Sumi Papier ist ein hauchdünnes, fast transparentes Spezialpapier, das vor allem in der Kalligrafie und Tuschemalerei zum Einsatz kommt. Ursprünglich aus Japan stammend, wird es inzwischen auch in China hergestellt und ist in vielen Qualitäten erhältlich. Für Bastlerinnen und Künstlerinnen bietet es durch seine besondere Struktur, hohe Saugfähigkeit und feine Optik unzählige kreative Möglichkeiten. Ob als Malgrund für Tusche, zarter Überzug bei Grußkarten oder in der Collage – dieses Papier bringt Leichtigkeit und Eleganz in deine Projekte.
Inhalt
Was ist Sumi Papier?
Sumi Papier, auch bekannt als Reispapier, ist ein traditionelles Papier, das ursprünglich in Japan für die Sumi-e-Malerei (Tuschemalerei) und Kalligrafie entwickelt wurde. Charakteristisch ist seine sehr dünne, fast durchscheinende Beschaffenheit, die Tinte oder Tusche besonders gut aufnimmt.
Neben dem klassischen japanischen Sumi Papier gibt es auch chinesisches Sumi Papier, das ähnlich genutzt wird. Beide Varianten sind meist aus Naturfasern wie Maulbeerbaumfasern, Reisstroh oder Bambus hergestellt und zeichnen sich durch ihre besondere Oberfläche aus.
Eigenschaften von Sumi Papier
Das Papier ist hauchdünn & lichtdurchlässig. Es besteht aus natürlichen Fasern und wird traditionell handgeschöpft. Es ist sehr saugfähig und damit ideal für Tusche-, Aquarell- oder Tintenmalereien. Erhältlich ist es in vielen verschiedenen Variationen von besonders glatten bis zu grob strukturierten Papieren. Es eignet sich für Malerei, Basteln und Dekoration.
Japanisches oder chinesisches Sumi-Papier – welches eignet sich besser?
Ob man sich für japanisches oder chinesisches Sumi-Papier entscheidet, hängt stark davon ab, wofür es genutzt werden soll. Japanisches Papier zeichnet sich durch seine besonders gleichmäßige Struktur und eine feine Oberfläche aus, die vor allem in der Kalligrafie und in der traditionellen Tuschemalerei geschätzt wird. Die Tusche verläuft kontrolliert und gleichmäßig, sodass detailreiche Arbeiten sehr präzise umgesetzt werden können. Chinesisches Sumi-Papier dagegen gilt als etwas robuster und wird häufig zu günstigeren Preisen angeboten. Dadurch ist es besonders interessant für Bastelprojekte, Collagen oder auch für Upcycling-Ideen, bei denen es nicht auf höchste Präzision, sondern auf vielseitige Einsetzbarkeit ankommt. Wer also künstlerisch malen möchte, greift meist zum japanischen Papier, während Bastlerinnen und Bastler mit dem chinesischen Material eine preiswerte Alternative haben.
Beide Varianten haben ihren Reiz – während das japanische Papier für traditionelle Kunstformen bevorzugt wird, eignet sich das chinesische hervorragend auch für Collagen, Upcycling und dekorative Bastelarbeiten.
Anwendungsbereiche von Sumi Papier
Das Papier kann sehr vielfältig eingesetzt werden:
Kalligrafie und Tuschemalerei
Das bekannteste Einsatzgebiet von Sumi-Papier ist die Kalligrafie und die klassische Tuschemalerei. Das Papier nimmt die Tusche besonders intensiv auf und sorgt dadurch für die typischen weichen Verläufe, die man aus der asiatischen Malerei kennt. So lassen sich sowohl feine Schriftzeichen als auch ausdrucksstarke Bilder gestalten. Auch wer sich nicht mit klassischer Kalligrafie oder Tuschemalerei beschäftigt – man kann auch Acryltuschefarbe verwenden und damit das Papier bemalen und einfärben.
