Dir fehlt der Platz an der Wand? Diese Malen nach Zahlen Bastelideen zeigen dir, wie du fertige Bilder in praktische und kreative DIY-Projekte verwandelst.
Inhalt
Ich mag Malen nach Zahlen wirklich gern. Es hat etwas Entspannendes, fast Meditatives: Farbe für Farbe entsteht langsam ein Motiv, und am Ende hält man ein richtig schönes Bild in der Hand. Das einzige Problem: Irgendwann ist die Wand voll. Besonders schade ist das, wenn man Malen nach Zahlen mit eigenem Bild gemacht hat. Dann steckt oft noch einmal mehr Herzblut in dem Motiv – und umso frustrierender ist es, wenn man am Ende gar nicht weiß, wohin mit dem fertigen Bild.
Genau deshalb habe ich angefangen zu überlegen, was man mit fertigen Malen-nach-Zahlen-Bildern sonst noch machen kann. Die Antwort: eine ganze Menge. Die Leinwand eignet sich erstaunlich gut zum Basteln. Man kann sie schneiden, kleben und sogar nähen. Wenn du also Lust hast, deine Bilder noch einmal ganz anders zu verwenden, findest du hier einige Ideen.
Was du beim Basteln mit Malen-nach-Zahlen-Bildern beachten solltest
Die meisten Malen-nach-Zahlen-Sets werden auf Leinwand (Canvas) gedruckt. Das Material ist stabil und hat eine leicht strukturierte Oberfläche. Das ist ideal für viele Bastelprojekte.
Wichtig ist allerdings, dass die Farbe wirklich komplett getrocknet ist. Acrylfarbe fühlt sich oft schon nach kurzer Zeit trocken an, kann aber darunter noch weich sein. Wenn du zu früh schneidest oder klebst, können unschöne Druckstellen entstehen.
Für viele Projekte lohnt es sich außerdem, die Oberfläche mit Klarlack oder Sprühlack zu versiegeln. Dadurch werden die Farben etwas widerstandsfähiger und die Leinwand lässt sich besser verarbeiten.
Schneiden funktioniert ganz normal mit einer guten Schere oder einem Bastelmesser. Damit die Kanten nicht ausfransen, kannst du die Ränder dünn mit Klarlack, Bastelkleber oder farblosem Nagellack bestreichen. Dadurch wird die Leinwand an den Schnittkanten leicht versiegelt und bleibt stabil.
Wenn du die Leinwand nähen möchtest, solltest du eine kräftige Nadel verwenden und langsam nähen, weil die Farbe das Material etwas steifer macht.
Lesezeichen aus kleinen Bildausschnitten
Ein besonders schönes Projekt sind Lesezeichen. Viele Malen-nach-Zahlen-Bilder enthalten kleine Details, Blumen oder Muster, die sich perfekt dafür eignen.
Du schneidest einfach einen schmalen Streifen aus der Leinwand aus und stanzt oben ein Loch hinein. Mit einem Band oder einer kleinen Kordel wirkt das Lesezeichen gleich noch hübscher. Damit die Kanten nicht ausfransen, kannst du sie zum Beispiel mit Schrägband einfassen oder mit einem schmalen Stoffstreifen umnähen. Auch eine einfache Zickzack-Naht an der Nähmaschine hilft, die Ränder stabil zu halten. Wenn du möchtest, kannst du die Oberfläche zusätzlich laminieren oder mit Klarlack schützen.
Notizbücher oder Ordner verschönern
Auch Notizbücher oder Ordner lassen sich wunderbar mit Malen-nach-Zahlen-Motiven dekorieren. Statt das ganze Bild zu verwenden, schneidest du einfach einen besonders schönen Ausschnitt aus und klebst ihn auf den Umschlag. Mit etwas Klarlack oder transparenter Buchfolie wird die Oberfläche geschützt.
Das funktioniert besonders gut mit floralen Motiven oder Landschaften. Ein einfacher Ordner sieht damit plötzlich richtig individuell aus.
Grußkarten und Geschenkanhänger
Wenn du gern Karten bastelst, wirst du diese Idee lieben. Kleine Motive aus Malen-nach-Zahlen-Bildern wirken auf Grußkarten oft viel hochwertiger als gedruckte Motive. Die strukturierte Leinwand hat eine schöne Oberfläche und macht jede Karte ein bisschen besonderer. Du kannst aber auch ein Teil des Malen nach Zahlen Bildes als Hintergrundpapier für dein Karte benutzen.
Auch Geschenkanhänger lassen sich so schnell gestalten. Einfach ein kleines Motiv ausschneiden, auf festen Karton kleben und ein Loch für das Band stanzen.
Untersetzer mit Bildmotiven
Auch Untersetzer lassen sich mit Malen-nach-Zahlen-Bildern gestalten. Dafür schneidest du kleine quadratische oder runde Bildausschnitte aus und klebst sie auf Holz- oder Korkuntersetzer. Wichtig ist anschließend eine gute Versiegelung mit mehreren Schichten Klarlack oder Resin, damit die Oberfläche wasserfest wird.
Mixed Media Projekte
Die strukturierte Oberfläche der Leinwand eignet sich hervorragend für Mixed Media Projekte.
Du kannst Bildausschnitte in Collagen integrieren, in Art Journals einkleben oder mit anderen Materialien kombinieren.
Zusammen mit Papier, Stoff, Stempeln oder Strukturpaste entstehen dabei ganz neue Kunstwerke. Besonders spannend wird es, wenn du mehrere Bildteile aus verschiedenen Malen-nach-Zahlen-Projekten kombinierst.
