Wintergarten dekorieren klingt erstmal einfacher, als es oft ist. Im Kopf sieht alles gemütlich, hell und wohnlich aus – in der Realität wirkt der Raum dann schnell leer, kühl oder irgendwie unfertig. Gerade moderne Wintergärten mit viel Glas und Aluminium wirken oft gleichzeitig schön und irgendwie etwas hallig oder nüchtern. Und genau das merkt man meistens erst, wenn man anfängt einzurichten. Woran das liegt und was du dagegen tun kannst, erfährst du in diesem Artikel.
Inhalt
Warum der Wintergarten kein zweites Wohnzimmer ist
Viele Dinge, die im Wohnzimmer wunderbar funktionieren, sehen dort plötzlich seltsam aus. Kleine Dekoobjekte gehen zwischen den großen Fensterflächen optisch unter. Manche Farben wirken durch das starke Tageslicht viel intensiver als gedacht – andere dagegen verblassen. Und manchmal stellt man fest, dass der Raum zwar hübsch aussieht, sich aber trotzdem nicht richtig gemütlich anfühlt.
Dabei steckt genau darin auch der Reiz. Ein Wintergarten verändert sich ständig mit Licht, Wetter und Jahreszeit. Im Sommer steht die Tür offen und alles wirkt fast wie eine geschützte Terrasse oder eine große Terrassenüberdachung mit Wohngefühl. Im Winter sitzt man plötzlich mit einer Decke dort, schaut in den Regen und freut sich einfach über das Tageslicht.
Genau deshalb funktioniert ein Wintergarten oft anders als ein normales Wohnzimmer – und genau deshalb lohnt es sich, bei der Einrichtung etwas anders heranzugehen.
Die Grunddeko für den Wintergarten: lieber ruhig statt ständig alles austauschen
Ich glaube, viele machen am Anfang den Fehler, für jede Jahreszeit komplett neu dekorieren zu wollen. Das sieht auf Pinterest zwar schön aus, bedeutet in der Realität aber vor allem eins: Kisten lagern.
Praktischer ist eine ruhige Grundgestaltung, die das ganze Jahr funktioniert und nur leicht angepasst wird.
Gut eignen sich:
- warme Naturtöne
- Beige
- Greige
- gedecktes Grün
- Sandfarben
- Holz
- Leinen
- Rattan
- Keramik
Gerade bei großen Glasflächen wirken solche Materialien oft angenehmer als viele knallige Farben oder glänzende Oberflächen. Das Licht im Wintergarten ist meistens deutlich härter und direkter als im Wohnzimmer. Dadurch sehen manche Farben plötzlich greller aus als gedacht.
Außerdem gehen kleine Dekoelemente dort oft einfach unter. Zwischen großen Fensterflächen und viel Tageslicht wirken viele kleine Figuren, Vasen oder Mini-Deko schnell wie zufällig verteilt. Der Raum sieht dann weniger gemütlich aus und eher etwas vollgestellt. Größere Elemente funktionieren deshalb meist besser: eine große Pflanze, wenige größere Kissen oder eine auffällige Lampe statt vieler verstreuter Kleinteile. Das bedeutet aber nicht, dass man auf kleinere Pflanzen oder Deko komplett verzichten muss. Häufig wirkt es schon viel ruhiger, wenn man Dinge bewusst gruppiert, statt sie einzeln im Raum zu verteilen.
Gerade kleinere Pflanzen lassen sich zum Beispiel gut zusammen auf einem Regal, einem Sideboard oder in einer mehrstöckigen Blumenampel arrangieren. Dadurch entsteht eher eine richtige Pflanzenecke statt vieler einzelner Töpfe, die zwischen den Glasflächen optisch verloren wirken. Das funktioniert oft auch mit Kerzen, Vasen oder ähnlicher Deko besser. Pflanzen sind dabei fast immer wichtig. Gerade moderne Konstruktionen mit Aluminiumrahmen wirken schnell etwas kühl. Grünpflanzen nehmen dem Raum viel von dieser Härte.
Im Frühling kommt die Sonne zurück in den Wintergarten
Sobald die Sonne wieder häufiger scheint, verändert sich der Raum oft fast von allein. Das Licht wird weicher, Pflanzen wirken frischer und es wirkt alles fröhlicher.
