Bei der Seidenmalerei mit Wachsmalstiften entstehen weiche, etwas unregelmäßige Konturen, die sich deutlich von klassischen Guttalinien unterscheiden. Mit speziellen Wachsmalstiften für Seide, normalen Wachsmalstiften oder sogar Kerzenwachs lassen sich interessante Effekte erzielen.
Mit Hilfe von Wachsmalstiften oder einfachen Haushaltskerzen kann man bei der Seidenmalerei ganz besondere Effekte erzielen. Die Wachslinien werden nach dem Auftragen mit einem normalen Haushaltsfön erhitzt. Dadurch schmilzt das Wachs, dringt in die Seide ein und bildet dort eine Barriere für die Seidenmalfarbe.
Das Prinzip erinnert an die Guttatechnik, das Ergebnis sieht allerdings anders aus. Die Linien werden meist breiter, weicher und etwas unregelmäßiger als klassische Guttakonturen. Gerade dadurch bekommen die bemalten Seidentücher ihren besonderen Charakter.
Inhalt
Wie funktioniert die Seidenmalerei mit Wachsmalstiften?
Seidenmalfarbe breitet sich auf dem Stoff sehr schnell aus. Möchte man einzelne Farbflächen voneinander trennen, benötigt man deshalb eine Begrenzung.
Bei der klassischen Seidenmalerei wird dafür häufig Gutta verwendet. Bei dieser Technik übernimmt dagegen Wachs diese Aufgabe.
Damit das funktioniert, reicht es allerdings nicht, einfach nur eine Wachslinie auf die Oberfläche zu zeichnen. Das Wachs muss durch Erwärmen so weit schmelzen, dass es in das Gewebe eindringt. Erst dann kann es verhindern, dass die Seidenmalfarbe ungehindert von einem Feld in das nächste läuft.
Die Wachskonturen sehen dabei nicht so exakt aus wie mit Gutta gezogene Linien. Sie können unterschiedlich breit sein und wirken meist etwas weicher. Genau das macht diese Technik für mich interessant.
Spezielle Wachsmalstifte für Seide
Spezielle Wachsmalstifte für die Seidenmalerei gibt es auch heute noch. Soweit ich sie aktuell finde, werden sie allerdings nur noch transparent angeboten.
Das ist für diese Technik kein Problem. Schließlich geht es in erster Linie darum, mit dem Wachs eine Barriere in der Seide zu erzeugen. Die eigentliche Gestaltung entsteht anschließend durch die Seidenmalfarben.
Früher gab es für die Seidenmalerei auch andere Wachsmalstifte und Seidenmalkreiden. Wer noch ältere Materialien besitzt, kann sie also durchaus ausprobieren.
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Normale Wachsmalstifte ausprobieren
Man muss nicht unbedingt spezielle Stifte für die Seidenmalerei verwenden. Ich habe auch mit normalen Wachsmalstiften gute Erfahrungen gemacht.
Besonders gut eignen sich meiner Erfahrung nach Wachsmalstifte mit einem hohen Bienenwachsanteil. Je nach Hersteller und Zusammensetzung können sich die Stifte allerdings sehr unterschiedlich verhalten.
Deshalb sollte man immer zuerst ein kleines Stück Seide zum Ausprobieren verwenden.
Das gilt auch für Stoffmalkreiden, Pastellkreiden oder Öl-Wachsstifte. Manche davon schmelzen ausreichend und dringen weit genug in die Seide ein, andere dagegen nicht. Ob ein bestimmter Stift wirklich als Begrenzung für die Seidenmalfarbe funktioniert, merkt man deshalb am zuverlässigsten bei einem kleinen Test.
Seidenmalerei mit Kerzenwachs
Anstelle von Wachsmalstiften können auch Kerzen verwendet werden.
Dabei sollte man allerdings auf die Zusammensetzung achten. Gute Erfahrungen habe ich mit Kerzen mit einem hohen Paraffinanteil gemacht.
