Ein Sonnen‑Mandala zeichnen passt gut, wenn du ein Mandala nicht streng geometrisch aufbauen möchtest, sondern mit mehr Bewegung, Wärme und kräftigen Farben arbeiten willst. Die Mitte entwickelt sich dabei nach und nach zu einem leuchtenden Sonnenmotiv, das nach außen immer freier wird. Genau das macht diese Variante so schön: Du arbeitest Ring für Ring, kannst Muster wechseln und das Bild Schritt für Schritt wachsen lassen.
Inhalt
Was ein Sonnen‑Mandala ausmacht
Ein Sonnen-Mandala lebt von einer klaren Mitte und einem Aufbau, der sich nach außen öffnet. Anders als bei einem streng konstruierten Mandala darf hier vieles lockerer wirken. Typisch sind kleine Strahlen, Tropfenformen, Zacken, Punkte, Bögen und ringförmig angelegte Ornamente, die zusammen den Eindruck von Licht, Wärme und Bewegung erzeugen.
Die Mitte kann schlicht sein, etwa mit einer Spirale oder einem kleinen Kreis. Danach folgen mehrere Ringe, die immer etwas anders gestaltet werden. Außen darf das Motiv kräftiger werden. Dort passen lange Strahlen, flammenartige Formen oder größere Blätter besonders gut. So bekommt das Bild eine klare Sonnenwirkung, ohne dass es wie eine starre Vorlage aussieht.
Das brauchst du
Gut geeignet sind Aquarellpapier oder fester Zeichenkarton, ein Bleistift, ein Radiergummi und ein schwarzer Fineliner. Für die Farbe passen Aquarellfarben, Brush Pens, Buntstifte oder Gelstifte. Besonders schön wirkt ein Sonnen-Mandala mit warmen Tönen wie Gelb, Orange, Apricot, Koralle, Pink oder Rot. Als Gegenakzent können kleine Flächen in Türkis, Blau oder Violett dazukommen. Da ich oft abends beim Fernsehen Mandalas zeichne und male, verwende ich dafür gerne wasservermalbare Buntstifte. Sie sind in diesem Fall einfach sauberer in der Verwendung und ruinieren nicht meine Couch. Anschließend gehe ich mit einem Wassertankpinsel darüber und löse die Farben an. Dadurch wird aus dem Buntstiftbild ein Aquarellbild. Selbst beim Arbeiten mit dem Wassertankpinsel habe ich meine Wohnzimmermöbel noch nicht aus Versehen mit angemalt.
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Wenn du dich beim ersten Versuch sicherer fühlen möchtest, lege dir einen Zirkel oder ein paar runde Gegenstände bereit. Damit kannst du leichte Hilfskreise anlegen, ohne das Motiv starr festzulegen. Alternativ kannst du aber auch ein Sonnenmandala mit Aquarell und Fineliner malen.
So bereitest du dein Blatt vor
Setze zuerst einen Mittelpunkt auf dein Papier. Von dort aus entwickelt sich später das ganze Mandala. Zeichne danach, wenn du möchtest, einige feine Hilfskreise mit dem Bleistift. Sie sollen nicht den ganzen Aufbau vorschreiben, sondern nur helfen, die Ringe ungefähr im Gleichgewicht zu halten.
Überlege dann grob, wie dein Mandala wirken soll. Möchtest du viele kleine Details, dann plane mehrere schmale Ringe ein. Soll das Bild luftiger wirken, baue bewusst breitere Zonen ohne zu viele Muster ein. Gerade bei einem Sonnen-Mandala ist dieser Wechsel wichtig, damit die Mitte nicht untergeht und die äußeren Strahlen genug Wirkung bekommen.
Sonnen‑Mandalas zeichnen – Schritt für Schritt
Beginne in der Mitte mit einer einfachen Form. Das kann eine Spirale sein, ein kleiner Kreis, eine stilisierte Sonnenblüte oder ein Punkt mit einem schmalen Ring darum. Diese erste Form muss nicht groß sein. Sie dient nur als Ausgangspunkt.
Zeichne darum einen ersten Ring mit einem wiederkehrenden Motiv. Dafür eignen sich kleine Bögen, Punkte oder kurze Striche. Im nächsten Ring darf das Muster schon wechseln. Gut passen Tropfenformen, Mini-Dreiecke oder kleine Blätter. Entscheidend ist, dass sich ein Ring vom nächsten unterscheidet, ohne dass das Bild unruhig auseinanderfällt.
Arbeite dich auf diese Weise weiter nach außen. Manche Ringe können sehr dicht und detailreich sein, andere fast schlicht. Gerade dieser Wechsel macht das Motiv lebendig. Wenn du das Gefühl hast, dass genug kleine Muster vorhanden sind, setze im Außenbereich größere Formen. Zeichne dort lange Strahlen, zackige Flammen, offene Tropfen oder bogenartige Ornamente, die wie Licht nach außen wirken.
