genannten SeaCell-Fasern. Sie sind besonders gut für die Haut. Außerdem kühlt die Wolle bei Hitze und wärmt bei Kälte. Oft wird sie mit anderen Fasermischungen wie Baumwolle oder Lyocell verarbeitet.

Wolle aus synthetischen Kunstfasern

Synthetische Wolle ist in der Regel besonders leicht und wärmt gut. Allerdings fühlt sie sich auf der Haut oft nicht so angenehm an und man neigt zum Schwitzen. Meistens werden Kunstfasern aber mit Naturfasern zu Wolle verarbeitet. So kann man die Vorteile der Kunstfaser mit dem angenehmen Hautgefühl der Naturfaser verbinden. Daher ist die Liste der Wollarten aus Kunstfasern an dieser Stelle auch sehr kurz.

Acryl

Wolle aus Acryl ist sehr günstig. Sie eignet sich besonders zum Stricken oder Häkeln von Heimtextilien und Dekoelementen.

Nylon und Polyester

Nylon- und Polyesterfasern machen Wolle stärker und elastischer. Man findet sie daher oft in Sockengarnen.

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2023-10-20 18:11:04
Bastelfrau (Becky)

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