Kerzen mit einem hohen Stearinanteil können beim späteren Bemalen einen dunklen Rand auf der Seide hinterlassen.
Auch hier gilt deshalb: Erst ausprobieren und danach das eigentliche Seidentuch gestalten.
Der Untergrund verändert die Wachslinie
Ein interessanter Nebeneffekt dieser Technik entsteht durch den Untergrund, auf dem die Seide beim Zeichnen liegt.
Soll die Wachslinie möglichst gleichmäßig werden, sollte die Unterlage glatt sein.
Bei einer raueren oder strukturierten Unterlage wird die Wachslinie dagegen immer wieder unterbrochen. Der Stift nimmt dabei gewissermaßen die Struktur des Untergrundes auf.
Das muss überhaupt kein Nachteil sein. Solche unregelmäßigen Linien lassen sich ganz bewusst in die Gestaltung einbauen und können sehr schöne Effekte ergeben.
Welche Seide eignet sich?
Für diese Technik eignen sich verschiedene glatte Seidenarten, zum Beispiel:
- Pongé
- Satin
- Seidentaft
Auch Seide-Woll-Gemische und dünne Wollstoffe können verwendet werden.
Bei den hier gezeigten Tüchern habe ich Pongé 08 verwendet.
Je nach Gewebe kann das Wachs unterschiedlich schnell und unterschiedlich tief einziehen. Wenn du eine Seidenqualität noch nicht kennst, lohnt sich deshalb auch hier ein kleiner Versuch.
Die alten Seidentücher auf den Bildern
Die Tücher auf den Fotos sind bereits vor vielen Jahren entstanden. Die Motive habe ich damals mit Hilfe von Malvorlagen aus verschiedenen Bastelbüchern auf die Seide übertragen.
Welche Bücher das im Einzelnen waren, kann ich heute leider nicht mehr nachvollziehen. Für die Technik selbst spielt das allerdings keine Rolle. Grundsätzlich lassen sich viele einfache Malvorlagen verwenden, sofern sich das Motiv gut in einzelne Farbflächen aufteilen lässt.
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Fazit
Die Seidenmalerei mit Wachsmalstiften ist eine interessante Alternative zur klassischen Guttatechnik. Statt schmaler und sehr klarer Konturen entstehen weichere und häufig etwas unregelmäßige Wachslinien.
Besonders spannend finde ich, dass man dabei nicht nur mit speziellen Wachsmalstiften arbeiten kann. Auch normale Wachsmalstifte, unterschiedliche Kerzen und sogar verschiedene Untergründe können das Ergebnis verändern.
Da sich die Zusammensetzung heutiger Wachsmalstifte und Kerzen unterscheiden kann, würde ich allerdings immer zuerst ein kleines Stück Seide zum Ausprobieren verwenden. So sieht man schnell, ob das Wachs ausreichend schmilzt und tatsächlich verhindert, dass die Seidenmalfarbe über die Linie hinausläuft.
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Über die Autorin
Bastelfrau (Barbara)
Basteln begleitet mich seit meiner Kindheit. Was danach kam, liegt schon lange zurück, noch im letzten Jahrtausend: 1987 startete ich auf Kunsthandwerkermärkten, 1991 eröffnete ich den Laden Die Duft- und Malstube. Später gab ich große Bastelkurse auf Campingplätzen – teils mit über 100 Teilnehmer*innen – und erhielt den Namen Bastelfrau. Ich veröffentlichte zwei Kreativbücher beim Frech Verlag, ein Buch beim Christopherus Verlag und die Bastelzeitschrift Bastelfrau mit dem Verlag Kindermedien. Einmalig durfte ich meine Bastelideen auch im Fernsehen zeigen, bei Volle Kanne Susanne (ZDF) und im Kinderkanal. Das war eine ereignisreiche Zeit. Heute unterstütze ich meine Tochter, die in meine Fußstapfen tritt – ganz ohne Druck, einfach aus Spaß an der Freude.
Mehr erfährst du auf meiner „Über mich“-Seite.
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