24. August 2026

Textured Art selbst gemacht – Techniken, Tipps und der erste Versuch

Materialien, Techniken und Schritt-für-Schritt-Erklärungen für den Einstieg in die Strukturmalerei
Textured Art selbst gemacht – Techniken, Tipps und der erste Versuch

Farbe auftragen, Strukturen aufbauen, Schichten verbinden – Textured Art ist eine Technik, die mit überschaubarem Aufwand erstaunliche Ergebnisse liefert. Diese Anleitung zeigt, welche Materialien du brauchst, welche Techniken sich für den Einstieg eignen und wie du dein erstes strukturiertes Bild Schritt für Schritt umsetzt.

Du suchst eine bestimmte Bastelidee, Technik oder Vorlage?

Was ist Textured Art?

Textured Art ist eine Kunsttechnik, bei der Oberflächen dreidimensional gestaltet sind. Das sieht man nicht nur, sondern man kann es auch mit den Händen spüren. Das fertige Bild wirkt dadurch sehr lebendig und verführt dazu, es auch anzufassen. Die Texturen können taktil (wirklich fühlbar) oder illusorisch (durch Malerei simuliert) sein.

Materialien und Werkzeuge

Als Trägermaterial ist Leinwand am gebräuchlichsten. die man gut grundieren kann. Holzplatten eignen sich für schwere Materialaufträge, Karton oder Hartfaserplatten sind ein günstiger Einstieg, und dickes Papier (mind. 300 g/m²) funktioniert für leichtere Techniken.

Gesso ist eine klassische Grundierung, die viele von verschiedenen Basteltechniken kennen. Reicht ein Anstrich damit nicht, kann es auch mehrfach aufgetragen werden. Strukturpaste oder Modellierpaste eignen sich für dicke, reliefähnliche Strukturen, während Sandpaste oder Steinpaste grobe, mineralische Oberflächen ergibt.

Acrylfarben sind flexibel, trocknen schnell und haften auf fast allen Untergründen. Du musst nicht unbedingt Künstler-Acrylfarben kaufen. Wenn du noch Acrylfarben fürs Basteln hast, kannst du sie genauso gut verwenden – Gerade wenn du noch am ausprobieren bist, ob dir Textured Art überhaupt liegt. Ölfarben sind klassische Farben aus der Malerei. Ein Nachteil ist allerdings, dass sie eine lange Trocknungszeit haben. Ganz anders ist Sprühfarbe. Sie ist ideal für Hintergründe und Farbverläufe und trocknet auch schnell. Allerdings muss man aufpassen, dass man nur das Bild und nicht auch die Umgebung einsprüht.

Werkzeuge muss man nicht unbedingt kaufen, denn vieles davon hat man schon zu Hause. Mit einem Messer kannst du grobe Strukturen machen. Dafür eignen sich auch Spachtel, die du vielleicht noch vom letzten Renovieren übrig hast. Mit Schwämmen, Lappen und Kreditkarten kann man wieder ganz andere, aber genauso interessante Muster gestalten. Kämme oder Gabeln eignen sich gut wenn du Linien gestalten möchtest und mit breiten, flachen Pinseln kannst du die unterschiedlichsten Materialien einarbeiten.

Zusatzmaterialien für Mixed Media können unter anderem Sand, Kies, Kaffeepulver, Strukturpulver, Glitter, Stoff, Schnur, Gips, Papiermaché oder getrocknete Pflanzen sein.

Die 5 wichtigsten Techniken

1. Impasto-Technik

Bei der Impasto-Technik wird Farbe dick und unverdünnt aufgetragen, sodass Pinsel- oder Spachtelspuren sichtbar bleiben. Wer sich schon einmal mit Malerei beschäftig hat, kennt das aus Werken von Van Gogh oder Rembrandt.

  1. Die Leinwand mit Gesso grundieren und trocknen lassen.
  2. Farbe unverdünnt oder mit Strukturpaste vermischt auf die Leinwand geben.
  3. Mit Spachtel oder steifem Pinsel auftragen. Die Spuren werden bewusst stehengelassen.
  4. Wenn du mehr Tiefe möchtest, kannst du mehrere Schichten aufbauen. Jede Schicht trocknen lassen, bevor du die nächste Schicht anlegst.

2. Strukturpaste / Modellierpaste

Mit Modellierpaste entstehen echte, dreidimensionale Reliefs.

  1. Die Paste mit einem Spachtel auf die Leinwand auftragen.
  2. Mit Kämmen, Stempeln oder den Fingern Muster einarbeiten, solange die Paste noch feucht ist.
  3. Vollständig trocknen lassen (mehrere Stunden bis über Nacht).
  4. Nach dem Trocknen mit Acrylfarben bemalen, waschen oder lasieren.

Strukturpaste lässt sich direkt mit Acrylfarbe mischen, um farbige Strukturen zu erzeugen.

3. Collage & Mixed Media

Materialien werden auf den Untergrund geklebt und anschließend überarbeitet.

  1. Den Untergrund mit Gesso grundieren.
  2. Materialien (Papier, Stoff, Sand etc.) mit Gesso oder Acrylmedium aufkleben.
  3. Nach dem Trocknen mit Farbe, Lasuren oder Wachsen überarbeiten.
  4. Mit Hochglanz- oder Mattlack versiegeln – ganz nach deinem persönlichen Geschmack.

4. Gel-Medium-Technik

Transparentes Gel-Medium dient als Bindemittel und erzeugt glänzende, glasartige Strukturen.

  1. Das Gel-Medium dick auf die Leinwand auftragen.
  2. Strukturen einarbeiten, solange es feucht ist.
  3. Trocknen lassen. Dabei wird das Medium vollständig transparent.
  4. Mit Farbe, Tinte oder Metallic-Farben akzentuieren.