Eine Sammlung von Bildausschnitten im Bullet Journal
Eine Idee, die ich persönlich sehr charmant finde, ist eine Sammlung von Bildausschnitten. Statt fertige Bilder komplett aufzubewahren, kannst du interessante Details ausschneiden und in ein Notizbuch oder Bullet Journal einkleben. So entsteht nach und nach eine Art kleines Archiv deiner Lieblingsmotive. Und manche Ausschnitte eignen sich später vielleicht noch für andere Bastelprojekte.
Tabletts oder kleine Beistelltische gestalten
Größere Bildteile lassen sich auch in Möbelprojekte integrieren. Zum Beispiel kannst du ein fertiges Malen-nach-Zahlen-Bild in ein Tablett mit Glasboden legen oder auf die Oberfläche eines kleinen Beistelltisches kleben.
Damit das Motiv lange schön bleibt, lohnt sich eine gründliche Versiegelung. Am einfachsten funktioniert das mit einem Schutzglas. Alternativ kann man das Bild aber auch mehreren dünnen Schichten Klarlack (zum Beispiel Acryl-Klarlack aus der Sprühdose oder zum Aufstreichen) versiegeln. Jede Schicht sollte gut trocknen, bevor die nächste aufgetragen wird. Dadurch wird die Oberfläche robuster und die Farben sind besser geschützt.
Für stärker beanspruchte Flächen – etwa bei Tabletts, auf denen später Gläser oder Tassen stehen – eignet sich auch Epoxidharz (Resin). Es bildet eine glatte, harte Schutzschicht über dem Bild und macht die Oberfläche besonders widerstandsfähig. Wichtig ist dabei, das Bild vorher gut aufzukleben und staubfrei zu arbeiten, damit sich später keine Bläschen oder Partikel unter der Harzschicht zeigen.
Applikationen auf einem Jutebeutel
Auch Stoffprojekte sind möglich. Besonders schön wirken ausgeschnittene Blumen oder kleine Motive als Applikationen auf einem Stoffbeutel. Du kannst die Bildteile aufkleben oder vorsichtig aufnähen. Ein schlichter Jutebeutel wird dadurch schnell zu einem individuellen Einkaufsbeutel.
Eine Buchhülle nähen
Wenn du gern nähst, kannst du die Leinwand auch für kleine Nähprojekte verwenden. Eine schöne Idee ist zum Beispiel eine Buchhülle aus einem Malen-nach-Zahlen-Bild. Dafür wird das fertige Bild einfach wie ein Stück Stoff verarbeitet. Je nach Größe des Motivs kannst du das ganze Bild oder einen größeren Teil davon verwenden.
Beim Nähen solltest du langsam arbeiten und eine etwas kräftigere Nadel verwenden, weil die Farbe die Leinwand etwas steifer macht. Besonders schön wirkt es, wenn das komplette Motiv auf der Vorderseite der Buchhülle sichtbar bleibt – so wird aus dem Malen-nach-Zahlen-Bild ein praktischer und gleichzeitig sehr persönlicher Buchschutz.
Eine Tasche nähen
Eine etwas aufwendigere, aber sehr kreative Idee ist eine Tasche aus mehreren Bildteilen.
Das Prinzip erinnert ein wenig an Taschen aus recycelten Plastiktüten oder Verpackungen. Die Leinwandstücke werden zusammengenäht und bilden eine stabile Oberfläche. Innen kannst du ein Stück Baumwollstoff als Futter verwenden, damit die Tasche stabiler wird und sich innwn angenehmer anfühlt.
So entsteht eine ganz eigene Tasche – und jedes Motiv erzählt ein kleines Stück deiner kreativen Arbeit.
Fazit: Malen nach Zahlen Bastelideen
Fertige Malen-nach-Zahlen-Bilder müssen nicht unbedingt an der Wand enden. Die Leinwand eignet sich hervorragend für viele kreative Projekte. Von Lesezeichen über Untersetzer bis hin zu Taschen gibt es unzählige Möglichkeiten, deine Bilder weiterzuverwenden.
Diese Malen nach Zahlen Bastelideen zeigen, dass ein fertiges Bild eigentlich erst der Anfang sein kann. Manchmal steckt in einem kleinen Bildausschnitt sogar noch mehr Kreativität als im ursprünglichen Motiv.
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Hinweis: Einzelne Bilder in unseren Artikeln können mit Hilfe von KI erstellt worden sein.
Über die Autorin
Rebecca (Becky) ist seit 2018 Teil von bastelfrau.de – Basteln begleitet sie aber schon seit ihrer Kindheit. Bereits bei den Märkten und der Zeitschrift Bastelfrau half sie aktiv mit. Neben ihrer praktischen Erfahrung bringt sie eine wissenschaftliche Perspektive ein: Ihr Bachelor in Kultur- und Sozialanthropologie sowie Geschichte widmete sich u. a. Kleidungsgeschichte und Modeverhalten. Im Masterstudium wirkte sie beim Projekt ModeBlicke mit, bei dem es um Wissenschaftskommunikation und Social-Media-Strategien ging.
Kreativ ist Rebecca vielseitig: Nähen hat sie „learning by doing“ gelernt – ihr erstes Projekt war ein Karnevalskleid. Später trat sie in einem Video von Coke TV mit Weihnachtsbasteln und Stanzgerät auf. Jedes Jahr informiert sie sich u.a. auf der Fachmesse Creative World über aktuelle Basteltrends.
Neben kreativen Themen schreibt sie auch über psychische Gesundheit und Endometriose – als Betroffene mit eigener Erfahrung. Mehr erfährst du auf meiner „Über mich“-Seite.