Wenn die Linienzeichnung fertig ist, radiere die Bleistiftlinien vorsichtig weg. Danach kommt die Farbe. Beginne mit den hellsten Tönen. Gelb, Apricot und helles Orange eignen sich gut für die inneren Bereiche. Danach kannst du kräftigere Farben ergänzen. Wiederhole einzelne Töne an mehreren Stellen, damit das Mandala zusammenhält. Kleine Gegenakzente in Türkis oder Violett können schön aussehen, sollten aber nicht die warme Grundwirkung verdrängen.
Zum Schluss kannst du einzelne Konturen noch einmal nachziehen oder kleine Highlights ergänzen. Ein weißer Gelstift funktioniert dafür gut, ist aber kein Muss.
So wird dein Sonnen-Mandala noch schöner
Ein Sonnen-Mandala wirkt stärker, wenn nicht alle Ringe gleich breit sind. Schmale und breite Zonen sollten sich abwechseln. So bekommt das Auge kleine Pausen, und die Strahlen am Rand treten besser hervor.
Achte auch auf den Wechsel der Muster. Wenn überall nur Punkte oder überall nur Tropfenformen vorkommen, verliert das Bild an Spannung. Besser ist eine Folge aus ruhigen und auffälligeren Bereichen. Ein schlichter Ring zwischen zwei detailreichen Ringen kann sehr viel ausmachen.
Wenn ein Abschnitt nicht so aussieht, wie du es dir vorgestellt hast, ist das bei dieser Technik kein Problem. Du kannst einzelne Flächen überarbeiten, stärker färben oder mit zusätzlichen Linien einbinden. Gerade freie Mandalas gewinnen oft durch solche Korrekturen.
Tipps für das Basteln mit Kindern
Mit Kindern funktioniert diese Idee am besten, wenn das Mandala groß angelegt wird. Eine deutliche Mitte, breite Ringe und einfache Formen wie Punkte, Sonnenstrahlen, Halbkreise und Tropfen lassen sich leichter wiederholen als winzige Ornamente.
Auch bei der Farbwahl hilft eine klare Begrenzung. Wenn du dich auf warme Farben konzentrierst und nur ein oder zwei Kontrastfarben ergänzt, bleibt das Bild übersichtlich. Dickere Stifte oder Marker können Kindern den Einstieg erleichtern, weil sie schneller sichtbare Ergebnisse bekommen.
Tipps für das Basteln mit Senioren
Für ältere Menschen ist ein großzügiger Aufbau oft angenehmer als ein sehr dichtes Mini-Muster. Größere Ringe, klar erkennbare Strahlen und einfache wiederkehrende Formen lassen sich leichter zeichnen und später auch besser farbig gestalten.
Hilfreich sind festes Papier, gut greifbare Stifte und vorbereitete Hilfskreise. So muss nicht jeder Ring freihändig gesetzt werden, und trotzdem bleibt genug Freiheit für eigene Entscheidungen. Gerade bei einem Sonnen-Mandala genügt schon ein klarer Aufbau mit wenigen Formen, damit das Bild Wirkung bekommt.
Tipps für den Verkauf deiner Bastelarbeiten
Ein Sonnen-Mandala eignet sich gut für Karten, kleine Bilderrahmen, Drucke, Art-Journal-Seiten oder dekorative Serien. Wenn du solche Arbeiten verkaufen möchtest, lohnt es sich, mit einer wiedererkennbaren Bildsprache zu arbeiten. Du könntest zum Beispiel mehrere Mandalas mit ähnlichem Aufbau gestalten, aber in unterschiedlichen Farbwelten.
Hilfreich sind auch Fotos aus einzelnen Arbeitsphasen. Eine Aufnahme der Mitte, eine der fertigen Linienzeichnung und eine vom farbigen Endergebnis zeigen gut, dass das Motiv von Hand entstanden ist. Gerade bei freien Mandalas ist das ein Pluspunkt, weil jedes Stück sichtbar seinen eigenen Charakter hat.
Fazit
Ein Sonnen-Mandala zu zeichnen ist eine schöne Möglichkeit, ein freies Mandala mit Wärme, Bewegung und kräftiger Farbwirkung aufzubauen. Die Mitte bleibt der Ausgangspunkt, doch nach außen darf das Motiv lockerer und mutiger werden. Genau dadurch bekommt es eine eigene Ausstrahlung und wirkt nicht wie eine starre Vorlage.
Wenn du dich anfangs unsicher fühlst, beginne mit wenigen einfachen Formen und erweitere das Bild Schritt für Schritt. Mit jedem Ring wächst nicht nur das Sonnen‑Mandala, sondern auch das Gefühl dafür, welche Muster zusammenpassen und wo das Motiv mehr Raum braucht. So entsteht ein Sonnen-Mandala, das sich wirklich nach deiner eigenen Handschrift anfühlt.
Ich liebe es, Mandalas in jeder Form zu zeichnen und zu malen – nur male ich sie nicht gerne aus, und wenn doch, dann nur meine eigenen. Sonnen‑Mandalas geben mir aber die Möglichkeit, anders zu malen und zu zeichnen. Wie ich das bisher gemacht habe, erfährst du in der Anleitung „Bunte Mandalas„.
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Hinweis: Einzelne Bilder in unseren Artikeln können mit Hilfe von KI erstellt worden sein.