Ein Speedweve ist ein kleiner Stopfwebrahmen, mit dem sich Löcher in Kleidung durch gewebte Flicken reparieren lassen. Wie das ungewöhnliche Werkzeug funktioniert, wofür es geeignet ist und was du darüber wissen solltest, erfährst du hier.
Ein Speedweve sieht auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnlich aus: eine runde Holzscheibe und ein Metallaufsatz mit vielen kleinen Haken. Dahinter steckt ein praktisches Werkzeug zum Stopfen. Mit diesem Mini-Webrahmen lassen sich Löcher in Kleidung durch ein kleines Stück Gewebe schließen. Mit buntem Garn wird daraus ein sichtbarer Flicken.
Das Prinzip ist nicht neu. Bereits in den 1940er-Jahren gab es solche Stopfwebrahmen. Heute passt die alte Technik wunderbar zum Visible Mending – also zum sichtbaren Reparieren von Kleidungsstücken. So bekommt ein beschädigter Pullover ein zweites Leben.
Inhalt
So funktioniert der kleine Stopfwebrahmen
Ein typischer Speedweve besteht aus einer runden Holzunterlage und einem Metallaufsatz mit beweglichen Haken. Darüber wird die beschädigte Stelle befestigt. An den Haken werden Fäden eingehängt, die später in Längsrichtung durch den neuen Flicken laufen. Das sind die Kettfäden. Mehr allgemeines zum Thema Weben und die Begriffe dazu erfährst du in unserem Artikel „Webbegriffe verstehen„.
Der eigentliche Trick steckt in den Haken: Durch das Umschalten werden abwechselnd unterschiedliche Kettfäden angehoben. So entsteht ein Zwischenraum, das Webfach. Hier kann die Nadel mit dem Querfaden, dem Schussfaden, hindurchgeführt werden. So entsteht Reihe für Reihe eine neue Stofffläche.
Anders als beim Swiss Darning, bei dem Strickmaschen nachgebildet werden, entsteht beim Speedweve ein gewebter Flicken. Er kann mit ähnlichem Garn recht unauffällig ausfallen oder mit Streifen und Kontrastfarben absichtlich ins Auge fallen.
Welche Kleidungsstücke lassen sich damit reparieren?
Gut geeignet für die Reparatur mit dem Speedweve sind kleinere Löcher und dünn gewordene Stellen, wenn ringsherum noch genügend stabiler Stoff vorhanden ist. Das kann ein Pullover sein, eine Strickjacke oder auch ein gewebtes Kleidungsstück. Bei sehr großen Schäden, direkt an einer Naht oder an stark dehnbaren Bündchen stößt der kleine Webrahmen dagegen an Grenzen: Das neue Gewebe ist meist weniger elastisch als der ursprüngliche Strickstoff.
Speedweve ist außerdem nicht die einzige Bezeichnung. Du findest vergleichbare Geräte auch unter den Namen Stopfwebrahmen, Darning Loom oder Mending Loom. Sie unterscheiden sich in Breite und Hakenzahl.
Dabei kommen Reparieren und Gestalten zusammen. Ein Flicken kann ein Lieblingsstück retten. Wie du den Rahmen Schritt für Schritt einsetzt, zeige ich in der separaten Anleitung „Speedweve richtig benutzen – sichtbare Webflicken auf Stricksachen“.
Der Speedweve ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, beschädigte Kleidung zu reparieren. Welche traditionellen Techniken es außerdem gibt und wie sich diese unterscheiden, kannst du im Wikipedia-Artikel über das Stopfen als Handarbeit nachlesen.
Wenn du selbst mit einem Speedweve arbeiten möchtest, lohnt sich vor dem ersten Versuch ein genauerer Blick auf das Werkzeug. Im Mitgliederbereich erfährst du, welche Unterschiede es zwischen den Modellen gibt, welches Garn sich eignet und worauf du achten solltest, damit dein erster gewebter Flicken gelingt.
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Fazit
Ein Speedweve ist kein Wundermittel für jedes Loch, aber ein vielseitiges kleines Werkzeug. Besonders bei überschaubaren Schäden macht er es leichter, einen gleichmäßigen Webflicken zu arbeiten. Ob dezent oder farbenfroh: Die Reparatur darf ruhig zeigen, dass ein Kleidungsstück weitergetragen wird.
Die vollständige Anleitung findest du in „Speedweve Anleitung – kleine Löcher sichtbar reparieren“. Weitere Ideen zeigt „Muster mit dem Speedweve weben – Streifen, Karos und Farbflächen“.
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Über die Autorin
Bastelfrau (Barbara)
Basteln begleitet mich seit meiner Kindheit. Was danach kam, liegt schon lange zurück, noch im letzten Jahrtausend: 1987 startete ich auf Kunsthandwerkermärkten, 1991 eröffnete ich den Laden Die Duft- und Malstube. Später gab ich große Bastelkurse auf Campingplätzen – teils mit über 100 Teilnehmer*innen – und erhielt den Namen Bastelfrau. Ich veröffentlichte zwei Kreativbücher beim Frech Verlag, ein Buch beim Christopherus Verlag und die Bastelzeitschrift Bastelfrau mit dem Verlag Kindermedien. Einmalig durfte ich meine Bastelideen auch im Fernsehen zeigen, bei Volle Kanne Susanne (ZDF) und im Kinderkanal. Das war eine ereignisreiche Zeit. Heute unterstütze ich meine Tochter, die in meine Fußstapfen tritt – ganz ohne Druck, einfach aus Spaß an der Freude.
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