Papier reagiert empfindlich auf Feuchtigkeit, Schmutz und häufiges Anfassen. Mit Wachs, Acrylmedium, Lack oder Fixativ lässt sich das Papier versiegeln und damit schützen. Welche Methode passt, hängt jedoch vom Papier, den verwendeten Farben und dem späteren Einsatz ab.
Papier zu versiegeln kann bei vielen Bastelarbeiten sinnvoll sein. Wasserlösliche Farben verwischen schnell, Tintenstrahldrucke reagieren je nach Tinte empfindlich auf Feuchtigkeit und häufig angefasste Papierobjekte werden mit der Zeit schmutzig oder fleckig.
Eine Versiegelung legt sich als Schutzschicht auf die Oberfläche. Dadurch dringen einzelne Wassertropfen langsamer ein, Farben reiben weniger ab und das Papier lässt sich teilweise leichter abwischen. Vollständig wasserdicht wird es dadurch meistens nicht. In vielen Fällen ist „wasserabweisend“ deshalb die treffendere Bezeichnung.
Inhalt
Papier versiegeln – Wann lohnt es sich?
Nicht jede Papierarbeit braucht einen zusätzlichen Schutz. Eine Grußkarte, die im Umschlag aufbewahrt wird, kommt meist gut ohne Versiegelung aus. Sinnvoller ist sie bei Collagen, Buchdeckeln, Lesezeichen, Anhängern, Papierperlen, dekorierten Schachteln und anderen Arbeiten, die häufig berührt werden.
Auch die verwendeten Farben spielen eine Rolle. Aquarell, Distressfarben, wasserlösliche Stifte und manche Druckertinten können bereits durch einen feuchten Finger verschmieren. Eine passende Schutzschicht macht solche Oberflächen widerstandsfähiger.
Papier mit Wachs versiegeln
Wachs eignet sich besonders für empfindliche Ausdrucke, Buchseiten, Aquarellarbeiten und Collageelemente. Es wird sehr dünn aufgetragen und anschließend mit einem weichen Tuch poliert.
Spezielle Papierwachse, Micro Glaze und Künstler-Kaltwachse verändern die Oberfläche meist weniger stark als Lack oder Acrylmedium. Das Papier behält weitgehend seine natürliche Haptik und erhält nur einen leichten, oft kaum sichtbaren Schutzfilm.
Zu viel Wachs kann das Papier jedoch dunkler oder fettig wirken lassen. Deshalb wird immer nur eine sehr kleine Menge verwendet.
Acrylmedium und Serviettenkleber
Transparentes Acrylmedium bildet eine deutlichere Schutzschicht. Es eignet sich vor allem für Collagen, Buchdeckel, Schachteln und feste Mixed-Media-Arbeiten.
Mattes Medium fällt auf Papier weniger auf als glänzendes. Dünnes Papier kann sich durch die Feuchtigkeit im Medium wellen. Außerdem können wasserlösliche Farben beim Auftrag mit dem Pinsel erneut angelöst werden.
Serviettenkleber funktioniert ähnlich, klebt und versiegelt aber gleichzeitig. Das ist bei Decoupage und Serviettentechnik praktisch. Für feine Zeichnungen oder einzelne Ausdrucke wirkt die Schicht dagegen oft zu kräftig.
Klarlack und Fixativ
Klarlack schützt stabile Papierobjekte stärker als Wachs. Sprühlack kann hilfreich sein, wenn Farben nicht mit einem Pinsel berührt werden sollen. Allerdings eignet sich nicht jeder Lack für Papier. Manche Produkte verändern Farben, riechen stark oder machen dünnes Papier durchscheinend.
Fixativ ist vor allem für Kohle, Kreide, Pastell und Bleistift gedacht. Es verhindert das Abreiben loser Farbteilchen, bietet aber meist nur einen begrenzten Schutz vor Feuchtigkeit.
Immer zuerst testen
Papier, Farbe und Versiegelung reagieren nicht immer vorhersehbar miteinander. Deshalb sollte jedes Produkt zuerst auf einem Reststück oder Testausdruck ausprobiert werden.
Geprüft werden sollte:
- Verläuft oder verschmiert die Farbe?
- Wird das Papier dunkler?
- Wölbt oder wellt es sich?
- Bleibt die Oberfläche klebrig?
- Verändert sich der Glanz?
Erst wenn das Ergebnis überzeugt, wird das eigentliche Projekt behandelt.
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Fazit
Papier lässt sich mit Wachs, Acrylmedium, Serviettenkleber, Klarlack oder Fixativ schützen. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Material und vom späteren Einsatz ab.
Wachs erhält den Charakter des Papiers am besten. Acrylmedium und Klarlack bilden eine stärkere, aber sichtbarere Schutzschicht. Fixativ ist vor allem für Zeichnungen gedacht.
Entscheidend ist immer der Test auf einem Reststück. So zeigt sich frühzeitig, ob Farben verlaufen, das Papier sich wellt oder die Oberfläche unerwünscht verändert wird.
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Über die Autorin
Bastelfrau (Barbara)
Basteln begleitet mich seit meiner Kindheit. Was danach kam, liegt schon lange zurück, noch im letzten Jahrtausend: 1987 startete ich auf Kunsthandwerkermärkten, 1991 eröffnete ich den Laden Die Duft- und Malstube. Später gab ich große Bastelkurse auf Campingplätzen – teils mit über 100 Teilnehmer*innen – und erhielt den Namen Bastelfrau. Ich veröffentlichte zwei Kreativbücher beim Frech Verlag, ein Buch beim Christopherus Verlag und die Bastelzeitschrift Bastelfrau mit dem Verlag Kindermedien. Einmalig durfte ich meine Bastelideen auch im Fernsehen zeigen, bei Volle Kanne Susanne (ZDF) und im Kinderkanal. Das war eine ereignisreiche Zeit. Heute unterstütze ich meine Tochter, die in meine Fußstapfen tritt – ganz ohne Druck, einfach aus Spaß an der Freude.
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