29. November 2022
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Lohnt sich eine Dachbegrünung?

Auf manchen Häusern ist es schon zu finden: ein Gründach. Gerade für Innenstädte sollen Gründächer gut für die Umwelt sein. Doch für welche Häuser lohnt sich eine Dachbegrünung? Welche Vorteile und Nachteile es gibt und auf welchen Dächern man eine Dachbegrünung aufbauen kann, erfährst du hier.

Vorteile der Dachbegrünung

Die Vorteile für die Umwelt sind vielfältig, aber auch man selbst profitiert von einer Dachbegrünung.

  • Man schafft zusätzlichen Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Insekten. Sie bieten eine Schutz-und Brutstätte und helfen so der Artenvielfalt von Vögeln und anderen Insekten.
  • Die Pflanzen filtern Feinstaub und Schadstoffe aus der Luft und wandeln CO2 in Sauerstoff um. Daher verbessern sie die Luftqualität gerade in Großstädten.
  • Übermäßiges Wasser von heftigen Regenfällen wird gespeichert und verzögert an die Kanalisation abgegeben. Dadurch können Überschwemmungen verhindert werden. In manchen Kommunen sinken daher auch die Abwassergebühren für ein Haus mit Dachbegrünung. Außerdem sorgt es für eine niedrigere Umgebungstemperatur.
  • Sie wirkt nachhaltig gegen Schall und damit lärmregulierend.
  • Eine Dachbegrünung sorgt für eine stabile Innentemperatur. Im Sommer kühlt sie und im Winter sorgt sie dafür, dass die Wärme nicht so schnell entweicht. Dadurch werden Energiekosten eingespart.
  • Sie schützt das Dach vor schädlichen Einflüssen von Sonne, Wind, Regen oder Hagel. Dadurch hält die Dachbedeckung zwei bis dreimal länger als ohne Dachbegrünung.
  • Sie leistet einen Beitrag zur Entsiegelung und dient als Ausgleich für die massive Bebauung. Dadurch steigert sie den finanziellen und nachhaltigen Wert des Hauses.
  • Es gibt diverse Förderungsmöglichkeiten beim Bau eines Gründachs. Es gibt beispielsweise Fördermöglichkeiten von der KfW Bank und manche Kommunen geben einen Zuschuss.

Nachteile einer Dachbegrünung

Trotz der vielen Vorteile gibt es auch ein paar Nachteile.

  • Es verursacht zusätzliche Kosten beim Bau oder der Renovierung eines Daches.
  • Wird das Gründach falsch angelegt, könne Feuchtigkeitsschäden entstehen und die Statik des Hauses kann gefährdet werden.
  • Je nach Art des Gründachs erfordert es einen zusätzlichen Pflegeaufwand und an heißen Sommertagen wird eine zusätzliche Bewässerung nötig.

Extensive und intensive Dachbegrünung: Die Unterschiede

Man unterscheidet zwischen zwei Arten, der extensiven und der intensiven Dachbegrünung. Diese unterscheiden sich vor allem durch die Höhe des Substrates, der möglichen Pflanzenarten, des Pflegeaufwandes und des Gewichts.

Extensive Dachbegrünung

  • Es ist die häufigste Variante.
  • Es ist ein niedriges System von ca. 6-20 cm.
  • Der Pflegeaufwand ist geringer.
  • Für Garagen braucht es keine Baugenehmigung.
  • Die Dachbelastung ist minimal und für die meisten Dachkonstruktionen geeignet. Sie beträgt ca. 40 bis 150 kg pro Quadratmeter.
  • Geeignete Pflanzen sind Moose, Sukkulenten, Sedum, niedrige Stauden, wie beispielsweise Mauerpfeffer, Steinbrech, Hauswurz, Schwingel, Seege, Zittergras, Küchenschelle, Silberwurz oder Fingerkraut. Auch hitzeverträgliche Kräuter wie Thymian, Lavendel und Salbei eignen sich.

Intensive Dachbegrünung

  • Der Pflegeaufwand ist größer. Die Begrünung muss zurückgeschnitten und gepflegt werden. Gegebenenfalls muss auch gegossen werden.
  • Sie ist rund doppelt so teuer.
  • Der Systemaufbau liegt zwischen 12 und 40 cm.
  • Meist ist eine Baugenehmigung nötig, gerade wenn sich hier auch Personen länger aufhalten können sollen.
  • Es gibt eine größere Gewichtsbelastung ab ca. 150 kg auf die Dachkonstruktion.
  • Geeignete Pflanzen sind größere Ziergräser, Stauden, Sträucher, Büsche und sogar kleine Bäume.

Welche Dächer eignen sich?

Generell sind Warmdächer sowohl für die extensive als auch die intensive Variante geeignet. Dagegen sind Kaltdächer und Umkehrdächer in der Regel nur für die extensive Dachbegrünung geeignet. Der Neigungsgrad spielt aber ebenfalls eine wichtige Rolle. Theoretisch kann man auf jedes Flachdach nachträglich eine Dachbegrünung errichten. Ab 15 ° Neigungswinkel sollte man Dachaufkantungen und Schubsicherungen mit einplanen, damit der Mutterboden nicht abrutschen kann. Bis 30° sind Gründächer so relativ problemlos zu bewerkstelligen und selbst bei 45 bis 90° gibt es Fachfirmen, die dies ermöglichen können. Das wichtigste Kriterium, ob ein Gründach realisiert werden kann ist aber, wie viel Gewicht die Dachkonstruktion aushält. Daher sollte man immer erst einen Gutachter überprüfen lassen, wie viel das Dach aushält.

Neben dem Hausdach können auch Flachdächer von Garagen, Carport oder Schuppen in ein Gründach verwandelt werden. Wichtig bei Flachdächern ist, dass die Dachkonstruktion, beispielsweise mit einer Dachfolie, ausreichend abgedichtet ist. Für Dächer mit Neigung muss eine besondere statische Begutachtung erfolgen. Außerdem kann es sein, dass eine Baugenehmigung eingeholt werden muss.

Aufbau einer Dachbegrünung

Eine Dachbegrünung besteht aus mehreren Schichten. Die erste Schicht ist das Dach. Darauf kommt eine Schutzfolie und eine Wurzelschutzfolie. Eine Wurzelschutzfolie ist wichtig, damit die Wurzeln sich nicht ihren Weg durch die Dachabdichtung bahnen. Es gibt aber auch Dachabdichtungen wie beispielsweise eine EPDM-Folie, die wurzeldicht ist. Auf die Wurzelschutzfolie folgt eine Speichermatte mit Drainageschicht. Diese ist wichtig, damit überschüssiges Wasser abfließen kann und das Dach nicht zu schwer wird. Darauf folgt ein Vlies mit feinporiger Filterfunktion, damit die Drainage nicht verstopfen kann. Darauf folgt das Substrat oder die Blumenerde und die Bepflanzung.

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Vorteile und Nachteile der Dachbegrünung

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