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Bei vielen der Artikel, Tipps und Tricks handelt es sich um Rezepte, die schon mehr als 100 Jahre alt sind. Sie sind daher nicht auf dem neuestem wissenschaftlichen Stand.

Kamille fürs Wohlbefinden und für Naturkosmetik

Gespeichert von Bastelfrau am 21 Februar 2020
Kamille fürs Wohlbefinden und für Naturkosmetik

Als ich ein Kind war, bekam ich von meiner Mutter Kamillentee wenn ich Magenschmerzen hatte oder mir übel war. Ich kannte Kamille auch als Bestandteil von Seifen usw. Was ich allerdings nicht wusste, war, dass Kamille noch viele weitere Wirkungen hat und daher auch bei anderen leichten Beschwerden helfen kann.

 

 

Kamillentee als Hausmittel

Kamille wirkt antibakteriell, beruhigend, entzündungshemmend, krampflösend und schweißtreibend. 

So ist Kamillentee zum Beispiel als Getränk bei rheumatischen Leiden empfehlenswert. Zusammen mit den Säften gegen Rheuma und Gicht bessert der Tee Schmerzzustände sowie Schwellungen und Entzündungen. 
Aber auch bei Gesichts- und Zahnschmerzen und nervösen Magenschmerzen kann der Kräutertee hilfreich sein. Dabei spielt nicht nur die schweißtreibende Eigenschaft eine Rolle, sondern auch die krampflösende Wirkung eines bestimmten, in der Kamille enthaltenen Glykosides. Daneben wirkt zusätzlich noch das ätherische Öl schmerzlindernd und entzündungshemmend. Aus diesem Grund ist Kamille nicht nur in Form von Tees oder von Umschlägen bei Magen- und Unterleibsbeschwerden hilfreich, sondern  sondern auch als Spül- und Gurgelwasser bei Zahnschmerzen und Halsentzündungen.
Wer nervös ist und schlecht schläft, kann ebenfalls von Kamillentee profitieren.
Sogar bei Diabetes soll Kamillentee - jeweils eine Tasse nach den Mahlzeiten genossen - hilfreich sein und die Medikation unterstützen.
Kamillenumschläge werden besonders oft zur Heilung von Wunden, Quetschungen, Geschwüren, Furunkeln und eiternden Stellen angewandt. Dabei soll die Kamille auch die Vernarbung beschleunigen. 
Kamillenabkochungen finden Verwendung als Augenwasser bei entzündeten Augen oder verklebten Augenlidern - man kann aber auch damit gurgeln und damit etwas gegen Mundgeruch und Zahnfleischentzündungen tun.

Kamille in selbstgemachter, pflegender Kosmetik

Kamille wirkt stark entzündungshemmend und heilend und kann daher gut Produkten beigefügt werden, die bei Dermatitis und Ekzemen helfen sollen.
Da die Kamille den Hautstoffwechsel anregt und das Gewebe regeneriert, bietet es sich an, sie Cremes und Salben für unreine und fettige Haut sowie Akne vulgaris hinzuzufügen.
Seife mit Kamille eignet sich gut für empfindliche Haut.
Gesichtsdampfbäder mit Kamillenblüten helfen bei der Behandlung von Mitessern, Pickeln und Akne. Dafür werden 3 Esslöffel getrocknete Kamillenblüten in einer Schüssel mit zwei bis drei Litern kochendem Wasser übergossen. Man hält das Gesicht in den aufsteigenden Dampf. Damit das Dampfbad gut wirkt, legt man sich ein Handtuch über den Kopf, damit der Dampf nicht entweichen kann. 
Kamillentee kann man als Gesichtswasser bei unreiner Haut verwenden und auch zum Haare waschen eignet sich Kamillentee gut. 

 

Kamille im Garten

Wer einen Garten hat, kann Kamille auch selbst darin anpflanzen. Allerdings muss man hier darauf achten, dass man auch wirklich die echte Kamille anpflanzt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die echte von der falschen Kamille zu unterscheiden: 
1. Das Köpfchen der echten Kamille ist hohl, das der falschen gefüllt. Dies ist für mich die sicherste und einfachste Art, die beiden Pflanzen voneinander zu unterscheiden.
2. Die echte Kamille wird maximal 50 cm hoch, die falsche bis zu 80 cm.
3. Die echte Kamille duftet stark, die falsche fast gar nicht.
4. Die Blüten der echten Kamille sind zwischen 2 cm und 2,5 cm groß, die der unechten können eine Größe von bis zu 4 cm erreichen.

Kamille kann man ab Anfang Mai als Samen selber ziehen. Kamille gehört zu den Lichtkeimern, die Samen sollten also nicht mit Erde bedeckt werden. Alternativ dazu kann man sie als Steckling in Gärtnereien kaufen. 
Die Kamille braucht einen sonnigen Standort, der auch sehr trocken sein darf. 
Lässt man im Herst ein paar Blüten stehen, sät sich die Pflanze selbst aus.

 

Kamille ernten und trocknen

Wer seinen eigenen Kamillentee im Winter haben möchte, erntet die Blütenköpfe und trocknet sie.

Die Blüten sind empfindlich, so dass man darauf achten muss, dass man sie nicht zu stark drückt. Dies geht am einfachsten, wenn man sie so wenig wie möglich anfasst.
Kamillenblüten dürfen nach der Ernte keinesfall gewaschen oder abgespült werden.
Geerntet wird an einem warmen, sonnigen und trockenen Tag. 
Dann werden die Blüten großflächig auf sauberem Papier ausgebreitet. Sie trocknen am besten und schonendsten an einem dunklen, warmen und luftigen Ort, wie zum Beispiel einem Dachboden oder einem Gartenhäuschen.
Theoretisch kann man sie auch im Backofen oder im Dörrautomaten trocknen. Allerdings besteht hier die Gefahr, dass die gesunden Inhaltsstoffe durch die Wärme zerstört werden.