Im Frühling muss man deshalb oft gar nicht viel dekorieren. Häufig reicht es schon:
- schwere Decken wegzuräumen
- hellere Kissenbezüge zu nutzen
- Zweige oder frische Blumen aufzustellen
- Fensterflächen wieder freier wirken zu lassen
Tulpen, Narzissen oder einzelne blühende Zweige kommen nach der tristen Jahreszeit besonders gut zur Geltung. Auch ein wenig Osterdeko kann man einsetzen, sollte aber auch hier auf die Größe achten. Zu viele kleine Frühlingsaccessoires sehen zwischen den Glasflächen schnell etwas verloren aus.
Was sich im Frühling außerdem verändert: der Garten wird wieder genutzt. Viele fangen an denn Garten aus dem Winterschlaf zu wecken und umzugestalten. Dabei sollte man darauf achten, dass man die Erde und den Dreck nicht mit in den Wintergarten nimmt. Lässt sich das nicht vermeiden sollte man auf abwaschbar Materialien setzen.
Sommer: Wenn der Wintergarten fast zur Terrasse wird
Im Sommer verändert sich die Nutzung meistens komplett. Das Leben verlagert sich mehr nach draußen und der Wintergarten wird oft eher ein Übergang zwischen Garten, Terrasse und Wohnraum. Genau deshalb funktionieren jetzt andere Dinge als im Winter.
Im Sommer braucht der Raum vor allem: Schatten, Luftigkeit, freie Flächen und leichte Materialien. Dicke Stoffe oder zu viele Dekokissen wirken dann schnell schwer und zu warm. Leinen, Bambus oder leichte Baumwollstoffe passen meistens besser.
Auch Pflanzen können den Raum jetzt stark verändern. Größere Pflanzen oder Kräuter machen den Übergang zum Garten oft viel natürlicher. Besonders schön wirken Räume, bei denen drinnen und draußen optisch ineinander übergehen. Genau deshalb setzen viele inzwischen auf große Glasflächen oder überlegen, ob sie sich eine Glasschiebewand kaufen möchten, damit sich der Bereich offener nutzen lässt. Gerade an warmen Tagen verändert das das Raumgefühl enorm. Der Wintergarten fühlt sich dadurch weniger wie ein geschlossener Raum an und eher wie eine geschützte Terrasse.
Den Wintergarten gemütlich für den Herbst dekorieren
Im Herbst merkt man oft zum ersten Mal wieder, wie angenehm so ein geschützter Glasraum eigentlich ist. Draußen wird es kühler und regnerischer, drinnen bleibt es hell. Jetzt darf der Raum langsam wärmer wirken. Dazu kann man weichere Stoffe, wärmere Farben, herbstliche Kerzen und Holz verwenden. Im Herbst funktionieren Rosttöne, dunkleres Grün oder warme Naturfarben oft besonders schön, weil das Licht draußen kühler wird.
Außerdem verändert sich die Nutzung wieder. Man sitzt nicht mehr ständig draußen im Garten, möchte aber trotzdem Licht und Naturgefühl behalten. Genau dafür wird der Wintergarten plötzlich wieder wichtig. Gerade Regentage wirken dort oft überraschend gemütlich. Das Geräusch auf dem Glasdach hat irgendwie etwas Beruhigendes. Viele nutzen den Raum im Herbst deshalb wieder mehr zum Lesen, Tee trinken oder einfach zum Abschalten.
Wintergarten dekorieren im Winter
Im Winter ersetzt der Wintergarten für viele ein bisschen den Garten. Man möchte draußen eigentlich nicht lange sitzen, vermisst aber trotzdem Licht, Pflanzen und dieses Gefühl von „nicht komplett drinnen“. Deshalb funktionieren jetzt vor allem Dinge, die Wärme und Licht schaffen.
Besonders schön sehen Lichterketten aus, die unter einer Terrassenüberdachung entlanglaufen. Das Licht spiegelt sich leicht im Glas und macht den ganzen Bereich abends viel gemütlicher. Gerade bei Regen oder Schnee entsteht dadurch oft eine richtig angenehme Stimmung.
Jetzt dürfen auch dickere Stoffe und das Gefühl von Wärme wieder zurückkommen:
- große Decken
- Teppiche
- warme Kissen
- indirekte Beleuchtung
- Kerzen
Teppiche sind dabei nicht nur Deko. Sie helfen tatsächlich dabei, dass der Raum weniger hallig wirkt. Gerade Wintergärten mit vielen Glasflächen und Fliesen können sonst schnell kühl und etwas „leer“ wirken.
Was ich vorher unterschätzt hätte: Im Winter sieht man Schmutz auf Glas plötzlich extrem schnell. Wasserflecken oder Staub fallen durch Lichterketten und Spiegelungen viel stärker auf als im Sommer. Ein bisschen regelmäßiges Putzen gehört leider dazu, wenn der Raum gemütlich aussehen soll.