Basteln und Mixed Media
Auch im kreativen Bereich findet Sumi-Papier viele Einsatzmöglichkeiten. Durch seine leichte Transparenz und die feine Struktur eignet es sich hervorragend für Collagen, Scrapbooking, Journaling oder andere Mixed-Media-Projekte. Es lässt sich gut reißen, schneiden und kleben. Dadurch ergeben sich viele gestalterische Möglichkeiten.
Karten und Dekoration
Für Grußkarten, Geschenkverpackungen oder dekorative Projekte ist Sumi-Papier ebenfalls ein tolles Bastelmaterial. Es kann als Overlay auf Karten gelegt, als Einleger genutzt oder als dekoratives Element für kleine Geschenkverpackungen eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine edle und zugleich handgemachte Optik.
Lampen und Lichtobjekte
Besonders schön wirkt Sumi-Papier, wenn es mit Licht kombiniert wird. Da es lichtdurchlässig ist, eignet es sich für selbst gestaltete Lampenschirme, Windlichter oder Fensterbilder. Das durchscheinende Papier sorgt dabei für eine sanfte und angenehme Lichtwirkung.
Experimente und Upcycling
Viele Kreative nutzen Sumi-Papier außerdem für Experimente. Es lässt sich zum Beispiel mit Naturmaterialien wie Tee, Kaffee oder Rote Bete einfärben. Auf diese Weise entstehen individuelle Farbverläufe und besondere Strukturen. So wird aus einfachem Papier ein einzigartiges Bastelmaterial, das in Upcycling-Projekten seinen ganz eigenen Charme entfaltet.
Tipps für die Verarbeitung
Das Papier ist empfindlich, deshalb sollte man auf jeden Fall vorsichtig arbeiten. Da das Papier schnell Flüssigkeit aufsaugt, sollten flüssige Farben sparsam eingesetzt werden.
Kleben kann man das Papier mit dünn aufgetragenem Bastelkleber oder – ganz bequem – mit Sprühkleber.
Das Papier fasert beim Schneiden leicht aus. Deshalb fürs Zuschneiden darauf achten, dass immer ein sehr scharfes Messer verwendet wird – egal ob im Cutter, Hebel- oder Rollenschneider, oder dem Hobby Plotter. Wenn du mit der Hand schneidest, muss natürlich auch die Schere richtig scharf sein. Außerdem lohnt es sich, eine feine Schere auszuprobieren.
Sumi-Papier und Reispapier – wo liegt der Unterschied?
Oft wird Sumi-Papier im europäischen Raum einfach als „Reispapier“ bezeichnet. Das ist jedoch nicht ganz richtig, denn in den meisten Fällen wird es gar nicht aus Reis hergestellt. Stattdessen bestehen viele Sorten aus den Fasern des Maulbeerbaumes oder aus Bambus, manchmal auch aus anderen Pflanzenfasern. Der Begriff „Reispapier“ hat sich vor allem durchgesetzt, weil das Material aus Asien stammt und dort traditionell für Malerei und Schriftrollen genutzt wird. Wer also Sumi-Papier kauft, erhält ein feines, saugfähiges Papier mit ganz eigenen Eigenschaften, das sich von echtem Reispapier deutlich unterscheidet und sehr robust und vielseitig ist.
Bedrucken von Sumi-Papier – was funktioniert wirklich?
Viele fragen sich, ob Sumi-Papier auch im Drucker verwendet werden kann. Die Antwort ist ein klares nein, denn für normale Tintenstrahl- oder Laserdrucker ist es in der Regel nicht geeignet. Es ist sehr dünn ist und kann dadurch leicht einreißen oder im Gerät steckenbleiben kann.
Anders sieht es bei den handwerklichen Drucktechniken aus: Stempeln, Linoldruck, Siebdruck oder Gel-Printing lassen sich super gut auf Sumi-Papier anwenden. Durch die feine Oberfläche nimmt es die Farbe gleichmäßig auf, sodass klare, aber zugleich weiche Druckbilder entstehen.