5. Sgraffito

Eine obere Farbschicht wird abgekratzt, um darunter liegende Farben freizulegen.

  1. Eine helle Grundfarbe auftragen und vollständig trocknen lassen.
  2. Eine dunklere Farbschicht darüber auftragen.
  3. Mit Spachtel, Kreditkarte oder Nagel Muster in die noch feuchte obere Schicht kratzen.
  4. Die Kontraste zwischen den Schichten erzeugen die Textur.

Du möchtest noch tiefer in die Welt der Textured Art eintauchen? In unserem Artikel Textured Art Techniken: 12 kreative Methoden für mehr Tiefe, Struktur & Mixed Media Effekte findest du weitere Techniken, die deine Werke auf ein neues Level heben.

Schritt-für-Schritt: Dein erstes Textured-Art-Bild

Benötigte Materialien

Leinwand (z. B. 30 x 40 cm), Gesso, Strukturpaste, 2–3 Acrylfarben, breiter Pinsel, Spachtel, Schwamm oder Lappen – optional Sand oder Kaffeepulver.

Anleitung

Als Grundierung eine gleichmäßige Schicht Gesso auf die Leinwand auftragen. 20–30 Minuten trocknen lassen. Für mehr Stabilität zweimal grundieren.

Mit dem Spachtel unrgelmäßig Strukturpasteauftragen. Lass dabei Bereiche frei, experimentiere mit Stärken und Mustern: Linien, Kreise, Tupfen.

Mindestens 2 Stunden, besser über Nacht trocknen lassen.

Großzügig Hintergrundfarbe auftragen. Dabei auch verschiedene Farben nebeneinander setzen und mit feuchtem Schwamm zum Verlaufen bringen.

Mit einem fast trockenen Pinsel eine zweite Farbe leicht über die Strukturen wischen. So werden die erhabenen Stellen hervorgehoben.

Zum Schluss mit einem kleinen Pinsel Akzente und Details setzen. Optional einzelne Stellen mit Metallic-Paste vergolden. Mit Acryllack (matt, seidenmatt oder glänzend) versiegeln.

Tipps für bessere Ergebnisse

  • Baue Schichten auf – Mehrere dünne Schichten wirken interessanter als eine dicke.
  • Sei geduldig was die Trockenphase angeht – Niemals die nächste Schicht auftragen, bevor die vorherige trocken ist.
  • Nutze Hell-Dunkel-Kontraste. Sie machen Texturen sichtbarer.
  • Verwende Lasuren – Dünne, transparente Farbschichten erzeugen Tiefe, ohne die Textur zu verdecken.
  • Und ganz wichtig: Fehler sind erlaubt – Unerwartete Ergebnisse führen oft zu den interessantesten Werken.

Häufige Fehler und Lösungen

Wenn Farbe reißt oder blättert, wurde sie meist zu dick aufgetragen – lieber dünner und in mehreren Schichten arbeiten. Wirkt die Textur zu flach, einfach mehr Paste verwenden oder mehrfach auftragen. Verschmieren die Farben, ist der Untergrund noch nicht trocken genug. Wirkt das Bild unruhig, hilft es, sich auf 2–3 Farbtöne zu beschränken und einen klaren Fokuspunkt zu wählen.

Stilrichtungen zur Inspiration

  • Abstrakte Texturmalerei – Freie Strukturen ohne konkretes Motiv
  • Naturinspirierte Texturen – Steine, Rinde, Wasser oder Erde nachahmen
  • Minimalistische Textured Art – Wenige Farben, viel Struktur und Ruhe
  • Goldakzente / Metallic – Strukturen mit Gold-, Silber- oder Kupferpaste aufwerten
  • Schwarzweiß-Textur – Kontrastreiche Werke nur mit Licht und Schatten

Lohnt sich der Einstieg?

Wer noch nie mit Strukturpaste oder Spachtelmasse gearbeitet hat, wird schnell merken, dass Textured Art weniger kompliziert ist als es auf den ersten Blick aussieht. Die meisten Materialien sind günstig, die Techniken lassen sich ohne Vorkenntnisse erlernen, und das Ergebnis hängt am Ende weniger von handwerklicher Perfektion ab als von der Bereitschaft, einfach auszuprobieren. Gerade das macht diese Kunstform für Einsteiger besonders zugänglich – ein misslungener Ansatz lässt sich oft mit einer neuen Schicht überarbeiten, und manchmal entstehen genau dabei die interessantesten Oberflächen.

Textured Art selbst gemacht – Techniken, Tipps und der erste Versuch

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Hinweis: Einzelne Bilder in unseren Artikeln können mit Hilfe von KI erstellt worden sein.

Über die Autorin

Bastelfrau (Barbara)
Basteln begleitet mich seit meiner Kindheit. Was danach kam, liegt schon lange zurück, noch im letzten Jahrtausend: 1987 startete ich auf Kunsthandwerkermärkten, 1991 eröffnete ich den Laden Die Duft- und Malstube. Später gab ich große Bastelkurse auf Campingplätzen – teils mit über 100 Teilnehmer*innen – und erhielt den Namen Bastelfrau. Ich veröffentlichte zwei Kreativbücher beim Frech Verlag, ein Buch beim Christopherus Verlag und die Bastelzeitschrift Bastelfrau mit dem Verlag Kindermedien. Einmalig durfte ich meine Bastelideen auch im Fernsehen zeigen, bei Volle Kanne Susanne (ZDF) und im Kinderkanal. Das war eine ereignisreiche Zeit. Heute unterstütze ich meine Tochter, die in meine Fußstapfen tritt – ganz ohne Druck, einfach aus Spaß an der Freude.

Mehr erfährst du auf meiner „Über mich“-Seite.

2026-07-31 00:00:00