Nicht jeder Wintergarten muss perfekt dekoriert sein
Ich glaube, genau das vergisst man schnell. Gerade online sehen Wintergärten oft aus wie perfekt gestylte Möbelhaus-Räume. Im Alltag funktionieren sie aber meistens besser, wenn sie tatsächlich benutzt aussehen dürfen. Eine Decke auf dem Sessel. Ein Buch auf dem Tisch. Pflanzen, die nicht komplett symmetrisch stehen. Solche Dinge machen den Raum oft gemütlicher als perfekt abgestimmte Deko.
Denn am Ende geht es beim Wintergarten dekorieren nicht nur darum, dass alles hübsch aussieht. Der Raum soll sich auch angenehm anfühlen – im Sommer anders als im Winter, aber idealerweise das ganze Jahr über wie ein Ort, an dem man gern Zeit verbringt.
FAQ: Wintergarten dekorieren
Welche Farben eignen sich am besten für einen Wintergarten?
Meist funktionieren ruhige, warme Naturtöne am besten. Beige, Sandfarben, Greige oder gedecktes Grün wirken zwischen großen Glasflächen oft angenehmer als sehr knallige Farben. Durch das starke Tageslicht sehen viele Farbtöne im Wintergarten intensiver aus als im Wohnzimmer. Deshalb kann zu viel Buntes schnell etwas unruhig oder überladen wirken.
Wie bekommt man einen Wintergarten gemütlich?
Gemütlichkeit entsteht dort oft weniger durch viele Dekoteile und mehr durch Licht, Stoffe und Pflanzen. Teppiche, größere Kissen, warme Materialien wie Holz oder Leinen und indirekte Beleuchtung machen meistens einen größeren Unterschied als kleine Dekofiguren. Gerade im Winter helfen Kerzen, Lichterketten und weiche Textilien dabei, dass der Raum weniger kühl wirkt.
Welche Pflanzen passen gut in einen Wintergarten?
Das hängt natürlich davon ab, wie warm und sonnig der Raum wird. Oft funktionieren größere Grünpflanzen besonders gut, weil sie die vielen geraden Glas- und Aluminiumflächen etwas auflockern. Beliebt sind zum Beispiel Olivenbäume, Monstera, Palmen oder Kräuter. Viele kleinere Pflanzen können dagegen schnell etwas unruhig wirken, vor allem in sehr hellen Wintergärten. Häufig sieht es deshalb harmonischer aus, kleinere Pflanzen bewusst zu gruppieren – zum Beispiel auf einem Regal, Sideboard oder in einer mehrstöckigen Blumenampel.
Wie dekoriert man einen Wintergarten im Sommer?
Im Sommer wird der Wintergarten oft eher wie ein Übergang zwischen Haus und Garten genutzt. Deshalb wirken luftige Stoffe, größere Pflanzen und freie Flächen meistens angenehmer als zu viel Deko. Wichtig sind außerdem Schatten und Materialien, die Hitze gut vertragen. Besonders schön wirkt es, wenn drinnen und draußen optisch ineinander übergehen – etwa durch offene Glasflächen oder natürliche Materialien.
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Hinweis: Einzelne Bilder in unseren Artikeln können mit Hilfe von KI erstellt worden sein.
Über die Autorin
Rebecca (Becky) ist seit 2018 Teil von bastelfrau.de – Basteln begleitet sie aber schon seit ihrer Kindheit. Bereits bei den Märkten und der Zeitschrift Bastelfrau half sie aktiv mit. Neben ihrer praktischen Erfahrung bringt sie eine wissenschaftliche Perspektive ein: Ihr Bachelor in Kultur- und Sozialanthropologie sowie Geschichte widmete sich u. a. Kleidungsgeschichte und Modeverhalten. Im Masterstudium wirkte sie beim Projekt ModeBlicke mit, bei dem es um Wissenschaftskommunikation und Social-Media-Strategien ging.
Kreativ ist Rebecca vielseitig: Nähen hat sie „learning by doing“ gelernt – ihr erstes Projekt war ein Karnevalskleid. Später trat sie in einem Video von Coke TV mit Weihnachtsbasteln und Stanzgerät auf. Jedes Jahr informiert sie sich u.a. auf der Fachmesse Creative World über aktuelle Basteltrends.
Neben kreativen Themen schreibt sie auch über psychische Gesundheit und Endometriose – als Betroffene mit eigener Erfahrung. Mehr erfährst du auf meiner „Über mich“-Seite.