Wer also mit Sumi-Papier arbeitet, sollte es lieber nicht im Büro- oder Fotodrucker einsetzen, sondern es als kreatives Medium für künstlerische Handdruckverfahren nutzen. Dadurch entstehen Ergebnisse, die auf normalem Papier kaum zu erreichen sind.
Fazit
Sumi Papier ist ein faszinierendes Material, das Tradition und Kreativität miteinander verbindet. Egal ob japanische oder chinesische Variante – das filigrane Papier eröffnet dir zahlreiche Möglichkeiten: von edler Kalligrafie über Mixed-Media bis hin zu zarten Bastelprojekten. Wer Lust hat, neue Materialien auszuprobieren, sollte Sumi Papier unbedingt in die eigene Bastelkiste aufnehmen.
Ein weiteres interessantes Papier ist das Steinpapier, ein Papier, das sich für alle eignet, die gerne Neues ausprobieren und/oder experimentieren möchten.
FAQ zu Sumi-Papier
Ist Sumi Papier dasselbe wie Reispapier?
Im europäischen Sprachgebrauch wird es oft so genannt, tatsächlich wird es aber selten aus Reis hergestellt, sondern aus Maulbeerbaum- oder Bambusfasern.
Was ist besser: japanisches oder chinesisches Sumi Papier?
Das hängt vom Einsatz ab. Für traditionelle Tuschemalerei bevorzugen viele das japanische Papier, während chinesisches Sumi Papier robuster und günstiger für Bastelprojekte geeignet ist.
Kann man Sumi Papier bedrucken?
Für normale Drucker ist es ungeeignet, da es zu dünn ist. Für Handdrucktechniken wie Stempeln oder Siebdruck ist es aber sehr gut nutzbar.
Es ist technisch leider nicht möglich, die angezeigten Preise in Echtzeit zu aktualisieren. Die letzte Aktualisierung erfolgte am 9.01.2026. Der angezeigte Preis könnte seit der letzten Aktualisierung gestiegen sein. Der Verkauf erfolgt grundsätzlich zu dem Preis, den der Verkäufer zum Zeitpunkt des Kaufs auf seiner Website für das Produkt angibt.
Werbung / Transparenzhinweis:
Dieser Artikel enthält Partnerlinks. Wenn du über einen solchen Link etwas kaufst, erhalten wir eine kleine Provision. Für dich entstehen dadurch keine Mehrkosten.
Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen
Du hast unsere Anleitung ausprobiert?
Wir freuen uns riesig, wenn du uns verlinkst! Egal ob auf Instagram, Facebook, deinem Blog oder Pinterest – ein Link zu bastelfrau.de hilft anderen, die Anleitung zu finden und unterstützt unsere kreative Arbeit.
Verwende gern den Hashtag #bastelfrau und/oder setze einen Link zu diesem Beitrag. Danke!
Noch mehr kreative Ideen gefällig? Dann melde dich gern für unseren Newsletter an – mit DIY-Inspiration, exklusiven Tipps und Anleitungen direkt in dein Postfach.
Hinweis: Einzelne Bilder in unseren Artikeln können mit Hilfe von KI erstellt worden sein.
Über die Autorin
Bastelfrau (Barbara)
Basteln begleitet mich seit meiner Kindheit. 1987 startete ich auf Kunsthandwerkermärkten, 1991 eröffnete ich den Laden Die Duft- und Malstube. Später gab ich große Bastelkurse auf Campingplätzen – teils mit über 100 Teilnehmer*innen – und erhielt den Namen Bastelfrau. Heute betreibe ich bastelfrau.de mit unabhängigen Anleitungen. Veröffentlicht habe ich zwei Kreativbücher beim Frech Verlag, ein Buch beim Christopherus Verlag und die Bastelzeitschrift Bastelfrau mit dem Verlag Kindermedien. Außerdem präsentierte ich Bastelideen in Volle Kanne Susanne (ZDF) und im Kinderkanal. Mehr erfährst du auf meiner „Über mich“-Seite.